Speyer sucht Schulterschluss gegen drohenden Jobabbau bei zwei Betrieben
- Im Rathaus beraten Stadt, Gewerkschaften und Wirtschaft über die Zukunft von Industriearbeitsplätzen in Speyer.
- Foto: Kristin Hätterich
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Speyer. Wie geht es weiter mit industriellen Arbeitsplätzen in der Stadt, wenn bei MANN+HUMMEL und TE Connectivity Standortschließungen und Stellenabbau im Raum stehen? Genau darüber haben sich vergangene Woche im Historischen Rathaus Politik, Gewerkschaften, Arbeitgeberseite, Betriebsräte, Wirtschaft und Verwaltung ausgetauscht.
Auf Einladung von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler kamen unter anderem acht Vertreterinnen und Vertreter der Stadtratsfraktionen, des DGB, der IG Metall, der Betriebsräte, der IHK sowie von PfalzMetall zusammen. Außerdem nahmen die Bundestagsabgeordnete Isabel Mackensen-Geis sowie die Landtagsabgeordneten Michael Wagner und Patrick Kunz teil. Aus der Stadtverwaltung saßen neben Seiler auch Bürgermeister Prof. Dr. Alexander Schubert, Beigeordnete Irmgard Münch-Weinmann, Wirtschaftsförderer Mario Daum und Sabrina Albers, Persönliche Referentin der Oberbürgermeisterin, am Tisch.
Stadt sieht Folgen für Beschäftigte, Familien und den Standort
Im Mittelpunkt standen laut Stadtverwaltung die Auswirkungen auf die betroffenen Beschäftigten und ihre Familien sowie auf den Wirtschafts- und Industriestandort Speyer. Die Runde sprach auch über die Herausforderungen, vor denen Unternehmen und Beschäftigte aktuell besonders in der Automobilzulieferindustrie stehen.
Die Arbeitgeberverbände machten dabei deutlich, dass es aus ihrer Sicht ein klares bundespolitisches Signal zur Zukunft des Industriestandorts Deutschland brauche. Sie ordneten die Lage als Teil eines tiefgreifenden Strukturwandels ein, der viele Unternehmen und Regionen vor große Herausforderungen stelle.
Seiler und Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmerverbände appellierten gleichzeitig an die soziale Verantwortung der Unternehmen gegenüber Beschäftigten und Standorten. Gerade profitable Unternehmen müssten ihrer Verantwortung gegenüber den Menschen gerecht werden, die über viele Jahre zum wirtschaftlichen Erfolg beigetragen hätten.
„Die Verunsicherung unter den Beschäftigten ist groß. Viele Menschen sorgen sich um ihre Zukunft und die ihrer Familien. Deshalb dürfen industrielle Arbeitsplätze in Deutschland nicht leichtfertig aufgegeben werden. Es braucht jetzt Verantwortung auf allen Ebenen, von den Unternehmen ebenso wie von der Bundespolitik“, betonte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.
Nach dem Austausch wandte sich Seiler in einem Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz und lud ihn zu einem Gespräch mit Beschäftigten, Betriebsräten, Gewerkschaften und Unternehmen ein. Die Einladung umfasst einen Besuch in Speyer sowie die Möglichkeit eines kurzfristigen Austauschs per Videokonferenz.
Die Stadt Speyer will den Austausch mit Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite fortsetzen und sich nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Beteiligten weiterhin für den Erhalt industrieller Arbeitsplätze am Standort einsetzen.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |