Kurz angemerkt
Frieden mit Verfallsdatum

Die Ostermärsche sind vorbei, die Friedensrufe verklungen. Kaum beendet, sind die traditionellen Demonstrationen gegen Waffengewalt schon wieder Vergangenheit. Von Nachhaltigkeit keine Spur. Lediglich der eine oder andere Bürger wurde kurz aus seiner Gedankenlosigkeit gerissen, doch das war’s auch schon. Dabei dürsten Menschen überall auf der Welt nach Frieden, nach Sicherheit für Leib und Leben. Wie viele Kinder kamen bereits um in den sinnlosen Kriegen, die immer brutaler geführt werden. Niemand kennt die genauen Zahlen der Opfer dieser Machtdemonstrationen.
Die Fernsehsender verbreiten Bilder, die für den Moment aufwühlen und dem TV-Konsumenten schwer im Magen liegen. Doch dieser Augenblick geht vorbei und neue Meldungen erobern die Bildschirme und Displays.
Unsere Zeit ist kurzlebig. Was uns jetzt bewegt, ist wenige Minuten später vergessen. So wie die Ostermärsche, deren Botschaft uns für einige Tage beschäftigte, um mit Ende der Veranstaltungen im dunklen Loch der Vergessenheit zu verschwinden.
Wie haben wir an Weihnachten voller Inbrunst die Worte des Engels mitgesprochen: „Frieden auf Erden und allen Menschen ein Wohlgefallen“. Doch mit dem Wegräumen der Krippe samt dem Jesuskind ist auch dieser fromme Wunsch im Schrank verstaut worden. Beschämt müssen wir feststellen, dass der Frieden offenbar mit einem „Verfallsdatum“ versehen ist. Dabei war er noch nie so unverzichtbar, wie in der heutigen Zeit, wo selbst eine Waffenruhe in heftig umkämpften Gebieten ein Ding der Unmöglichkeit und die Kriegsgefahr dank Überreaktionen regierender Männer allgegenwärtig ist. (Andrea Kling)

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