„Es liegt was in der Luft“
„Es liegt was in der Luft“ bei den Kulturtagen Waldhof
- Dieter Scheithe , Bernd Nauwartat, Jeanette Friedrich, Gerd Nemet
- Foto: Wolfgang Neuberth
- hochgeladen von Wolfgang Neuberth
„Es liegt was in der Luft“ bei den Kulturtagen Waldhof
Die Sehnsucht nach Neuem, nach der Ferne, nach Heimat, nach Freiheit und unschuldigen Flirts, ja all das lag in der Luft, als Bernd Nauwartat und Jeannette Friedrich unterstützt von Dieter Scheithe am Klavier die zahlreichen Gäste im Franziskussaal in die Welt der deutschen Wirtschaftswunderjahre der 50er und 60er Jahre entführten. Für die Percussion zuständig ergänzte Gerd Nemet am Cajon das Trio, den sie sich, so Friedrich, „irgendwann dazu geleistet haben“.
Seit nunmehr 12 Jahren gehen die beiden mit einem bunten Blumenstrauß an altbekannten Ohrwürmern der Ausnahmekünstler Caterina Valente und Peter Alexander auf Tour, sei es im Capitol, ihrer musikalischen Heimat oder auf diversen Bühnen Mannheims, begeistern sie nach wie vor nahezu ausverkauften Häusern mit diesen ewig jungen, zeitlos frischen Liedern.
Da gab es die zeitlosen Hits der beiden Oldstars aus den beiden einzigen gemeinsam gedrehten Tanz- und Musikfilmen „Bonjour, Catherine“ (1956) oder „Liebe, Tanz und 1000 Schlager“ (1955) wie „Eventuell, Eventuell“, „Sing, Baby, sing“ oder „Komm ein bisschen mit nach Italien“, „Es geht besser, besser, besser“ oder das Finallied dieses Abends „Steig in das Traumboot der Liebe“.
Ans Herz gingen auch die späteren, teils getragenen Hits des überaus charmanten Wieners „Die kleine Kneipe“ (1976), „manchmal weinst du sicher ein paar Tränen“ (1979), „der letzte Walzer“ (1967) oder „ich zähle täglich meine Sorgen“ (1960), um nur einige Lieder dieses Abends zu nennen. Mit „Der Papa wird’s schon richten“ zeigte sich Alexander 1981 eher von seiner komödiantischen Seite.
Aber es gab es auch ein Wiederhören mit den „süßesten Früchten, an die leider nur die großen Tiere heranreichen“ aus dem gleichnamigen Film mit dem damals noch jungen Peter Alexander, den er als einer seiner ersten Filme an der Seite des farbigen deutschen Kinderstar Leila Negra aus dem Jahr 1952 gedreht hatte. Augenzwinkernd musste Nauwartat eingestehen, dass einige der damaligen Texte wahrlich „bekloppt“ waren, wie eben dieser.
Auch Catherina Valente weckte mit ihren zahllosen Hits gute Laune und Fernwehgefühle der Menschen in der damaligen Wirtschaftswunderzeit. „Spiels noch einmal für mich, Habanero“ (1958) und ihr bei weitem erfolgreichster Schlager „Ganz Paris träumt von der Liebe“ (1954) sind nur einige wenige Bespiele dafür. Doch mit „Das kommt nie wieder“ aus dem Jahre 1981 präsentierte Jeanette Friedrich einen eher ernsten Titel Valentes.
Mit zahlreichen lustigen Anekdoten ihrer langjährigen gemeinsamen Zusammenarbeit bespickt, frotzelten sich die beiden Sänger zwischen den einzelnen Musikdarbietungen heiter durch die zweieinhalb Stunden dieses heißen Samstagabends.
Das bezaubernde Chanson „die Rose“ von Nana Mouskouri als Zugabe verlieh noch einen letzten Gänsehautmoment, bevor die Gäste mit nun zahlreichen Ohrwürmern zur Auswahl für den Nachhauseweg im Gepäck in eine laue Sommernacht entlassen wurden.
Text : Beate Tilg Bilder: Wolfgang Neuberth
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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