Japanische Esskastanien-Gallwespe breitet sich am Haardtrand aus

Gallwespen setzen Esskastanien am Haardtrand stark zu | Foto: Landesforsten Wolf Hoffmann
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Haardtrand. In den Esskastanienwäldern am Haardtrand sind in diesem Frühjahr besonders viele Gallen der Japanischen Esskastanien-Gallwespe sichtbar. Die auffälligen Verdickungen an Knospen und jungen Trieben treten dort seit mehreren Jahren auf, zeigen sich aktuell jedoch vielerorts in ungewöhnlich starker Ausprägung.

„Von Bad Dürkheim bis Gleisweiler habe ich die Gallen der Gallwespe in diesem Frühjahr in ungewöhnlich großen Mengen gesehen“, erklärt Wolf Hoffmann vom Fachbereich Waldschutz der Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt. Die betroffenen Bäume würden vielerorts durch lückige und lichte Kronen auffallen, da der Blattaustrieb durch die Gallenbildung teilweise verhindert werde. Nach seiner Einschätzung handelt es sich in diesem Jahr um eine außergewöhnlich starke Ausprägung eines ansonsten regelmäßig auftretenden Phänomens in den Esskastanienwäldern entlang des Haardtrandes.

Sorge um geschwächte Esskastanien

Auch im Forstrevier Haingeraide wird die Entwicklung aufmerksam verfolgt. Revierleiter Samuel Geiger sieht zusätzliche Belastungen für die Bäume: „Die Vitalität der ohnehin durch Trockenheit belasteten Esskastanien könnte sich weiter verschlechtern.“

Die aus Asien stammende Japanische Esskastanien-Gallwespe legt ihre Eier in die Knospen der Esskastanie. Die daraus entstehenden Gallen stören das Wachstum von Blättern und Trieben. Da sich in den betroffenen Knospen auch die Blütenanlagen entwickeln, kann ein starker Befall nicht nur das Laub, sondern auch die Fruchtbildung beeinträchtigen. In betroffenen Wäldern könnten die Kastanienerträge deshalb deutlich geringer ausfallen.

Zusätzliche Gefahr durch Rindenkrebs

Zusätzliche Risiken sehen Fachleute im Zusammenspiel mit dem ebenfalls verbreiteten Esskastanien-Rindenkrebs. Bereits durch den Pilz geschwächte Bäume könnten Schäden durch die Gallwespe schlechter ausgleichen. „In schweren Fällen können Pilz und Gallwespe gemeinsam zum Absterben größerer Teile oder ganzer Bäume führen“, warnt Samuel Geiger.

Die Japanische Esskastanien-Gallwespe mit dem wissenschaftlichen Namen Dryocosmus kuriphilus wurde in Deutschland erstmals im Jahr 2013 nachgewiesen. Zuvor war sie bereits 2002 in Italien festgestellt worden. Vermutlich gelangte der Schädling über befallenes Pflanzenmaterial aus Asien nach Europa und breitet sich seitdem weiter aus.

Befall schwankt von Jahr zu Jahr

Mittlerweile wurde die Art in mehreren Bundesländern nachgewiesen, darunter Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Besonders betroffen sind Regionen mit einem hohen Anteil an Esskastanienbeständen. Am Haardtrand tritt die Kastaniengallwespe inzwischen regelmäßig auf, wobei die Stärke des Befalls von Jahr zu Jahr schwankt. Trotz des aktuell verstärkten Auftretens bleibt die Ausbreitung laut Fachleuten jedoch schwächer als in den Jahren 2018 und 2019.

Die Bekämpfung der Gallwespe gilt als schwierig, da sich die Larven innerhalb der Gallen entwickeln und dort weitgehend geschützt sind. Maßnahmen zur direkten Eindämmung im Wald sind daher kaum möglich.

Natürliche Gegenspieler und Mischwälder als Hoffnung

Als natürlicher Gegenspieler gilt eine parasitoide Erzwespe, die aus Asien eingeführt wurde. Sie legt ihre Eier in die Gallen der Japanischen Esskastanien-Gallwespe. Die Larven entwickeln sich anschließend auf Kosten der Gallwespen-Larven und töten diese ab. Langfristig könnte sich dadurch ein biologisches Gleichgewicht einstellen, das den Druck auf die Esskastanien reduziert.

Fachleute sehen zudem artenreiche Mischwälder als Möglichkeit, die Folgen des Schädlingsbefalls abzumildern. Solche Wälder könnten die Ausbreitung von Krankheiten und Insekten verringern und verhindern, dass der Ausfall einer einzelnen Baumart ganze Waldflächen stark beeinträchtigt. Reinbestände gelten dagegen als anfälliger für Krankheiten, Schäden durch bestimmte Insektenarten sowie die Folgen zunehmender Trockenheit.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Japanische Esskastanien-Gallwespe ist ein aus Asien stammender Schädling, der seine Eier in die Knospen von Esskastanien legt. Dadurch entstehen auffällige Gallen an Trieben und Knospen, die das Wachstum der Bäume beeinträchtigen.
Fachleute beobachten in diesem Frühjahr eine ungewöhnlich starke Ausprägung der Gallenbildung. Besonders entlang des Haardtrandes sind viele Esskastanien durch lichte Kronen und geschwächten Blattaustrieb auffällig geworden.
Die Gallwespe kann das Wachstum von Blättern und jungen Trieben stören. Zudem wird auch die Fruchtbildung beeinträchtigt, da sich die Blütenanlagen in denselben Knospen entwickeln. Dadurch können die Kastanienerträge deutlich sinken.
Vor allem geschwächte Esskastanien sind gefährdet. In Kombination mit Krankheiten wie dem Esskastanien-Rindenkrebs können größere Teile oder sogar ganze Bäume absterben.
Eine direkte Bekämpfung im Wald ist schwierig, da die Larven innerhalb der Gallen geschützt sind. Hoffnung setzen Fachleute auf natürliche Gegenspieler wie eine parasitoide Erzwespe sowie auf artenreiche Mischwälder, die widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten sind.

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Autor:

Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße

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