Neues Modellprojekt verpflichtet junge Arbeitslose zu gemeinnütziger Arbeit
- Im Rahmen eines neuen Modellprojekts will das Jobcenter junge arbeitslose Menschen, die arbeiten könnten und sich permanent den Angeboten des Jobcenters verweigern, zu gemeinnütziger Arbeit verpflichten.
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Pirmasens. Im Rahmen eines neuen Modellprojekts will das Jobcenter junge arbeitslose Menschen, die arbeiten könnten und sich permanent den Angeboten des Jobcenters verweigern, zu gemeinnütziger Arbeit verpflichten.
"Ein Teil der arbeitslosen jungen Menschen zeigt fehlende oder mangelhafte Mitwirkung, wenn es um Maßnahmen geht, die zur Integration in den Arbeitsmarkt dienen sollen", so Oberbürgermeister Markus Zwick.
"Aktuell sind es rund 270 junge Menschen in Pirmasens, die zwischen 17 und 25 Jahre alt sind und arbeitslos gemeldet sind", berichtet Martina Sarter, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens. "100 von ihnen sind im ALG I-Bezug und rund 170 beziehen Grundsicherung. Von diesen 170 jungen Leuten sind es aktuell 60 bis 70, die sich permanent den Angeboten des Jobcenters verweigern."
Jobcenter bietet breit gefächertes Unterstützungsangebot
Am Übergang von Schule zu Beruf bietet das Jobcenter jungen Menschen, die Grundsicherung beziehen, ein breit gefächertes Unterstützungsangebot. Doch ein kleiner Teil dieser Leute zeigt eine fehlende Mitwirkungsbereitschaft im Beratungs- und Integrationsprozess. Hier setzt das neue Modellprojekt "Arbeit.Pflichten.Perspektiven" an. Junge Leistungsbeziehende U25 mit verfestigter Verweigerungshaltung, bei denen vorrangige Unterstützungsangebote gescheitert sind, werden zur gemeinnützigen Arbeit verpflichtet. Diese wird durch ein individuelles Coaching begleitet.
In den Tagesrhythmus zurückfinden
"Über die verpflichtenden Tätigkeiten sollen die jungen Leute wieder in den Tagesrhythmus zurückfinden und soziale Kompetenzen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit erwerben", erklärt Peter Schwarz, Geschäftsführer des Jobcenters in Pirmasens. "Grundlage für das Modellprojekt ist ein neuer Rechtsrahmen, der zum 1. Juli in Kraft tritt und uns ermöglicht, hier etwas verbindlicher vorzugehen." Ziel sei es, dass die jungen Menschen danach entweder ihren Schulabschluss nachholen, Arbeit aufnehmen oder eine Ausbildung beginnen. Als Ultima ratio drohe im Verweigerungsfall die Leistungsminderung.
Die Beschäftigungsdauer erstreckt sich in der Regel auf sechs Monate oder länger. Tätigkeitsfelder sind beispielsweise Landschaftspflege, Forst, Hauswirtschaft oder Möbelaufbereitung. Die Beschäftigung erfolgt über die Kirchbergwerkstatt, das begleitende Coaching über Sozialarbeiter der Jugendberufsagentur plus. Die Arbeitszeit umfasst 20 Stunden in der Woche.
"Wir können es nicht tolerieren, dass junge Menschen, die arbeiten könnten, dauerhaft staatliche Leistungen beziehen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen", betont Peter Schwarz und verweist dabei auf die Verantwortung gegenüber Steuerzahlern und Kommunen.
Das Gesamtprojekt ist zunächst auf zwölf Monate befristet. Nach einer Evaluation zum 30. Juni 2027 wird über eine Fortsetzung entschieden.
Gute Erfahrungen mit dem "Pirmasenser Weg"
Wie Oberbürgermeister Markus Zwick berichtet, habe man mit einem ähnlichen Modellprojekt bereits gute Erfahrungen gemacht."Mit unserem 'Pirmasenser Weg' nehmen wir Asylsuchende in die Pflicht. Wir verpflichten sie zur aktiven Mitwirkung. Zum Besuch eines Orientierungskurses. Zur Aufnahme gemeinnütziger Arbeit, zum Beispiel in unseren Parks und Grünflächen. Und letztlich auch zu 'echter' Arbeit. Hier war Pirmasens Vorreiter für andere Städte." Das Modellprojekt sei ein großer Erfolg und zeige, dass die allermeisten der Flüchtlinge mitwirken, arbeiten und sich integrieren wollen. Das Land Rheinland-Pfalz hat den "Pirmasenser Weg" kürzlich mit dem rheinland-pfälzischen Integrationspreis ausgezeichnet. red/fsc
Autor:Frank Schäfer aus Pirmasens |
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