Erstmals im Bistum Speyer: Ehrenamtliche übernehmen künftig Begräbnisfeiern
- Jens Naumann bei einer fiktiven Urnen-Beisetzung
- Foto: Hubert Mathes/gratis
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Speyer. „Ein bisschen Aufregung ist schon da. Aber ich habe mir alles aufgeschrieben und bin gut vorbereitet“, sagt Andreas Massion und deutet auf ein schwarzes Ringbuch. „Ich weiß, dass ich es kann. Die Anspannung ist aber wie in jeder Prüfung.“ Massion steht kurz vor seiner „Mustertrauerfeier“.
Um 15.30 Uhr ist es soweit – in der Nardinikapelle des Speyerer Priester- und Pastoralseminars St. German beginnt der Gottesdienst mit der „Beisetzung“ der Urne von Hildegard B. Unwissende, die einfach so in die Kapelle kommen, würden nicht merken, dass es sich um eine Art „Trockenübung“ handelt: Die Urne enthält keine Asche. Und die dunkel gekleideten „Trauergäste“ sind Kursgenossen von Andreas Massion, die ihrem Kollegen bei seiner Abschlussübung beistehen. Alle von ihnen mussten diese Übung absolvieren.
Die insgesamt 20 Frauen und Männer aus Pfalz und Saarpfalz haben sich seit November 2024 zu Leiterinnen und Leitern von Begräbnisfeiern ausbilden lassen. Ein Novum im Bistum Speyer: In ihren jeweiligen Pfarreien unterstützen die Freiwilligen künftig die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Trauerpastoral.
„In einigen anderen Diözesen gibt es diesen ehrenamtlichen Dienst schon“, weiß Liturgiereferent Clemens Schirmer, der zusammen mit Maria-Christin Mayer (Referentin für Hospiz- und Trauerseelsorge) den Kurs leitete. „Das Besondere bei uns ist der Umfang der Ausbildung über ein Jahr hinweg.“
Ganz intensiv wurden die Ehrenamtlichen auf ihren Dienst vorbereitet: Mehrere Wochenenden, zahlreiche Online-Seminare, die Begleitung eines Seelsorgers zu Trauergesprächen und eine Intensivwoche auf Maria Rosenberg liegen hinter ihnen. „Diese war schon sehr anstrengend, aber auch hilfreich, sich eine ganze Woche intensiv mit unserem Thema auseinanderzusetzen“, erzählt Renate Marburger aus der Pfarrei Dudenhofen.
Die Ausbildung vermittelte theologische und biblische Inhalte. Dazu kamen Kenntnisse in Gesprächsführung und Kommunikation, rechtliche Fragen und natürlich Informationen und Übungen zur Liturgie der Begräbnisfeier. Nach dem Kursjahr sind die Ehrenamtlichen inzwischen echte „Bestattungs-Profis“.
Mit dem Abschluss der Ausbildung erhielten die Frauen und Männer jetzt ein Zertifikat. Die jeweiligen Pfarreien werden beim Speyerer Bischof nun die Beauftragung der Frauen und Männer beantragen und mit einer Aussendungsfeier die Ehrenamtlichen auch vor Ort bekannt machen.
Im Herbst 2026 soll der nächste Ausbildungskurs starten. Interessierte können sich bei den Seelsorgerinnen und Seelsorgern vor Ort oder beim Fachbereich Liturgie (Clemens Schirmer, liturgie@bistum-speyer.de, Telefon 06232/102-467) melden. Am 12. März 2026 (online) und 18. März 2026 (Speyer) wird ein Informationsabend zur Ausbildung ehrenamtlicher Begräbnisleiterinnen und -leiter angeboten.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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