In der Musik ist Pfefferminze angesagt
Ein kurioser Sommerhit steht ante portas
- Mit "Grüne Pfefferminze" steht ein potenzieller Sommerhit in den Startlöchern, der das Potenzial hat zu begeistern und tierisch zu nerven
- Foto: Waldklee Records
- hochgeladen von Marianne Foregger
Manchmal reicht ein einziger Satz, um sich festzusetzen. In diesem Fall sind es zwei Worte: „Grüne Pfefferminze“. Mehr braucht Hubert Unterhuber alias „Der grüne Sonderling“ im Refrain seines neuen Songs nicht. Der Rest ergibt sich fast von selbst.
Der Track bewegt sich irgendwo zwischen volkstümlicher Leichtigkeit, Kinderlied und dem, was im Sommer schnell zum Mitgrölen taugt. Dazwischen tauchen zwar Strophen auf, doch der eigentliche Effekt entsteht durch die stoische Wiederholung. Genau darin liegt die Stärke. Was zunächst wie ein Gag wirkt, entwickelt nach wenigen Durchläufen erstaunliche Hartnäckigkeit mit echter Ohrwurm Qualität.
Dass solche Stücke funktionieren können, ist kein neues Phänomen. Einfache Strukturen, klare Hooks, ein leicht schräger Ansatz. Man erinnert sich unweigerlich an Schnappi, das kleine Krokodil, das einst aus dem Nichts zum Massenphänomen wurde. Der Unterschied: Unterhuber spielt bewusst mit dieser Grenze zwischen Ironie und Ernst, Schnappi war eigentlich als Kinderlied angelegt.
Auch das Drumherum wirkt wie ein Augenzwinkern. Die offizielle Geschichte erzählt von einem Waldgnom, der sich aus Überforderung und Selbstzweifeln heraus ausgerechnet über eine Tasse Pfefferminztee zu seiner Idee rettet. Das ist natürlich überzeichnet, aber genau so angelegt, dass es weitererzählt werden kann.
Hinter der Figur steht kein Zufallsprojekt. Unterhuber betreibt mit Waldklee Records ein eigenes Indie-Label und kommt ursprünglich aus dem niederösterreichischen Lilienfeld, lebt heute in Wien. Der Schritt, Musik unter eigener Flagge zu veröffentlichen, deutet darauf hin, dass hier mehr geplant ist als ein einmaliger Internetwitz.
Und tatsächlich: Der Song nimmt gerade Anlauf in Richtung deutsche Charts. In der kommenden Woche könnte er erstmals in den Hörercharts „Die Hörercharts“ auftauchen, er wurde in dieser Woche nämlich dafür nominiert. Ob daraus mehr wird, ist offen. Das Potenzial zum Sommerphänomen ist jedenfalls genauso da wie Qualität für einen Dauerbrenner am berühmt berüchtigten Ballermann.
Bis dahin dürfte sich der Refrain weiter ausbreiten. Unaufgeregt, ein bisschen schräg und vor allem ziemlich eingängig. „Grüüüne Pfefferminze“ – schwer, das wieder loszuwerden, wenn man es mal gehört hat.
Autor:Marianne Foregger aus Wochenblatt Kaiserslautern |
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