Kriminalstatistik 2023
Hohe Aufklärungsquote und Rückgang der Straftaten

Im landesweiten Vergleich besticht die Polizeidirektion Pirmasens mit einer überdurchschnittlichen Aufklärungsquote und einem Rückgang der Straftaten   | Foto: Frank Schäfer
  • Im landesweiten Vergleich besticht die Polizeidirektion Pirmasens mit einer überdurchschnittlichen Aufklärungsquote und einem Rückgang der Straftaten
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Pirmasens. Die Kriminalitätsentwicklung im Bereich der Polizeidirektion Pirmasens kann, wie auch schon in den Jahren zuvor, als positiv bewertet werden. Im landesweiten Vergleich besticht die Polizeidirektion Pirmasens mit einer überdurchschnittlichen Aufklärungsquote und einem Rückgang der Straftaten. Im vergangenen Jahr wurden 8.830 Straftaten und damit vier Prozent weniger als im Vorjahr (9.212 Fälle) registriert.
Der Höchstwert in der Zehn-Jahresstatistik lag im Jahr 2014 bei 9.666 Straftaten. Zum Vergleich: Im Polizeipräsidium Westpfalz stiegen die Fallzahlen um 4,4 Prozent, in ganz Rheinland-Pfalz um 5,9 Prozent.
Mit einer Aufklärungsquote von 72,7 Prozent nimmt die Polizeidirektion Pirmasens einen absoluten Spitzenplatz in Rheinland-Pfalz ein. Der hervorragende Wert des Vorjahres (74,6 Prozent) konnte annähernd gehalten werden. Zum Vergleich: Die Aufklärungsquote des Polizeipräsidiums Westpfalz liegt bei schon sehr guten 69,8 Prozent, die des gesamten Landes Rheinland-Pfalz, unverändert zum Jahr 2022, bei 64,5 Prozent.
2023 musste die Kriminalpolizei in zwölf Fällen wegen eines Tötungsdeliktes die Ermittlungen aufnehmen. Sieben Fälle (vier Fälle versuchter Totschlag, zwei Fälle Abbruch einer Schwangerschaft und ein Verdacht der fahrlässigen Tötung) ereigneten sich in Pirmasens und Umgebung. Drei Fälle (ein Verdacht des Totschlages und zwei Fälle des versuchten Totschlages) entfielen auf Zweibrücken. Ein Verdacht der fahrlässigen Tötung ereignete sich jeweils im Dienstbezirk der PI Dahn und der PI Waldfischbach.
Die Zahl der Sexualstraftaten verringerte sich um zwölf Fälle im Vergleich zum Vorjahr auf 235 Fälle. Die „Verbreitung pornografischer Schriften“ macht mit 133 Fällen gut die Hälfte der Sexualstraftaten aus.
Mit 144 Fällen liegen die Körperverletzungsdelikte auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen auf Vorjahresniveau. Insgesamt wurden 1.089 Körperverletzungen begangen. Nach den 1.030 Fällen im Vorjahr bedeutet das ein Steigerung um 5,7 Prozent.
2023 wurden 116 Wohnungseinbrüche verzeichnet. Dies waren 16 mehr als im Vorjahr. 2022 konnte mit 100 Wohnungseinbrüchen jedoch der niedrigste Wert in der Zehnjahresbetrachtung verbucht werden. Im Vergleich zu 2015, dem Jahr mit dem Höchststand an Wohnungseinbrüchen im Direktionsbereich (288), beträgt der Fallzahlenrückgang 60 Prozent. Das Zehnjahresmittel liegt bei 168 Wohnungseinbrüchen.
Mit 1.472 Fällen des einfachen Diebstahls steigen die Fallzahlen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 66 Fälle (+4,7 Prozent). Der Anstieg im Jahr 2022 (+22 Prozent) setzte sich deutlich abgeschwächt fort. Der Mittelwert der letzten zehn Jahre liegt bei 1.571 Diebstählen. Im Jahr 2014 wurden noch 2024 Fälle registriert. Fast die Hälfte aller Diebstähle (48,1 Prozent) konnte aufgeklärt werden. Bei den schweren Diebstählen lag die Fallzahl bei 589 und damit unter Vorjahresniveau (605).
Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten ist ein Rückgang von 1.350 Fällen in 2022 auf 1.294 Fälle in 2023 festzustellen. Der langjährige Mittelwert liegt bei 1.402 Fällen. Bei 1.027 aufgeklärten Straftaten wurden 858 Tatverdächtige ermittelt. Die Aufklärungsquote liegt mit 79,4 Prozent auf unverändert hohem Niveau. Eine besondere Rolle spielt bei diesen Straftaten mit 378 Fällen (Vorjahr:484) das Internet.
„Call-Center-Betrug“ (CCB) ist nach wie vor eine beliebte Betrugsmasche. Hat die Kriminalpolizei 2020 noch 93 solcher Betrugsdelikte bearbeitet, waren es 2021 schon 193, 2022 wurden 199 Fälle erfasst. 2023 wurden nur noch 61 Fälle aktenkundig, wobei die tatsächliche Anzahl der Betrugsversuche weiterhin hoch sein dürfte.
2023 wurden insgesamt 1.137 Rauschgiftdelikte registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 190 Fälle weniger. Fast alle Fälle konnten aufgeklärt werden (96,7 Prozent). Drei Rauschgifttote waren im vergangenen Jahr zu beklagen, nachdem 2022 vier und 2021 zehn Menschen den Drogentod starben.
Der Anteil Nichtdeutscher an der Gesamtbevölkerung lag 2023 im Bereich der Polizeidirektion Pirmasens bei 10,2 Prozent. Seit 2020 steigt der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger relativ konstant von 17 Prozent auf nunmehr 22,8 Prozent an. Bei den Zuwanderern, die sich aus Asylbegehrenden, Geduldeten, Schutzsuchenden nach Flüchtlingskonvention und Menschen, die sich illegal im Land aufhalten, zusammensetzen, beträgt der Bevölkerungsanteil PD-weit 3,3 Prozent. Auch hier ist ein stetiger Anstieg beim Anteil der Tatverdächtigen seit 2020 zu verzeichnen. 2022 lag er noch bei 7,2 Prozent und 2023 bei 9,6 Prozent.
Im vergangenen Jahr wurden 485 Fälle von häuslicher Gewalt erfasst. Auch wenn im Hellfeld der Statistik überwiegend Männer Gewalt gegen ihre Partnerin ausüben, stieg der Anteil der tatverdächtigen Frauen in den vergangenen Jahren stetig an.
2023 kam es im Bereich der PD Pirmasens in 117 (Vorjahr: 108) Fällen zu Übergriffen auf Polizeibeamte. In 110 Fällen (Vorjahr:80) kam es zu „echten“ Widerstandsdelikten oder gar zu aktiven tätlichen Angriffen, bei denen insgesamt 29 (Vorjahr: 27) Polizisten verletzt wurden.
Der Leiter der Polizeidirektion Pirmasens, Polizeidirektor Stefan Bauer, bedankt sich in diesem Zusammenhang nicht nur bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die trotz der gestiegenen Herausforderungen geleistete engagierte Arbeit, sondern auch bei der Bevölkerung für die stetige Unterstützung bei der Aufklärung von Straftaten und für das weiterhin ungebrochene Vertrauen in die Polizei.pdps

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Autor:

Frank Schäfer aus Pirmasens

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