Den Geldbeutel und die Umwelt schonen

Kerstin Trappmann ist auch in Schulen und Kindergärten unterwegs, um  wichtige Bildungsarbeit zu leisten
 | Foto: Martin Seebald
  • Kerstin Trappmann ist auch in Schulen und Kindergärten unterwegs, um wichtige Bildungsarbeit zu leisten
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Pirmasens. Am besten sind die Abfälle, die gar nicht entstehen. Wenn aber etwas partout nicht mehr benötigt und als Abfall entsorgt wird, ist dieser als kostbare Ressource zu behandeln. Um ihn aber aufbereiten und wiederverwenden zu können, muss alles wertstoffrein gesammelt werden. Wie das im Detail wann und wo geht, erklärt Kerstin Trappmann. Die städtische Abfallberaterin gibt nicht nur Entsorgungshinweise und informiert zum Thema Mülltrennung. Sie ist darüber hinaus auch unterwegs, um in Schulen und Kindergärten wichtige Bildungsarbeit zu leisten.

Frau Trappmann, wie kommt es überhaupt dazu, dass die Stadtverwaltung für ihre Bürger eine Abfallberatung eingerichtet hat?
Zunächst einmal schreibt das der Bund in seinem Kreislaufwirtschaftsgesetz vor: Die Kommunen sind nicht nur für die Abfallentsorgung zuständig, sondern müssen auch beraten. Aber natürlich haben wir als Stadtgemeinschaft auch ein großes Interesse daran, dass der Abfall ordentlich gesammelt, getrennt und in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt wird. Nur sauber nach Wertstoffen getrennt nämlich kann man die Abfälle recyceln, also zur Wiederverwertung aufbereiten, statt sie zu verbrennen oder zu deponieren. Dafür gibt es die verschiedenfarbigen Tonnen und Container: graue für Restmüll, braune für Bio-Abfälle und blaue für Papier – außerdem die gelben Säcke oder Tonnen für Verpackungen, die nicht aus Pappe oder Glas bestehen. Fehlwürfe sind nun mal teuer und belasten die Umwelt. Weil das Trennen aber nicht immer so einfach ist, stehen wir in der Abfallberatung gern mit Rat und Tat zur Seite.
Und wie erfolgt die Beratung?
Wir verteilen jedes Jahr unseren 36-seitigen Abfallkalender an alle Haushalte. Der enthält alle Abfuhrtermine und Öffnungszeiten von Annahmestellen wie dem Wertstoffhof und dem Schadstoffmobil sowie jedes Jahr neue Tipps rund um die richtige Abfallentsorgung. Zudem legen wir Info-Flyer und Trennhilfen im öffentlichen Bereich aus, die wir jedem Bürger auf Anfrage auch gerne zur Verfügung stellen. Sehr wichtig ist es uns, regelmäßig in Kitas und Schulen kleine Workshops abzuhalten, aber auch auf dem Exe und in Einkaufsmärkten sind wir immer wieder mit Infoständen unterwegs. Darüber hinaus beraten wir ganz individuell telefonisch und per E-Mail.
Was fragen die Anrufer denn so alles?
Es ist reichlich Irrglauben verbreitet. Manchmal ist man sich etwa in der Familie oder Nachbarschaft nicht einig, ob Bananen- und Orangenschalen zum Biomüll gehören (Antwort: ja) oder was mit dem Styropor aus den Versandkartons geschehen soll (Antwort: gelber Sack). Oft kommen auch Fragen auf, wenn im Rahmen eines Umzugs oder einer Haushaltsauflösung viele verschiedene Gegenstände entsorgt werden müssen. Dann gehen wir gemeinsam mit den Anrufern die fraglichen Gegenstände durch und klären, was wo entsorgt oder vielleicht auch noch als Second-Hand-Objekt eine zweite Chance erhalten kann. Auf alle Fälle freuen wir uns über jede Anfrage, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht banal klingen mag. Denn wo immer wir den richtigen Weg weisen können, wirkt sich das letztlich positiv auf das Ergebnis aus.
Wo gibt es denn die meisten Probleme mit Fehlwürfen?
Die Bio-Tonne bereitet uns die meisten Sorgen – erst recht nachdem am 1. Mai 2025 die neue Bioabfallverordnung in Kraft getreten ist und Fehlwürfe teurer geworden sind. Schon vergleichsweise geringe Mengen an Störstoffen wie Kunststoffe, Windeln, Katzenstreu oder Zigarettenkippen machen eine komplette Charge für die Kompostierung unbrauchbar. Derart verunreinigter Biomüll muss dann als Restmüll deklariert und teuer verbrannt statt recycelt werden. Es bleibt zwar immerhin noch die thermische Verwertung als Nutzen erhalten, aber Restmüll ist nun mal generell der teuerste Abfall, weil nichts daraus neu entstehen kann, und wichtige Ressourcen in Form hochwertigen Komposts gehen dem Kreislauf verloren.
Vielen Dank für den Einblick in Ihre Arbeit, Frau Trappmann. red

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Autor:

Frank Schäfer aus Pirmasens

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