Ein Bännjer bei den ,,Roten Bullen“ in Leipzig
Luis Klein möchte Fußballprofi werden

Luis Klein

Von Richard Roschel

Bann. Er gilt als eines der ganz großen Nachwuchstalente des deutschen Fußballs und ist bereits in jungen Jahren losgezogen, um in einem professionell geführten Nachwuchsleistungszentrum mit perfekter Abstimmung von Schule, Training und Spielbetrieb seinem ,,Traum“, irgendwann einmal Profifußballer zu werden, näherzukommen: Der sechszehnjährige Bännjer Luis Klein ist DFB U17-Nationalspieler und aktuell zweitbester Torschütze (10 Tore) sowie bester Vorlagengeber (7) der U17-Bundesliga Nord/Nordost. Luis Klein (Jahrgang 2003) hat seine sportliche Heimat in der Nachwuchsakademie des sächsischen Bundesligisten und inoffiziellen ,,Herbstmeisters“ Rasenballsport Leipzig (RBL) gefunden.

Zu einem persönlichen Gespräch trafen sich in seiner westpfälzischen Heimatgemeinde Bann Luis Klein, seine Eltern Marika und Klaus Klein, sein Freund und hauptamtlicher FCK-Fahrdienstkoordinator aus gemeinsamen Betze-Zeiten, Manfred Arnold, ebenfalls waschechter ,,Bännjer“ und Richard Roschel, der diesen ,,Runden Tisch“ organisierte und auch die Fragen dazu vorbereitete und präsentierte.
Roschel: Luis, ich soll Dir ganz herzliche Grüße auch von unserem Bürgermeister Stephan Mees ausrichten und Dir alles Gute wünschen. Verfolgst du die Entwicklung des Dorfes, siehst du Bann als deine Heimat, hast du hier und da auch mal Heimweh?
Klein: Bann ist und bleibt ganz klar meine Heimat, hier bin ich zur Schule gegangen, hier habe ich gespielt, hier bin ich groß geworden, hier lebt meine Familie und hier leben meine Freunde. Über eine Banner WhatsApp-Gruppe bin ich ständig bestens informiert, was sich in Bann so tut und auch verändert. Nach doch anfänglichem Heimweh verspür ich jetzt eher nichts mehr, da ich ja meine Eltern oft in Leipzig oder anderswo an den Spielorten sehe. Acht bis zehn Wochen im Jahr bin ich so etwa auch auf Heimaturlaub in Bann. Ich vermisse eigentlich wirklich nur die tollen Tage der ,,Bännjer Kerb“ im Jahreskalender, die fehlen mir schon ein bisschen.

