Mannheims Oktoberfest wird volljährig
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Mannheims Oktoberfest wird volljährig
Die 18. Auflage startet am 16. Oktober – Bis zu 34.000 Besucher werden an neun Veranstaltungstagen erwartet – Standort an der Feuerwehrwache auch für 2027 gesichert
Mannheim. „O’zapft is!“ heißt es ab dem 16. Oktober wieder in Mannheim. Dann verwandelt sich das Gelände an der Feuerwehrwache in Neckarau für vier Wochenenden in eine große Festmeile. Dirndl, Lederhosen, zünftige Musik und volle Maßkrüge gehören ebenso dazu wie jede Menge kurpfälzische Lebensfreude. Und diesmal gibt es einen besonderen Anlass zum Feiern: Das Mannheimer Oktoberfest findet zum 18. Mal statt – und ist damit „volljährig“.
Bis zu 34.000 Besucherinnen und Besucher werden an insgesamt neun Veranstaltungstagen erwartet. Damit gehört das Oktoberfest längst zu den großen Veranstaltungen im Mannheimer Jahreskalender. Bei einer Pressekonferenz im OPUS V bei engelhorn stellten die Verantwortlichen die diesjährige Auflage vor und machten deutlich, dass sie dabei noch stärker auf Regionalität setzen wollen.
Mannheims Bürgermeister Thorsten Riehle musste bei der Zahl 18 zunächst schmunzeln. Als die Einladung zur Pressekonferenz gekommen sei, habe er gedacht: „Ach Gott, schon wieder Oktober. Das geht jetzt aber schnell.“ Für ihn läute das Oktoberfest immer ein wenig die letzte Runde des Jahres ein. Dass die Veranstaltung nun bereits zum 18. Mal stattfinde, sei ein besonderes Zeichen: „Das heißt, es ist volljährig.“ Für Riehle ist das Jubiläum vor allem ein Beleg dafür, wie fest sich das Oktoberfest inzwischen in Mannheim etabliert hat. Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit aber auch für einen augenzwinkernden Ausflug in die kurpfälzisch-bayerische Geschichte. Schließlich habe Mannheim einst einen Kurfürsten nach München abgegeben. Deshalb hält Riehle eine ganz besondere Theorie für durchaus glaubwürdig: Vielleicht hätten die Kurpfälzer den Bayern sogar gezeigt, wie man richtig Oktoberfest feiert.
„Ich bin der festen Überzeugung, dass das erste Oktoberfest in Mannheim gefeiert wurde“, sagte Riehle mit einem Schmunzeln. Für ihn sei durchaus vorstellbar, dass auch beim Oktoberfest ein wenig kurpfälzische Entwicklungshilfe im Spiel gewesen sein könnte. Die Bayern hätten die Idee anschließend allerdings „zur entsprechenden Blüte getragen“.
Ob historisch belegbar oder nicht – in Mannheim hat sich längst eine ganz eigene Oktoberfesttradition entwickelt. Riehle geht sogar noch einen Schritt weiter: Für ihn besitzt Mannheim „eines der schönsten Oktoberfestzelte in der gesamten Republik“.
Dafür macht er vor allem Arno Kiegele, Geschäftsführer der Platzhirsch GmbH, und dessen Team verantwortlich. Die Organisatoren ließen sich immer wieder etwas Neues einfallen und entwickelten das Festzelt von Jahr zu Jahr weiter. Besonders beeindruckt zeigte sich Riehle von der im vergangenen Jahr erstmals präsentierten 360-Grad-Ansicht Mannheims. Damit sei das Zelt weit mehr als nur ein Ort zum Feiern. Es biete gleichzeitig die Möglichkeit, Mannheim zu präsentieren. „Wir können zu Recht stolz auf unsere Stadt sein und zeigen, wie schön diese Stadt tatsächlich ist“, betonte Riehle.
Dass das Konzept bei den Gästen ankommt, lässt sich an den Besucherzahlen ablesen. Rund 33.000 Menschen kamen im vergangenen Jahr an vier Wochenenden nach Neckarau. Das Festzelt war ausverkauft. In diesem Jahr rechnen die Veranstalter sogar mit bis zu 34.000 Gästen. Damit reicht die Anziehungskraft des Mannheimer Oktoberfestes längst weit über die Stadtgrenzen hinaus. Besucher aus der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar feiern gemeinsam im großen Festzelt. Für viele gehört der Oktoberfestbesuch mittlerweile fest zum Herbst. Genau diese Verbindung zur Region soll bei der 18. Auflage noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Das Oktoberfest will nicht einfach eine Kopie des Münchner Vorbildes sein, sondern seinen eigenen Mannheimer und kurpfälzischen Charakter zeigen. Regionale Partner und Produkte spielen dabei eine wichtige Rolle.Zu diesen Partnern gehört Weldebräu. Geschäftsführer Max Spielmann stellte gemeinsam mit Arno Kiegele die diesjährigen Planungen vor. Die Zusammenarbeit unterstreicht den Anspruch, das regionale Profil des Festes weiter zu schärfen. Das Oktoberfest soll nicht nur in Mannheim stattfinden, sondern auch sichtbar und erlebbar mit Mannheim und der Metropolregion verbunden sein.
Eine besonders wichtige Nachricht hatte Thorsten Riehle zum Standort im Gepäck. Das Oktoberfest wird auch 2027 wieder auf dem Gelände an der Feuerwehrwache in Neckarau stattfinden. Damit haben die Veranstalter frühzeitig Planungssicherheit für die nächste Auflage. Der Standort hat sich bewährt. Das Gelände bietet ausreichend Platz für Festzelt und Infrastruktur und ist gleichzeitig verkehrsgünstig gelegen. Gerade bei einer Großveranstaltung mit mehr als 30.000 Besuchern spielen Anfahrt und Erreichbarkeit eine entscheidende Rolle. Umso erfreulicher sei es, dass für das Oktoberfest zunächst Sicherheit bestehe. „Wir werden auf jeden Fall auch im nächsten Jahr das Oktoberfest dort feiern“, stellte der Bürgermeister klar.
Für Veranstalter Arno Kiegele ist die 18. Auflage kein Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Das Erfolgsrezept besteht seit Jahren darin, Bewährtes mit neuen Ideen zu verbinden. Die Gäste sollen wissen, was sie erwartet – gleichzeitig aber bei jedem Besuch auch etwas Neues entdecken können.
Im Mittelpunkt stehen weiterhin Musik, Geselligkeit und Feierstimmung. Wenn Tausende Besucher in Dirndl und Lederhosen auf den Bänken stehen, mitsingen und gemeinsam feiern, kommt auch in Mannheim echtes Oktoberfestgefühl auf. Gleichzeitig legen die Veranstalter Wert darauf, dass die Veranstaltung ihren eigenen Charakter behält.
Vor allem aber ist das Fest zu einem Treffpunkt geworden. Vereine, Firmen, Freundeskreise und Familien sitzen gemeinsam an den langen Tischen. Man trifft Bekannte, feiert zusammen und erlebt für einige Stunden eine Atmosphäre, die sich deutlich vom Alltag unterscheidet. Zunächst aber wird die Volljährigkeit gefeiert. Am 16. Oktober fällt der Startschuss. Dann heißt es für vier Wochenenden und neun Veranstaltungstage wieder „O’zapft is in Mannheim!“.
Und vielleicht darf man beim Anstoßen auch an Riehles kurpfälzische Geschichtstheorie denken: Möglicherweise haben die Bayern das Oktoberfest ja tatsächlich nicht erfunden – sondern nur von den Kurpfälzern besonders erfolgreich übernommen.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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