Ab in den Süden
„Sommer, Sonne, Holiday“ bei den Löwenjägern

„Grawana Schbargelbadscha" | Foto: Wolfgang Neuberth
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„Sommer, Sonne, Holiday“ bei den Löwenjägern
Dekoration des Saales und der Look der Besucherinnen und Besucher ideal passend zum Motto, sei es als Meerjungfrau, Freizeitkapitän oder Ballermann-Tourist in Hawaiihemd und Flipflops, dies alles verbreitete ein Sommerfeeling pur, noch bevor der Abend im vollbesetzten Saal des Kulturhauses Käfertal angefangen hatte. Doch das wird kein geruhsamer Abend im Liegestuhl, sondern, so versprach Hambsch, ein paar sehr lebhafte und bunte Stunden. Gleich zu Beginn heizten die „Grawana Schbargelbadscha“ aus Graben-Neudorf mit ihrer schrägen Guggemusik heftig ein und rissen die Besucher von den Stühlen. Auch das Stadtprinzenpaar Nadine II. von den Grokageli und Fabian I., Prinz des Großen Feuerios gaben sich am frühen Abend die Ehre. Wegen des straffen Programms für diesen Abend mussten sie sich jedoch direkt nach Verkündigung ihres Mottos gleich wieder verabschieden.
Auch wenn die Löwenjäger nunmehr schon seit 5 Jahren die traditionelle Prunksitzung, neben ihrer inzwischen mehrfach kopierten Regenbogensitzung und die großartige Inklusionssitzung, durch eine „Mottositzung“ ersetzen, beinhaltet diese doch alle in einer Prunksitzung beheimateten Elemente wie Tanz, Sketch, Lachen, Frohsinn, (Mit-)Singen und eine große Portion (Mords-)Stimmung. Alle Elemente werden rund um eine Rahmenhandlung arrangiert, in die die Gäste schon wegen dem passend gewählten Mottolook automatisch mit einbezogen werden. Sehr kreativ wird in der Mottositzung zudem die vielfach beklagte mühsame Suche nach Nachwuchs-Büttenrednern, der oft sehr kostspielige Einkauf von externen Stimmungsmachern oder die steigende Tendenz der immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspanne inklusive gesteigertem Geräuschpegel, insbesondere in den hinteren Reihen, umgangen. Gern gesehener Gast Alexander Fleck übernahm es als Protokoller einmal mehr - und dieses Mal locker aus dem Liegestuhl heraus -, den Finger in die Wunde politischer und gesellschaftlicher Missstände in Mannheim und dem Rest der Welt zu legen. Auch das gehört zur Fasnacht zwingend dazu, auch wenn dies vielerorts inzwischen anders gesehen wird. Und auch Mannheims Rockröhre Jeannette Friedrich gehört inzwischen zur Löwenjäger-Familie und ihr Auftritt lässt sich spielend in die Rahmenhandlung einbetten. Wobei wir beim Thema der Mottositzung wären: „Sommer, Sonne, Holiday“.
Jeder Urlaub beginnt mit der Urlaubsplanung. Urlaubsreif und erschöpft vom Zuschauen, während Onkel Hambsch das von den Großeltern vererbte Haus (siehe letztjährige Mottoshow „Die Golden Twenties“) aufwendig sanierte, machen sich die beiden Teenager Chiara Belsanti und Lena Drogosch, auch bekannt als die „Lästerschwestern“, an die Urlaubsplanung.
Und was fällt zum Thema als Erstes ein: Natürlich Strand, Meer und …Tauchen. Die Löwenkids machen es vor: Die erst vierjährige Sophia wirbelte als Taucherin inmitten von Arielle, ihren Meerjungfrauen und zahlreichen Fischen über die Bühne. Chiaras und Lenas Überlegungen zur Urlaubsplanung führten quer durch die unterschiedlichsten Urlaubswelten: Der glamouröse Besuch eines Konzerts mit Jeannette Friedrich („Somewhere over the Rainbow“, „Lost in France“, „Das bin ich“) wird angedacht, aber vielleicht doch lieber Wellenreiten auf Hawaii, so wie es die Jugendgarde schwungvoll im Hawaii-Look auf der Alohawelle surfend vormacht.
Beim Nachdenken über einen Urlaub mit den Eltern muss Papa schon einmal den doch etwas peinlichen Vergleich mit der Spezies „Touristicus Germanicus“ aushalten. Europas größte Population dieser Spezies sitzt auf Mallorca und weist unter anderem ein ausgeprägtes Balzverhalten in Anwesenheit der weiblichen Spezies auf sowie aggressives territoriales Verhalten bei der Verteidigung einer Strandliege. Aber auch Urlaub in Italien wäre nicht verkehrt. Nostalgie pur verbreiteten die Lödies zu „Komm ein bisschen mit nach Italien“ mit kariertem Reifrock auf der Vespa auf Italiens Straßen. In Thailands Dschungel wirbelten die Juniorengarde als Affen und Forscher über die Bühne. Mark Engels, sinnierte als Kapitän des Kreuzfahrtschiffes MS Löwenjäger, über so (un-)sinnige Fragen der Gäste, ob denn die Crew über Nacht an Bord schläft oder das Schiff denn mit Landstrom fahren würde. Herzhaft zustimmender Beifall bis in die letzten Reihen waren ihm sicher.
Bei Chiaras und Lenas Überlegung, ob Jacht oder doch Campen denn schöner sei, fiel die Entscheidung erstaunlich eindeutig zugunsten Campen aus. Das Männerballett - mit einziger „Frau“ Elferrat Holger Vierling in ihrer Mitte - hatte mit Lederhose, Bier, Zelt und Lagerfeuer, seine wahre Freude am Campen im Wald, trotz aufkommendem Gewitter. Stimmung pur auf der Bühne und im Saal, begeistert beklatschte Zugabe inklusive. Eine zweite Zugabe wurde leider abgelehnt.
Doch schließlich bucht Onkel Hambsch für Chiara und Lena sowie der gesamten buckligen Verwandtschaft einen Flug nach Mallorca. Ob das gut geht? Denn der turbulente schwungvolle Showtanz der Offiziersgarde der Löwenjäger auf Flug 0815 lässt eher Böses erahnen. Doch alles geht gut, alle kommen wohlbehalten auf Mallorca an und die Party kann losgehen. Nach einem furiosen Finale mit allen Beteiligten auf der Bühne konnte Hambsch nur noch zur Musik von „Ab in den Süden“ einladen: „Ab in die Löwenbar“ zum Ausklang eines großartigen Abends.

Text : Beate Tilg      Bilder: Wolfgang Neuberth

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Autor:

Wolfgang Neuberth aus Mannheim

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