Angler als Müllentsorger
Acht Kubikmeter Unrat gesammelt
Dass Angler Naturfreunde sind, müssten eigentlich auch jene Zeitgenossen einräumen, die der Angelei gegenüber kritisch eingestellt sind. Denn die vielen Umweltaktionen der organisierten Petri-Jünger sprechen eine deutliche Sprache. Dazu gehören nicht nur Hegemaßnahmen in Gewässern, die übrigens auch Fischarten zu Gute kommen, die nicht zum Beuteschema der Angler gehören. Es gehört bei Anglervereinen vielmehr zur guten Tradition, in regelmäßigen Abständen Teile der Gemarkung vom Müll zu befreien, der von Mitbürgern stammt, die wenig oder überhaupt kein Umweltbewusstsein zu haben scheinen. Und dabei handelt es sich nicht etwa nur um die eigenen Angelreviere. Die Sammelgebiete erstrecken sich vielmehr weit darüber hinweg.
In Speyer organisieren ungeachtet verschiedener Verbandszugehörigkeiten seit 19 Jahren die drei Vereine Angelsport- und Fischzuchtverein, Sportfischerverein „Petri Heil“ und die Anglerfreunde vom Russenweiher alljährlich im Herbst eine derartige Umweltaktion gemeinsam. Und zwar zusätzlich zum offiziellen Dreck-weg-Tag der Stadt Speyer im Frühjahr, an der sich die Angelvereine ebenfalls beteiligen. Dies ist leider immer noch notwendig. Das Sammelergebnis spricht stets für sich.
Es waren hauptsächlich, haufenweise weggeworfene Papiertaschentücher, Zigarettenschachteln viele Fastfood-Verpackungen jede Menge Flaschen und ganze Grillausrüstungen. Traurige Wahrheit ist aber ebenfalls, dass etliche Mitbürger offensichtlich Deponiekosten oder Entsorgungsgebühren sparen wollen und ihren überflüssigen Hausrat ungerührt in Waldstücken oder Gebüschstreifen kippen. Beim jüngsten gemeinsamen Sammeltermin am 17. Oktober hatten sich trotz schlechtem Wetter 64 Angler eingefunden. Das zu säubernde Gebiet erstreckte sich von der Rheinhäuser Fähre am Berghäuser Altrhein Rhein Km 394 bis hin zum Angelhof Rhein Km 405, das gesamte Binsfeld, den Wammsee und den Speyerbach von der Altstadt bis zur Mündung. Es war wieder einiges zusammen gekommen, knapp 8 Kubikmeter Unrat. Die aufgesammelten Schnaps- Bier und Weinflaschen hätten im Urzustand locker für den Kameradschaftsabend einer kompletten Feuerwache gereicht. Die Angler wurden auch wieder in diesem Jahr durch die Stadtverwaltung und die Flugplatz-Betreibergesellschaft FSL unterstützt. Dazu kamen drei Leute vom Ortsverein des Technischen Hilfswerkes, die schon seit Jahren für einen reibungslosen Abtransport des Sammelgutes sorgten.
Sammeln macht hungrig. Für die Zubereitung eines schmackhaften Mittagessen war diesmal die Küchenmannschaft von Petri Heil dran. Im schmucken Vereinsheim im Hasenpfuhl langten die Helfer tüchtig zu. Und es wurde viel erzählt. Von Müll, aber auch Anglerlatein...
Autor:Michael Grohmann aus Speyer |
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