Speyers Brezelkönigin Emilia verrät: „Das Lampenfieber ist mir geblieben“
- Emilia I. (links) ist die vierte Speyerer Brezelkönigin und begleitet in diesem Jahr das Fest von der Eröffnung bis zum Feuerwerk am Dienstag
- Foto: Cornelia Bauer
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Speyer. Als Emilia Reiser im vergangenen Jahr zur Brezelkönigin gekrönt wurde, flossen Tränen der Freude. Ein Jahr später blickt sie auf unvergessliche Momente, viele Begegnungen und persönliche Veränderungen zurück. Vor dem Start des Brezelfests spricht Emilia I. über Lampenfieber, Kindheitsträume, ihre Höhenangst – und verrät, worauf sie sich in den kommenden sechs Tagen am meisten freut.
???: Was hat Sie im ersten Jahr als Brezelkönigin am meisten überrascht?
Emilia: Die überwältigende Unterstützung des Verkehrsvereins. Am Anfang hatte ich ein paar Bedenken wegen der vielen fremden Leute und meinen Auftritten bei Veranstaltungen, weil ich das zuvor nie gemacht hatte. Aber alle Menschen beim Verein sind super offen, mich hat immer jemand an die Hand genommen und mich durch die vielen Veranstaltungen übers Jahr begleitet.
Zugleich waren alle außerordentlich flexibel und ich konnte mich mit eigenen Ideen einbringen. Mein Bruder ist in der Feuerwehr, dort war ich als Brezelkönigin, ebenso beim Tag der offenen Tür in der Klosterschule, die meine Schwester besucht. Oder bei Wein am Dom. Ich habe mich dabei immer rundum wohl und unterstützt gefühlt.
„Mit dem Umzug ist für mich
ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“
???: Was war Ihr bislang schönster Moment als Brezelkönigin?
Emilia: Die Wahl war natürlich schön und sehr emotional, aber da war ich auch wahnsinnig aufgeregt. Es ist der Umzug, mit dem für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen ist. Mit der Sänfte durch Speyer getragen zu werden und dabei Brezeln zu verteilen, das war wirklich sehr schön. Dieses Jahr bin ich dann erstmals auf dem großen Festwagen dabei, darauf bin ich auch schon sehr gespannt.
???: Wenn Sie das Brezelfest in drei Worten beschreiben müssten, welche wären das?
Emilia: Traditionell. Familiär. Atemberaubend. Ich liebe die Traditionen beim Brezelfest, etwa den Frühschoppen oder dass die Leute in Tracht kommen. Freunde und Bekannte, die man ewig nicht gesehen hat? Beim Brezelfest trifft man sie alle. Und wenn gerade niemand da ist, den man kennt, dann setzt man sich einfach da hin, wo gerade ein Platz frei ist, und lernt neue Leute kennen. Wie alle Speyerer freue ich mich so sehr auf diese sechs Tage.
???: Viele sehen nur Diadem, Dirndl und Schärpe - wie viel Arbeit steckt tatsächlich hinter dem Amt?
Emilia: Man investiert in das Amt richtig viel Zeit. Es sind sehr viele Termine übers ganze Jahr, bei denen ich den Verkehrsverein und Speyer repräsentiere - oft mehrere Tage hintereinander. Von der Fastnacht bis zum Weihnachtsmarkt. Ich arbeite in der Veranstaltungsgastronomie und nehme mir dafür eigens Urlaub. Es braucht also ziemlich viel Flexibilität und Engagement. Ich wäre bei den Speyerer Festen aber auch privat mit meinen Freunden dabei. Dann wäre ich allerdings weniger aufgeregt - das Lampenfieber ist mir geblieben und begleitet mich bei jeder Veranstaltung.
„Brezelfest ist für mich die schönste Zeit im Jahr“
???: Hat das Amt Sie verändert?
Emilia: Ich bin selbstbewusster und offener geworden. Viele sprechen mich an, erkennen mich im Supermarkt, wollen Fotos mit mir machen - das ist ein schönes Gefühl und macht was mit einem.
???: Worauf freuen Sie sich beim diesjährigen Brezelfest ganz besonders?
Emilia: Da es mein zweites Jahr als Brezelkönigin ist, hoffe ich, es ein bisschen entspannter angehen und die sechs Tage auch für mich genießen zu können. Ansonsten freue ich mich einfach auf alles, denn Brezelfest ist für mich die schönste Zeit im Jahr.
???: Gibt es einen Ort auf dem Brezelfest, an dem man Sie garantiert antreffen wird?
Emilia: Ich bin immer unter Leuten, daher findet man mich da, wo was los ist: Im Festzelt natürlich oder in der Weinkiste, denn ich feiere einfach gerne mit meinen Freunden. Ich bin auch offen, etwas zu fahren - es darf nur nicht zu hoch sein. Ich habe Höhenangst, daher steige ich eher nicht in die Gondeln des Riesenrads.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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