Droht ein Mückensommer? Bekämpfung von Stechmücken startet früher
- Ab 1980 testete die Kabs den Wirkstoff "Bacillus thuringiensis israelensis" (Bti) im Feld, ab 1983 wurde er zum Standard. (Archivbild)
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Speyer. Am Oberrhein beginnt die Bekämpfung von Stechmücken in diesem Jahr früher als gewohnt. Für Anwohner bedeutet das: Schon ab Anfang März kontrollieren Fachkräfte Brutstätten, um eine starke Plage im Frühjahr zu verhindern. Ursache ist ein ungewöhnlich milder und regenreicher Februar, der die Entwicklung der Larven beschleunigt hat.
Früher Saisonstart als Reaktion auf milden Februar
Im Fokus stehen vor allem Sumpfwaldstechmücken. Deren Larven haben in wassergefüllten Gräben und Frühjahrstümpeln überwintert. «Der Februar war im Südwesten ungewöhnlich mild und regenreich, was die Entwicklung der Larven deutlich beschleunigt hat. Daher beginnen wir bereits Anfang März mit gezielten Überflutungs- und Larvenschöpfkontrollen, um die Brutstätten auszumachen», sagte eine Sprecherin der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (Kabs) in Speyer.
Kontrolliert wird, wo Wasser steht und in welchen Bereichen sich viele Larven befinden. «Nur, wenn in Ortsnähe ein hoher Larvenbesatz ermittelt wird, erfolgt ein Einsatz.» Damit richtet sich die frühe Bekämpfung direkt an den Belastungen für Menschen in Wohngebieten aus.
Biologischer Wirkstoff soll frühe Mückenplage verhindern
Kommt es zu Einsätzen, nutzt die Kabs den biologischen Wirkstoff Bti, der gezielt Stechmückenlarven abtötet. «Exakte Vorhersagen zum Startzeitpunkt sind schwierig, da die kühlen Nächte die warmen Tagestemperaturen weitgehend ausgleichen und das Wachstum der Larven verzögern», sagte die Sprecherin. Die milden Tage begünstigen dennoch einen frühen Beginn der Maßnahmen.
Wärme steuert den richtigen Einsatzzeitpunkt
Expertinnen und Experten beobachten die Entwicklung in den sumpfigen Bruchwäldern engmaschig. «Die Arten der Sumpfwaldstechmücken befinden sich gerade in sehr unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Hier müssen wir den richtigen Zeitpunkt für die Bti-Behandlung abpassen.» Entscheidend ist, dass die Larven den Wirkstoff aufnehmen. Dafür braucht es ausreichend warme Tagestemperaturen, die ihre Nahrungsaufnahme anregen.
50 Jahre Stechmückenbekämpfung in der Region
Die Kabs ist ein gemeinnütziger Zusammenschluss von Kommunen aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen. Die Bekämpfung erfolgt am Boden in schwer zugänglichen Wäldern und aus der Luft. Vom Helikopter aus wird der Wirkstoff über größeren Brutflächen verteilt. Am Mittwoch, 11. März, begeht der Verein den 50. Jahrestag seiner Gründung.
«Unser rechtzeitiges Handeln soll den Menschen in der Region einen möglichst störungsfreien Frühling ermöglichen», sagte die Sprecherin. «Die genaue Entwicklung der Saison bleibt jedoch wetterabhängig.» dpa
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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