Die Wissädalä Fasänachdä schlüpfen ins Nikolauskostüm
66 Einsätze allein am heutigen 6. Dezember

Gespannte Erwartung, dann pocht es an die Tür und Nikolaus und sein Knecht Ruprecht kommen herein.
  • Gespannte Erwartung, dann pocht es an die Tür und Nikolaus und sein Knecht Ruprecht kommen herein.
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  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Waghäusel. Die Kinder der Kindertagesstätte Nesthäkchen in Kirrlach sitzen gemeinsam mit den Erzieherinnen im Kreis. Gespannte Erwartung liegt in der Luft. Endlich pocht es fordernd an die Tür: Der Nikolaus und sein Knecht Ruprecht betreten das Zimmer.

Nicht allen Kindern sind die beiden bärtigen Gesellen geheuer, dem einen oder anderen zittert gar die Unterlippe, doch ein bisschen verlieren die beiden Männer an Bedrohlichkeit, als sie es sich unter den Kindern auf zwei der Zwergenstühle bequem zu machen versuchen. 

Die Kleinen, alle zwischen einem und drei Jahre alt -  sie sind bestens vorbereitet auf den Besuch des Nikolaus, singen ihm ein Lied, tragen gemeinsam ein Gedicht vor - und sogar gebacken wurde zu Ehren des hohen Besuchs. Die Socken, die tagelang in Reih und Glied hingen, waren am Morgen verschwunden, an ihrer Stelle sind mysteriöse Fußspuren aufgetaucht.

Und jetzt zieht der Nikolaus doch glatt eben diese Socken - gefüllt natürlich - aus dem Sack, an dem zuvor Knecht Ruprecht so schwer zu tragen hatte. Martin ist der Erste, der sein Geschenk entgegen nehmen darf. Ihm folgen Ben und Alina. Niklas hat allein durch seinen Namen schon beim Nikolaus einen Stein im Brett - und trägt dazu noch einen Nikolauspulli.

So richtig gesprächig sind sie nicht, die Kleinen, dabei ist der Nikolaus voll des Lobes für all die "braven Kinder". Nur die wenigsten trauen sich, laut und vernehmlich auf die Fragen des Nikolaus' zu antworten. Am Ende versprechen sie aber alle gerne, Mama und Papa nicht zu ärgern und daheim ganz besonders viele Weihnachtslieder zu singen.

Für Manuel Hoffner und Karl Nieslony ist es der erste Termin an diesem Nikolaustag - aber bei weitem nicht der letzte. 66 Einsätze haben die Nikolausteams des Freundeskreises Wissädalä Fasänachdä an diesem 6. Dezember. Auch Anna Schmitt, die Leiterin der Kindertagesstätte Nesthäkchen und selbst Mitglied im Freundeskreis, ist später noch als "Rentier" unterwegs.

So heißen in den Dreierteams, die für die Nikolausaktion gebildet werden, die Fahrer. Im Nikolauskostüm oder als Knecht Ruprecht Auto fahren, das geht nämlich nicht. Perfekt organisiert wird die Aktion, die es  - mit Pausen - bereits seit mehr als 20 Jahren gibt, von Andrea Haas und Petra Hilbert.

Der Erlös der Nikolausaktion, meist um die 2.000 Euro, gehen traditionell in vollem Umfang an Kindergärten vor Ort sowie an das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen. Doch warum macht das ein Verein, der sich eigentlich der Brauchtumspflege und hier in erster Linie der Fasnacht verschrieben hat?

"Wir haben immer wieder damit zu kämpfen, dass man uns mit anderen, nicht organisierten Gruppen in einen Sack wirft", sagt Manuel Hoffner, der Vorsitzende des Freundeskreises Wissädalä Fasänachdä. Der Verein distanziere sich ganz klar von alkoholisierten, Krawall machenden Jugendlichen. "Wir arbeiten an unserem guten Ruf - auch durch unsere Aktionen in der Vorweihnachtszeit und unser soziales Engagement", sagt Hoffner.

Neben der Nikolausaktion veranstaltet der Freundeskreis am Samstag, 8. Dezember, in der Wiesentaler Ortsmitte einen Weihnachtsmarkt - unterstützt von THW und Grundschule. An den Samstagen vor Weihnachten findet man die Wissädalä Fasänachdä im Globus, wo sich Kinder mit dem Nikolaus fotografieren lassen können.

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