Messflug über Speyer: Wo sich die Stadt besonders stark aufheizt
- Wer morgens oder am Nachmittag ein Flugzeug über Speyer hört, könnte einen Messflug zur Wärmebild-Kartierung der Stadt erleben.
- Foto: Aerowest
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Speyer. Am Mittwoch, 29. Juli, sollen über Speyer früh am Morgen und am Nachmittag spezielle Messflüge stattfinden. Die Stadt will aus der Luft sichtbar machen, welche Straßen, Plätze und Dächer sich im Sommer besonders stark aufheizen und wo die Wärme nachts nur langsam abkühlt.
Geplant sind zwei jeweils rund zweistündige Thermografieflüge der Firma Aerowest aus Dortmund. Der erste Flug findet am frühen Morgen zwischen etwa 4 und 6 Uhr statt. Der zweite Flug ist zwischen etwa 14.30 und 16.30 Uhr vorgesehen.
So will Speyer Hitzeinseln gezielter erkennen
Die Aufnahmen sollen hitzebelastete Bereiche sichtbar machen. Die Stadt will die Daten als Grundlage für künftige Klimaanpassungsmaßnahmen nutzen und einen Klimareaktionsplan für Hitze aufbauen.
Die Befliegung gehört zum Urbanen Digitalen Zwilling Speyer. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, fördert das Klimaschutzministerium Rheinland-Pfalz das Projekt im Rahmen des Kommunalen Klimapakts als Leuchtturmprojekt. Die in Speyer entwickelten Methoden und Erkenntnisse sollen künftig auch anderen Kommunen in Rheinland-Pfalz zugutekommen.
Für die Messungen nutzt das Team laut Stadt ein Wärmebildsystem, das eine Bodenauflösung von etwa 30 Zentimetern pro Pixel erreicht. Ergänzend entstehen Farb-Luftbilder mit etwa 7,5 Zentimetern pro Pixel. Das Messflugzeug fliegt dafür in rund 1.500 Metern Höhe. Nach Angaben der Stadt verkürzt das die Flugzeit auf etwa zwei Stunden und reduziert die wahrnehmbare Fluglärmbelastung gegenüber niedrigeren und längeren Messflügen.
Die Ergebnisse integriert die Stadt in den Urbanen Digitalen Zwilling und verknüpft sie mit Gebäude-, Vegetations-, Versiegelungs-, Sensor- und Simulationsdaten. So will Speyer unter anderem untersuchen, wo Hitzeinseln entstehen und welche Wirkung Bäume, Grünflächen, Wasser, Verschattung und Entsiegelung haben.
Zum Einsatz kommt das zweimotorige Messflugzeug Vulcanair P68C mit der Kennung D-GMAP. Wer die Flüge verfolgen will, kann das über Flightradar24 oder Flightaware tun.
Der Termin hängt von einer stabilen sommerlichen Wetterlage, geringer Bewölkung und trockenen Oberflächen ab. Die Stadt kann den Flugtermin kurzfristig verschieben.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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