Schmieden wie früher: Offene Werkstatt in der Wappenschmiede Elmstein
- Wappenschmiede, Sägemühle und ehemalige Mahlmühle unterhalb der stauferzeitlichen Burgruine Elmstein.
- Foto: Benno Münch
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Elmstein. Der Förderverein der historischen Wappenschmiede Elmstein lädt am Sonntag, 2. August 2026, zur „Offenen Werkstatt“ ein. Zwischen 11 und 17 Uhr können Besucher das wasserbetriebene Hammerwerk sowie die historische Sägemühle besichtigen und beim Schmieden selbst aktiv werden.
Während der Veranstaltung finden regelmäßig Schmiedevorführungen statt. Außerdem erhalten die Gäste Einblicke in die Geschichte und Technik der historischen Wappenschmiede. Wer selbst einmal Hammer und Amboss ausprobieren möchte, hat die Gelegenheit, unter Anleitung Nägel zu schmieden. Der Eintritt ist frei. Spenden für den Erhalt und die weitere Sanierung des technischen Kulturdenkmals sind willkommen.
Einblicke in die historische Sägemühle
Auch das im Jahr 1890 an die Wappenschmiede angebaute Sägewerk kann besichtigt werden. Zwar ist die Anlage derzeit nicht vollständig betriebsfähig, sie lässt sich jedoch wieder so bewegen, dass das technische Funktionsprinzip nachvollzogen werden kann. Bis 1951 wurde die Sägemühle über eine Transmission vom dritten Wasserrad der Schmiede angetrieben. Ein eigenes Wasserrad besaß sie aus wasserrechtlichen Gründen nicht.
- Die Wasserseite der Wappenschmiede. Der Charakteristische Wasserabsturz - ehemals waren fünf Wasserräder in Betrieb! - besteht nunmehr seit über 230 Jahren.
- Foto: Benno Münch
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Wasserkraft als Grundlage des Schmiedebetriebs
Die Wasserversorgung spielte für den Betrieb der Wappenschmiede eine entscheidende Rolle. Zwischen den Eigentümern der gegenüberliegenden Getreidemühle und der Wappenschmiede kam es früher immer wieder zu Streitigkeiten über die Nutzung des Wassers. Während der Müller mit seinen beiden Wasserrädern häufig zu wenig Wasser zur Verfügung hatte, konnten in der oberhalb gelegenen Wappenschmiede gleichzeitig drei Wasserräder betrieben werden.
Der Wappenschmied musste häufig auch nachts Werkzeuge für die Forstarbeiter instand setzen. Feuerschein, Rauch und die Geräusche der Schmiede dürften dazu beigetragen haben, dass das vom Wasser umflossene Anwesen im Volksmund den Namen „Teufelsinsel“ erhielt.
Technisches Kulturdenkmal mit bewegter Geschichte
Viele der einst zahlreichen Wappenschmieden an der Haardt mussten ihren Betrieb in den Sommermonaten wegen geringer Wasserführung der Bäche zeitweise einstellen. Mit der zunehmenden Nutzung von Quellen zur Trinkwasserversorgung verschärfte sich die Situation Anfang des 20. Jahrhunderts zusätzlich. Gemeinsam mit der industriellen Konkurrenz führte dies vielerorts zu erheblichen Problemen. Das Elmsteiner Hammerwerk war dagegen ganzjährig ausreichend mit Wasser versorgt.
- Hammerwerk der Wappenschmiede nach der Sanierung 2015
- Foto: Foto: Benno Münch
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Wer sich für einen Schmiedekurs interessiert, kann sich direkt in der Wappenschmiede über entsprechende Angebote informieren. Die historische Wappenschmiede befindet sich in der Möllbachstraße 5–7 am westlichen Ortsausgang von Elmstein, direkt unterhalb der stauferzeitlichen Burgruine.
Autor:Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße |
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