Vortrag in der LUFA Speyer
Landwirtschaft und Imkerei im Spannungsfeld

Bienen finden heutzutage immer weniger Blütennahrung.
  • Bienen finden heutzutage immer weniger Blütennahrung.
  • Foto: Pfalzmuseum für Naturkunde
  • hochgeladen von Amanda Kollross

Speyer. Unter dem Titel „Landwirtschaft und Imkerei – zwei Welten treffen sich“ hält Dr. Klaus Wallner von der Landesanstalt für Bienenschutz an der Universität Hohenheim am Mittwoch, 25. April, um 19 Uhr einen Vortrag im Konferenzraum der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA). Aus Sicht der blütenbesuchenden Insekten haben sich vor allem die landwirtschaftlich genutzten Flächen zu grünen Wüsten entwickelt. Hoch effiziente Bewirtschaftungsformen auf den Äckern führen bei vielen Pflanzenbeständen, wie Getreide und Mais, aber auch im Kartoffel- und Gemüseanbau zu sterilen Flächen ohne blühende Nebenkräuter. Eine schnell sinkende Zahl von Landwirten bewirtschaftet immer größer werdende Felder. Die Artenvielfalt der angebauten Kulturen sinkt, Ackerrandstreifen und Wegränder verschwinden, Böschungen und Gräben werden in Nutzflächen verwandelt. Auch die Silierung schadet der Artenvielfalt: Für Bienen uninteressante Gräser werden gefördert, nektar- und pollenliefernde Kräuter dagegen verdrängt. Die Abkehr von der Heubewirtschaftung, die der Garant für artenreiche, lang blühende Blumenwiesen war, hat damit dramatische Konsequenzen. Die riesigen zusammenhängenden Agrarflächen leisten keinen Beitrag zur Versorgung von Wild-, Solitär- und Honigbienen. Heutige Pflanzenschutzmittel ermöglichen nicht nur unkrautfreie Monokulturen, sondern auch enge Fruchtfolgen, was wiederum den Einsatz des Pflanzenschutzes benötigt. Ein Beispiel dafür ist der Raps, der aufgrund des zunehmenden Krankheits- und Schädlingsdrucks mittlerweile im Anbau immer schwieriger wird. Gerade diese Kultur ist aber eine der ganz wenigen wertvollen Pflanzen, die Bienen auch aus großen Distanzen anfliegen. Dort kommt es dann zur Konfrontation mit Pflanzenschutzmitteln und zu messbaren Wirkstoffeinträgen in die Bienenstöcke. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Imkerei. Auch ein Verbot bestimmter Pflanzenschutzmittel wird das Problem, in dem alle Blütenbesucher heute stecken, nicht lösen.

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