Kunst im Grünen: Wandbild am Verteilerhäuschen im Villa-Böhm-Park
- Beim Spaziergang durch den Park fällt das neu gestaltete Verteilerhäuschen sofort ins Auge.
- Foto: Stadt/Archiv und Museum
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Neustadt. Wer durch den Park der Villa Böhm geht, sieht seit Ende März einen neuen Blickfang: Der Neustadter Künstler Gerhard Hofmann hat ein Verteilerhäuschen der Stadtwerke mit einem umlaufenden Wandbild bemalt.
Das Wandbild zeigt Flora, Marie und Ludwig Levy sowie die alte Synagoge in Straßburg und den Burckshof in Gimmeldingen. Insgesamt gestaltete Hofmann eine Fläche von 30 Quadratmetern.
Info-Tafel erklärt den Bezug zur Villa Böhm
Vor Ort informiert eine Tafel über den Lebensweg von Ludwig Levy und seiner Familie und über den Zusammenhang zur Villa Böhm. Levy zählt zu den bedeutenden Architekten der Pfalz. Er baute die Villa Böhm, die auch Villa Dacqué heißt. Nach seinen Plänen entstanden auch zahlreiche Synagogen und repräsentative Villen. In Neustadt gehört dazu der Burckshof.
Der Text der Informationstafel geht auch auf die Zeit des Nationalsozialismus ein. Levys Witwe Flora wurde Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Der NS-Gauleiter Joseph Bürckel setzte unter anderem die Deportation der jüdischen Einwohner nach Gurs durch. Bürckel richtete 1936 in der Villa Böhm sein Reichskommissariat ein.
Wie die Stadtverwaltung mitteilt, trug Hofmann das Mural mithilfe einer Schablone, auch Stencil genannt, und normaler Wandfarbe auf. Zunächst entstand ein Entwurf für die drei Wandseiten, den er am Computer simulierte. Danach druckte er die Motive im Maßstab 1:1 auf stabile Papierbahnen und schnitt mit einem Cuttermesser die dunklen Rasterpunkte und Flächen aus.
Vor dem Aufbringen der Motive grundierte das Team das Verteilerhäuschen neu. Dann befestigte Hofmann die Schablonen mit Klebeband und trug die Farbe mit Rollen und Pinseln auf. Weil die Motive groß sind, teilte er die Schablonen in kleinere Segmente und arbeitete abschnittsweise. Nach dem Antrocknen entfernte er die Schablonen.
Finanziert und beauftragt hat die Verschönerung die städtische Abteilung Archiv und Museum.
Autor:Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße |