Saliergesellschaft Speyer e.V.
Brulez le Palatinat – Verbrennt die Pfalz!
- Foto: Saliergesellschaft
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Am 17. September 2026 hielt auf Einladung der Saliergesellschaft e. V. Speyer Herr Professor Dr. Erich Pelzer im Historischen Ratssaal, Rathaus Speyer seinen Vortrag zum Thema ,,Die Kurpfalz im Fokus der Außenpolitik Ludwig XlV“ – „Brulez le Palatinat – Verbrennt die Pfalz!“
Prof. Pelzer hatte von 2001 bis 2016 den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Universität Mannheim inne und gilt als ausgewiesener Experte für die Forschung zu den (historischen) deutsch-französischen Beziehungen.
Nach Begrüßung und Einführung durch den Vorsitzenden der Saliergesellschaft Speyer e. V., Alfred Schießler, stellte das Salier-Mitglied Maximilian Krüger, selbst studierter Historiker, „seinen“ früheren Professor Pelzer vor und erläuterte dessen Forschungsgebiet.
Darauf folgte der überaus interessante und fesselnde Vortrag von Prof. Pelzer. Zur Sprache kam unter anderem das "wie" und das "warum" der Verwüstung der Pfalz durch französische Truppen unter Marschall Turenne im Jahre 1674 sowie der anschließenden systematischen Zerstörung und Entvölkerung der Kurpfalz im sogenannten „Pfälzischen Erbfolgekrieg“, welchen Herr Prof. Pelzer, folgend einer britisch geprägten Bezeichnung, lieber „9-jährigen Krieg“ nennt, weil Ludwig XIV. nicht die Erbfolge in der Pfalz als solche in Frage stellte, sondern weil es um bestimmte Rechte und sog. Allode (Besitztümer) ging - bis hin zur Totalzerstörung der Kurpfalz im Jahre 1689. Am 31. Mai 1689 ging dabei auch Speyer mitsamt dem Dom in Flammen auf. Der sog. „Pfälzische Erbfolgekrieg“ wurde erst durch den Frieden von Rijswijk im Jahre 1697 beendet.
Prof. Pelzer beleuchtete die aus den Ereignissen resultierenden Probleme für die deutsch-französischen Beziehungen. Die schlimmen Zerstörungen durch die Franzosen hatten sich in das kollektive deutsche Gedächtnis eingebrannt und nährte lange Zeit antifranzösische Gefühle in Deutschland. Jedoch kam es, so Prof. Pelzer, in den deutsch-französischen Beziehungen zu einer guten Aufarbeitung, so dass mittlerweile gesagt werden kann, dass der Konflikt beigelegt ist, anders als bei anderen historisch bedingten bilateralen Beziehungsproblemen wie etwa mit Polen, wo es im Untergrund noch immer schwelt.
Prof. Pelzer zeigte auf, dass es durchaus aktuelle Parallelen zu den historischen Kriegsereignissen im ausgehenden 17. Jahrhundert gibt, etwa in der Tatsache, dass sich gegen kriegerische Usurpatoren und Diktatoren schnell internationaler Widerstand formiert, damals in Form der Großen Allianz, bestehend aus dem Heiligen Römischen Reich, Spanien, England und später weiteren Staaten, gegen Louis XIV, heute mit dem europäischen Schulterschluss gegen Vladimir Putins Versuch, die Ukraine zu erobern. Auch lassen sich Parallelen in der Art des Vorgehens erkennen – in beiden Kriegen wurde respektive wird die Zivilgesellschaft angegriffen, zermürbt und durch Zerstörung der Infrastruktur letztlich aus ihrer Heimat vertrieben. Zurück bleibt verbrannte Erde, die höchstens noch als Pufferzone zwischen rivalisierenden Machtblöcken dienen kann.
Die große Expertise von Prof. Pelzer war den ganzen Vortrag über stets zu spüren. Auch seine ausgezeichneten Antworten auf Fragen aus dem Publikum nach Ende des Vortrags ließ sein immenses historisches Wissen erkennen. Ein langanhaltender Beifall belegte, dass der Vortrag von Prof. Pelzer bei den Zuhörern Gefallen gefunden hatte.
Der Vortrag war sehr gut besucht, im Ratssaal samt Erweiterung gab es nur noch ein paar wenige freie Plätze (siehe Foto).
Auch der Einladung der Saliergesellschaft, bei einem Glas Wein oder Wasser und einer Brezel noch einen Moment zu bleiben und interessante Gespräche zu führen, folgten viele der Anwesenden (siehe Foto).
Die Veranstaltung war somit wieder ein voller Erfolg und absolut der Mühe wert, die sich die Mitglieder der Saliergesellschaft mit Vorbereitung Aufbau, Bewirtung und Abbau gemacht haben. Besonders zu danken ist Maximilian Krüger, der „seinen“ Professor im Rahmen der Veranstaltung betreute, sowie an die „Salier und Salierinnen“, die in angenehmster Weise für die Bewirtung der Gäste nach dem Vortrag sorgten.
Die Saliergesellschaft e.V., Speyer, hat sich zum Zweck gesetzt, die Geschichte der Salierzeit zu erforschen, sie in der Öffentlichkeit darzustellen und das Interesse an der Geschichte der Salier in der Öffentlichkeit zu wecken. Mehr zur Saliergesellschaft e.V., Speyer: https://saliergesellschaft.com/
Wenn Sie sich für Geschichte, speziell für die Geschichte des salischen Hauses und für unsere Arbeit interessieren, dann kommen Sie doch einfach zu unserem Monatstreffen. Am zweiten Dienstag jedes Monats (außer im Januar) treffen wir uns um 18:30 Uhr in der Hausbrauerei Domhof, Speyer.
Auch sind Sie herzlich eingeladen, unsere Veranstaltungen zu besuchen. Siehe dazu: https://saliergesellschaft.com/events/
Autor:Stefan Schnorr aus Speyer |
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