Begonnen hat diese bisher noch junge Fußballkarriere quasi direkt hinter dem Garten seines Elternhauses auf dem gemeindeeigenen Bolzplatz im ,,Tälchen“. Luis Klein wurde ein gewisser Anteil an Talent und Begabung sogar doppelt in die Wiege gelegt, denn wie sein Vater Klaus sowie seinem leider schon verstorbenen Opa Edgar Herrmann verfügt Luis Klein über einen äußerst starken linken Fuß und ist demnach im Offensivbereich auf der linken Außenbahn bestens eingesetzt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Vater wie auch der Opa schon sehr früh dem ,,Straßen- und Wiesenfußballer“ gewisse Regeln mit auf den Weg gaben. Denn wie Luis Klein schmunzelnd betont, waren sie es, die ihn ständig schulten und ermahnten ,,saubere und klare“ Bälle zu spielen. In der Saison 2008 war es dann als Fünfjähriger endlich soweit: Er durfte sich der Bambini-Mannschaft (G-Junioren/U7) des SV Bann anschließen und erstmals an Spielen und Turnieren teilnehmen. Seine ersten Trainer auf dem Bännjer Sportgelände ,,Zum Bärenloch“ waren Uwe Leis und Thorsten Wilhelm. Schon früh konnte man bei Luis Klein eine gehörige Schnelligkeit mit extremer Torgefahr erkennen, so dass auch schon die ersten Späher und Scouts auf ihn aufmerksam wurden. So auch das Talentteam "SoccaFive Fußballschule" von Axel Roos, dem er von 2011 bis 2013 angehörte und dort exquisit gefördert wurde. Bei einem Talenttag des 1. FC Kaiserslautern 2013 war es dann schließlich soweit: Luis Klein überzeugte auf allen Positionen und wurde sofort vom pfälzischen Traditionsverein verpflichtet. Zum wiederholten Male wechselte ein junger Spieler aus der ,,Talentschmiede“ des SV Bann 1932 e.V. zum großen Nachbarn auf den Lautrer Betzenberg. Beim FCK durchlief er dann anschließend die Jugendabteilungen U11/U12/U13/U14 und U15. Besonders an den FCK-Trainerstab mit Stefan Meißner und Alexander Bugera hat Luis Klein gute Erinnerungen. Nach seinem schulischen Wechsel zum Schuljahr 2015 vom Sickingen-Gymnasium Landstuhl ans Heinrich-Heine-Gymnasium nach Kaiserslautern war dann auch der Weg für eine geordnete schulische und sportliche Unterrichtung gewährleistet. Der HHG-Sportzweig Fußball steht in sehr enger Kooperation mit dem 1.FC Kaiserslautern. In der U14 erreichte Luis Klein dann erstmals eine Berufung in die Südwestauswahl (SWFV), wo er bei Länderpokalspielen und hier besonders in der Sportschule Bad Blankenburg/Thüringen überzeugen konnte und sich ins Visier einiger Bundesligisten spielte. Dieses Länderturnier in der Thüringischen Kleinstadt darf als der erste große Durchbruch in seiner fußballerischen Laufbahn als Nachwuchskicker angesehen werden. Nach Anfragen und Kontaktierungen von namhaften und führenden deutschen Spitzenclubs nach diesen beeindruckenden Spielen im Jahr 2017 entschied sich Luis Klein in enger und vertrauter Absprache mit seinen Eltern jedoch gegen einen so frühen Wechsel und stellte als oberste Priorität die Beendigung der neunten Klasse zu Hause in den Fokus.
Auch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) blieben diese herausragenden sportlichen Leistungen des jungen Bännjers nicht verborgen und so berief U15-Nationaltrainer Christian Wück im Mai 2018 Luis Klein für die Länderspiele gegen die Niederlande in den Kader der Junioren-Nationalmannschaft. Es folgten weitere Länderspiele in der U17 gegen Israel und im vergangenen September in der U16 gegen Zypern. In diesem Spiel auf österreichischem Boden gelang dann Luis Klein erstmals eine ,,Bude“ und so feierte er auch dann entsprechend seine zweite Länderspiel-Torpremiere. Für Luis Klein ist es ein bewegendes und unbeschreibliches Gefühl, wenn er das Trikot mit dem Bundesadler überzieht und anschließend die Nationalhymne gespielt wird - dies verleiht ihm nach eigener Aussage nochmals einen gewissen Schub. Den größten Antrieb und eine gewisse Portion Ehrgeiz vor den Spielpaarungen verleihen ihm allerdings seine Eltern, die fast immer bei den Spielen in der Nachwuchsbundesliga Nord/Nordost und natürlich bei den Länderspielen auf der Tribüne sitzen. Luis Klein ist seinen Eltern sehr dankbar, dass sie voll hinter seinen Plänen stehen und sie ihm dies bisher alles ermöglicht haben.
Im Sommer 2018 nach Beendigung der neunten Klasse folgte dann der Wechsel von Kaiserslautern nach Leipzig. Die Nachwuchs-Fußballakademie von Rasen-Ballsport (RB) Leipzig gehört zweifelsfrei zu den führenden Fußballinternaten im gesamten Bundesgebiet und ist mit mehreren erfahrenen Trainerstäben bestens aufgestellt. In sehr guten und vertrauensvollen Vorgesprächen entschied sich Luis Klein für den Gang nach Leipzig. Neben dem Fußball wird er auch seinen schulischen Werdegang mit dem Fachabitur in enger Kooperation zwischen RB Leipzig und den sächsischen Hochschuleinrichtungen abschließen. Der Tagesablauf in der Akademie beginnt mit dem gemeinsamen Frühstück, dann folgen Training, Schule und abends dann je nach erstellten Trainingsplänen weitere Übungseinheiten oder auch im Spielplan angesetzte Meisterschafts-, Pokal- oder Testspiele. Der junge Bännjer fühlt sich in Leipzig sehr gut aufgehoben, persönlich, schulisch wie auch sportlich rundum bestens betreut. Neben Schule und Sport steht ihm und seinen Mannschaftskameraden aus der Fußballakademie aber auch noch genügend Zeit für private oder gemeinsame Freizeitunternehmungen zur Verfügung. ,,Man ist hier selten allein, hier kommt garantiert keine Langeweile auf – wir haben ständig einen Plan, was wir so an Spiel-, Trainings- und schulfreien Tagen machen“, erzählt Luis Klein mit einem etwas schlitzohrigen Lächeln. Die größte Stadt des Freistaates Sachsen gefällt ihm sehr gut. Sie bietet vieles an Attraktionen und die Menschen schätzt er wegen ihrer Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit. Besonders gern zieht es ihn an den Cospudener See am südlichen Stadtrand Leipzigs. Fußballerisch herrschen in der RBL-Fußball-Akademie absolute Top-Bedingungen auf insgesamt 60.000 Quadratmetern mit sechs erstklassigen Spielfeldern. Hier trainieren die Profis und der Nachwuchs unter einem ,,Dach“. Starallüren sind bei RBL ein Fremdwort, wie Luis Klein begeistert berichtet: ,,Da laufen dir Weltklassespieler wie Timo Werner, Emil Forsberg oder auch Yussuf Poulsen ständig über den Weg und sitzen dann beim gemeinsamen Essen mit dir am gleichen Tisch und interessieren sich für deinen persönlichen und sportlichen Werdegang." Mit RBL-Kapitän Willi Orban, einem echten Lautrer Junge und ebenfalls mit langer FCK-Vergangenheit, kann Luis Klein auch mal über die Heimat, die Pfalz und natürlich über den 1.FC Kaiserslautern reden. Aber auch Cheftrainer Julian Nagelsmann, der jetzige Sportdirektor Markus Krösche wie auch dessen Vorgänger Ralf Rangnick, sind und waren regelmäßige Beobachter beim Training und auch bei den Spielen der Jugendmannschaften. Eine gewichtige Priorität räumen die Sachsen dem Ziel ein, auf Dauer viele Nachwuchsspieler aus den eigens ausgebildeten Jahrgängen in den Profi-Spielbetrieb zu integrieren.
Diesen Sommer wird Luis Klein altersbedingt in die U19 aufsteigen und sich dort im jüngeren Jahrgang gegen die teils um ein Jahr ältere Konkurrenz durchsetzen müssen. Sein erklärtes Ziel ist es, sich dort mit guten Trainings- und Spielleistungen auf Anhieb einen Stammplatz zu erkämpfen. Würde er dies schaffen, wäre für ihn ein großer ,,Meilenstein“ auf dem Weg in den Profibereich von Rasenballsport Leipzig übersprungen und die Tür zur Bundesliga stände ihm schon ganz weit offen. Sein Vertrag in Leipzig läuft noch bis zum Juni des Jahres 2022.

Autor:

Frank Schäfer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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