Kurzfilmfestival FilmGugger 2025 – Das Film Fan Festival der Pfalz
- Christoph und Wolfgang Lauenstein
- Foto: Lauenstein
- hochgeladen von Eva Bender
Neustadt. Vom 6. bis 8. November 2025 findet im Roxykino Neustadt das Kurzfilmfestival FilmGugger – FilmFanFestival der Pfalz statt. Unter der Leitung von Bettina Höchel präsentiert das Festival an drei Tagen ein vielfältiges Programm aus aktuellen Kurzfilmen, Klassikern, Livemusik und Filmgesprächen. Das diesjährige Motto lautet „Forever Young – und dann?“ und widmet sich der Frage nach ewiger Jugend, Vergänglichkeit und den Facetten des Älterwerdens.
Oscarpreisträgers Christoph Lauenstein im Roxy Kino
Ein besonderer Programmpunkt ist der Besuch des Oscarpreisträgers Christoph Lauenstein, der gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Animationsfilms zählt. Die beiden Filmemacher sind auf Stop-Motion-Technik spezialisiert und setzen bewusst auf handgemachte Animation statt computergenerierter Bilder oder künstlicher Intelligenz.
Bekannt wurden Christoph und Wolfgang Lauenstein 1990 mit ihrem Kurzfilm „Balance“, für den sie als erste deutsche Künstler den Oscar in der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“ erhielten. Das Werk gilt bis heute als der einzige in Deutschland produzierte Animationsfilm, der mit einem Academy Award ausgezeichnet wurde. Die Parabel über Egoismus und Gemeinschaftssinn, so die Jury, sei „ein Meisterwerk“, das die Notwendigkeit von Kooperation in der Gesellschaft eindrücklich verdeutliche.
Neben „Balance“ präsentiert Christoph Lauenstein drei weitere preisgekrönte Stop-Motion-Filme: „The Perfect Day“ (2024, Hessischer Film- & Kinopreis), eine melancholische Geschichte über verlorene Kindheit; „Waiting for Harold“ (2019, Prädikat „Besonders Wertvoll“), ein Film über Menschen in einer Zeitschleife; sowie „People in Motion“ (2021, ebenfalls „Besonders Wertvoll“), eine surreale Parabel über menschliche Gier und Egoismus.
Das Festivalprogramm beleuchtet Themen wie den Wunsch nach ewiger Jugend, die Angst vor Unsichtbarkeit im Alter und gesellschaftliche Vorstellungen von Schönheit und Selbstoptimierung. Gezeigt werden Filme, die humorvoll, kritisch oder nachdenklich mit diesen Fragen umgehen.
Zu den weiteren Beiträgen zählen unter anderem:
- „A Single Life“ (Oscar-Nominierung 2015) von Job, Doris & Marieke, eine Animationskomödie über das Leben als Schallplatte.
- „Zivilcourage“ (Prädikat „Besonders Wertvoll“) von Alexander Meier, ein Drama über Zivilcourage und moralisches Handeln.
- „Der Besuch“ von Conrad Tambour, eine animierte Tragikomödie über eine alte Dame zwischen Traum und Realität.
- „Gevatter Tod is raus“ von Nina Romming & Thomas Küper, eine satirische Auseinandersetzung mit dem Tod in kriegerischen Zeiten.
- „Frau Fleischer will sterben“ (2023) von Antje Ritter, eine bitterböse Dramedy über Pflege, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Verantwortung.
- „Undressing my Mum“ von Ken Wardrop, ein persönliches Porträt über Alter und Körperlichkeit.
- „Ein letzter Gedanke“ von Johannes Hlepas Odysseas und „Speak“ von Egzona Fetahaj, beide über Verantwortung und Selbstbestimmung.
- „The Princess Strikes Back“ von Dave Lojek, eine Neuinterpretation klassischer Geschlechterrollen.
- „Gleichgewicht“ von Marlene Unterfenger und Jonas Freundenberger, ein Experimentalfilm über Wahrnehmung und Balance.
Die ausgewählten Kurzfilme beschäftigen sich mit menschlichen Grenzerfahrungen zwischen Realität, Magie und Albtraum und verbinden humorvolle, poetische und kritische Elemente.
Ergänzend zu den zeitgenössischen Beiträgen werden drei filmhistorisch bedeutsame Klassiker gezeigt: „In Jenen Tagen“ (1947) von Helmut Käutner, ein Episodenfilm über die Schicksale der Besitzer eines Autos während des Zweiten Weltkriegs; „Die Halbstarken“ (1956) von Georg Tressler, ein Jugenddrama über Rebellion und Orientierungslosigkeit im Nachkriegsdeutschland; sowie „Das Bildnis des Dorian Gray“ (1945) von Albert Lewin, die Oscar-prämierte Verfilmung des Romans von Oscar Wilde über Narzissmus und den Wunsch nach ewiger Jugend.
Das Festivalprogramm wird täglich um 18 Uhr mit Livemusik eröffnet. Ab 18.30 Uhr folgen Kurzfilme und Filmgespräche, bevor gegen 20.50 Uhr die Filmklassiker auf der großen Leinwand gezeigt werden.
Ein ausführliches Programm mit weiteren Informationen zu den Filmemachern ist unter www.filmgugger.de abrufbar. Eine Vorstellung des Festivals erfolgt zudem am 28. Oktober 2025 in der SWR Landesschau.
Tickets
Tageskarten sind erhältlich an der Kinokasse und online unter www.roxy.de. Der Festivalpass für drei Tage ist ausschließlich an der Kinokasse verfügbar.
Autor:Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße |
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