Radsport
Mit der Jugendnationalmannschaft 1970 in Israel
- Gruppenfoto
- Foto: Bernd Behnke
- hochgeladen von Rudi Birkmeyer
Das waren für mich wahrliche beachtliche Erlebnisse damals, die wohl ein Stück von meiner persönlichen Entwicklung prägten! Am 4. Mai 1970 begann ich ein neues Arbeitsverhältnis beim Daimler LKW Montagewerk in Wörth. Nur einige Tage später erhielt ich das Schreiben vom BDR mit einer Nominierung zu einem grandiosen Einsatz in Israel.
Klar war ich noch in der Probezeit. Die neue Stelle kündigen und nach Israel reisen wäre eine Alternative. Aber den guten bezahlten Job bei Daimler wollte ich eigentlich auch nicht aufgeben! Die Begrüßung der neuen Arbeitskräfte im Mai 1970 in Wörth durch den Betriebsrat übernahm Erwin Müller. Erwin war damals Straßenfachwart (Pfalz) und Vorstand vom „RV Frohsinn Herxheim e. V.“
Mit meinem Einladungsschreiben machte ich mich auf den Weg ins Betriebsrat Büro. Als Erwin das Schreiben lass sagte er: „Das ist doch absolut super - komm Bub wir gehen mal rüber zum Personalchef!“ Mit weichen Knien ging ich damals mit dem Betriebsratsmitglied zum Personalchef. Erwin kloppte kurz an der Tür vom Personalleiter – schon standen wir vor seinem Schreibtisch. Erwin begann das Gespräch mit den Worten: “Du, der Bub hat letzte Woche bei uns angefangen, er ist Radsportler und hat nun eine Einladung bekommen und darf Deutschland in der Nationalmannschaft vertreten. Anfangs Juni geht die Reise nach „Jerusalem“ los. Stell den Sportler mal für den Einsatz frei!“ Tatsächlich sagte Personalchef Wagner: „Klar das unterstützen wir gerne!“ Somit bekam ich in der Probezeit schon 10 Tage bezahlten Sonderurlaub, das war schon absoluter Wahnsinn. Und ein tolles Entgegenkommen eines großzügigen Arbeitgebers. Ich war natürlich überglücklich und honorierte den Einsatz bei den 3 Rennen mit einem ersten, zweiten und dritten Platz.
In Israel wurden wir auch vom Sportminister empfangen. Die Ansprache des Minister wurde von einem Dolmetscher übersetzt. Immer wenn der Dolmetscher nicht die richtigen deutschen Worte fand – wurde er vom Minister verbessert. Der Politiker sprach hervorragend „Deutsch“.
Das letzte Rennen fand am Samstag, 21.6.1970, um 5:30 über knappe 100km statt. Wir fuhren in dieser Zeit in Deutschland Rennen gewöhnlich zwischen 20 und 40km. Bei dem Rennen belegte wir in der Rheinfolge, Horst Gewiss, Volker Kassun, Rudi Birkmeyer und Bernhard Schröder die ersten 4 Plätze. Nach dem Duschen ging es direkt zum Flughafen zur Rückreise. Am späten Abend trafen wir in Frankfurt ein. Mein lieber Bruder Albert holte mich in Frankfurt ab. Lange nach Mitternacht lag ich dann im Bett. Um einige kurze Zeit später wieder aufzustehen. Denn die Pfalzmeisterschaft in Wiesbach stand an. Im Spurt einer kleine Spitzengruppe, die 3 min vor dem Feld ins Ziel kam, konnte ich mir den Meistertitel sichern! Volker Kassun und Horst Gewiss gewannen ebenfalls die regionalen Meisterschaften in ihrem Landesverband. Lediglich Bernhard Schröder musste sich in NRW mit einer guten Platzierung zufriedengeben. Aber in dem großen Landesverband war dies auch eine außergewöhnlich Leistung.
Das sollten sich einmal die oft überforderten Profifußballer vor Augen halten! Am frühen Samstag in Tel Aviv am Start und 30 Stunden später Landesverbandsmeister in der Pfalz, Hamburg oder Berlin werden!!!
Autor:Rudi Birkmeyer aus Offenbach |
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