Fast jeder vierte Industriejob in Speyer steht auf dem Spiel
- Industriejobs in Speyer stehen im Fokus. Der Stadtrat will die Standorte von MANN+HUMMEL und TE Connectivity sichern.
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Speyer. Für viele Beschäftigte in Speyer geht es derzeit um ihre berufliche Zukunft. Nachdem bei MANN+HUMMEL und TE Connectivity insgesamt rund 1.230 Industriearbeitsplätze betroffen sind, hat der Stadtrat einstimmig eine Resolution verabschiedet. Die Botschaft: Die Stadt will um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen und fordert Unterstützung von Bund und Land.
Mit den angekündigten Veränderungen in beiden Unternehmen steht in Speyer jeder vierte Arbeitsplatz im verarbeitenden Gewerbe auf dem Spiel. Der Stadtrat stellt sich in der Resolution geschlossen an die Seite der Beschäftigten und richtet Forderungen an die Unternehmensleitungen sowie an die Landesregierung Rheinland-Pfalz und die Bundesregierung.
Forderungen an Unternehmen und Appell an Bund und Land
Der Stadtrat fordert die Unternehmensleitungen von MANN+HUMMEL und TE Connectivity auf, Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen ergebnisoffen und auf Augenhöhe zu führen. Außerdem sollen die Firmen mögliche Optionen zu den angekündigten Standortentscheidungen ernsthaft prüfen und ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten und dem Standort Speyer gerecht werden.
Gleichzeitig appelliert die Resolution an die Landesregierung Rheinland-Pfalz und die Bundesregierung, die Bemühungen um den Erhalt industrieller Wertschöpfung und guter Arbeitsplätze aktiv zu unterstützen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, betont die Resolution auch, dass langfristige Industriepolitik sich vor Ort entscheidet, in Städten wie Speyer.
Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler hatte bereits im Mai Bundeskanzler Friedrich Merz nach Speyer eingeladen. Bei einem Austausch mit Beschäftigten, Betriebsräten, Gewerkschaften, Unternehmensvertretungen und kommunal Verantwortlichen soll es um die Auswirkungen des Strukturwandels in der Automobilzulieferindustrie und um Erwartungen an die Bundespolitik gehen.
Inzwischen hat das Bundeskanzleramt geantwortet. Der wirtschafts- und finanzpolitische Berater des Bundeskanzlers, Dr. Levin Holle, verweist auf strukturelle Herausforderungen der Automobilindustrie sowie auf Maßnahmen der Bundesregierung zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Einen persönlichen Austausch des Bundeskanzlers in Speyer stellte er nicht in Aussicht.
Die Stadt Speyer hat ihre Einladung an Merz daraufhin nach eigenen Angaben nochmals bekräftigt. Außerdem unterstützt die Stadt das Engagement von Beschäftigtenvertretungen und Gewerkschaften, die für Samstag, 29. August, eine Aktion zum Industriestandort Speyer angekündigt haben.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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