Schwindelfrei-Festival in Mannheim feiert Jubiläum mit Residenzen und Gastspiel
- Beim Schwindelfrei-Festival in Mannheim treffen sich Publikum und freie Szene zu Performances, Gesprächen und Begegnungsformaten.
- Foto: Stadt Mannheim
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Mannheim. Vier Tage Tanz, Theater und Performance. Vom 9. bis 12. Juli feiert das Schwindelfrei Festival für Tanz, Theater, Performance+ in Mannheim seine zehnte Ausgabe. Das Motto lautet Hier bleiben. Räume und Praktiken eines neuen Miteinanders.
Die eingeladenen Gruppen zeigen Arbeiten, die Begegnungen, Dialog und Nachbarschaften in den Mittelpunkt stellen. Wie die Stadtverwaltung Mannheim mitteilt, veranstaltet das Kulturamt das Festival.
Residenzen als Herzstück und Einblicke in Arbeitsprozesse
Herzstück sind sechs Residenzprojekte aus Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar. Seit Sonntag, 22. Juni können die Residenzgruppen ergebnisoffen neue künstlerische Vorhaben entwickeln. Während der Festivaltage geben sie mit Showings, Kurzperformances und Installationen Einblicke in ihre Arbeitsprozesse.
Mit dabei sind (Auf)Begehren von Arens, Schädler, Überschär und Ausweg Rhein Neckar e. V., cult baby, Kapitel II ARCHING INTO HYSTERIA von böse blumen, Sense of Community von INTER-ACTIONS, Analog Assemblies – Jungbusch von Laila Mahmoud und Vincent Bababoutilabo, The Yams Deserve Better von Oré Arts e. V. sowie KLANG KÖRPER IMPROVISATION von 5elefants tanzkollektiv. Details zu den Residenzen gibt es hier: Schwindelfrei-Festival: Residenzen.
Kulturbürgermeister Thorsten Riehle sagt: „Ich freue mich zu sehen, dass das vom Kulturamt der Stadt Mannheim veranstaltete Festival nah an den Bedarfen der freien Darstellenden Künste Mannheims und der Metropolregion agiert. Schwindelfrei bietet der freien Theaterszene die erforderlichen Freiräume für ihre künstlerische Arbeit und macht so eindrucksvoll ihre Vielfalt und Stärke sichtbar.“
Kulturamtsleiterin Ewa Wojciechowska erläutert: „Das Schwindelfrei Festival ist für die freie Szene Mannheims konzipiert. Die Auswahl der Künstler*innen für die Residenzen und ein umfangreiches Vernetzungs-Programm spiegeln die Vielfalt der Darstellenden Künste in der Region. Ich freue mich besonders auf die Vernetzung der lokalen und überregionalen Szene und über die Zusammenarbeit mit den Kuratorenteam Melanie Mohren und Bernhard Herbordt“.
Gastspiel, Archivprojekt und Festivalzentrum im Theaterhaus g7
Das Programm ergänzt das internationale Gastspiel Work Body von Michael Turinsky. Das Stück macht Station im Mannheimer EinTanzHaus. Turinsky arbeitet laut Ankündigung an der Schnittstelle von zeitgenössischem Tanz und Performance, Behinderung sowie politischer und ästhetischer Theorie.
Zur Jubiläumsausgabe gehört auch das Projekt Hier bleiben. Strategien des Bleibens. Die Baden-Württemberg Stiftung fördert es mit 50.000 Euro. Dabei erprobt das Festival unterschiedliche Formen des Erinnerns, Dokumentierens und Archivierens.
Ein Baustein ist das Wachsende Archiv der Freien Darstellenden Künste Mannheims. Es ruft Künstlerinnen und Künstler sowie Publikum auf, sich während der Festivaltage in das Archiv im Festivalzentrum Theaterhaus g7 einzuschreiben. Archivexpertinnen und Archivexperten der Künstlerinnen- und Künstler-Plattform Rotterdam Presenta führen durch den Prozess.
Den Abschluss bildet das Begegnungsformat Was bleibt. Eine Revue des Austauschs. Die Residenzgruppen präsentieren Kurzbeiträge zu ihren Strategien des Bleibens. An fünf Arbeitstischen vertiefen regionale und überregionale Gäste Inhalte des Festivals und erproben sie praktisch. Genannt sind unter anderem Jenny Beyer, Hannah Ma, Gabriele Oßwald und Wolfgang Sautermeister, Steven Solbrig, Michael Turinsky und Saghar Hosseinpour.
Das während des Festivals entstandene Material bereitet das Team anschließend auf. Im Frühjahr übergibt es das Material dem marchivum. Mannheims Archiv, Haus der Stadtgeschichte und Erinnerung.
Das Festivalzentrum liegt in diesem Jahr im Theaterhaus g7, im Foyer. Spielorte sind unter anderem Ausweg Rhein-Neckar e. V., Community Art Center, EinTanzHaus, laboratorio17, Theaterhaus g7, Felina Theater Mannheim, zeitraumexit, Galerie Maquis Mami Wata und der Untere Luisenpark.
Die Eröffnung findet am Donnerstag, 9. Juli im EinTanzHaus auf dem Vorplatz statt. Geplant ist ein Konzert von Bata Banda.
Das Festival will nach eigenen Angaben die Zugänglichkeit weiter ausbauen. Genannt sind unter anderem ein solidarisches Preissystem und Kartenkontingente für Kulturpass-Inhaberinnen und Kulturpass-Inhaber, ein kostenloses Rahmenprogramm sowie eine Website in Leichter Sprache und auf Englisch. Für Work Body kündigt das Festival am Freitag, 10. Juli eine Audiodeskription mit vorheriger Tastführung und einen Audioflyer an.
Weitere Informationen, Spielplan und Programm stehen auf der Festivalwebsite: www.schwindelfrei-festival.de.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |