Ein letztes „Rooaaar“
Ein letztes „Rooaaar“ für zwei Löwen-Legenden
- The Final ROAR
- Foto: Wolfgang Neuberth
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Ein letztes „Rooaaar“ für zwei Löwen-Legenden
Mehr als 8.000 Fans feiern Patrick Groetzki und Mikael Appelgren beim Abschiedsspiel „The Final Roar“ in der SAP Arena
Mannheim. Es war ein Tag voller Emotionen, großer Wiedersehen und unvergesslicher Momente. Mit dem Abschiedsevent „The Final Roar“ haben die Rhein-Neckar Löwen zwei ihrer größten Vereinslegenden verabschiedet. Patrick „Johnny“ Groetzki und Mikael „Apfel“ Appelgren standen noch einmal gemeinsam im Mittelpunkt eines Handballfestes, das mehr als 8.000 Fans in die SAP Arena lockte. Ehemalige Mitspieler, internationale Handballgrößen und aktuelle Löwen-Profis machten den Tag zu einer würdigen Hommage an zwei Spieler, die den Verein über viele Jahre geprägt haben.
Schon Stunden vor dem Anpfiff lag eine besondere Stimmung über der SAP Arena. Überall wurde gelacht, umarmt und in Erinnerungen geschwelgt. Das Abschiedsspiel glich einem großen Familientreffen der Handballwelt. Zahlreiche ehemalige Weggefährten waren nach Mannheim zurückgekehrt, um ihren Freunden die Ehre zu erweisen. Mit dabei waren unter anderem Andy Schmid, Juri Knorr, Hendrik Pekeler, Alexander Petersson, Rafael Baena, Uwe Gensheimer, Ivan Martinovic, Christian Schwarzer, Tobias Reichmann und viele weitere bekannte Gesichter. Auch aktuelle Löwen-Spieler wie Tim Nothdurft, Marius Steinhauser, David Späth und Edwin Aspenbäck schnürten noch einmal die Handballschuhe.
Als die Halle verdunkelt wurde und die Spieler einzeln einliefen, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen. Jeder Akteur wurde lautstark gefeiert, doch als Patrick Groetzki und Mikael Appelgren das Parkett betraten, verwandelte sich die SAP Arena in ein einziges Jubelmeer. Minutenlange stehende Ovationen zeigten, welchen Stellenwert beide bei den Fans genießen.
Das Spiel selbst war weit mehr als ein gewöhnliches Handballspiel. Gespielt wurde in drei Abschnitten über jeweils 20 Minuten. In den Anfangsminuten bestimmten vor allem die Torhüter Mikael Appelgren und Joel Birlehm das Geschehen mit zahlreichen spektakulären Paraden. Erst Hendrik Pekeler erzielte den ersten Treffer für Team Apfel, ehe Uwe Gensheimer für Team Johnny ausglich.
Für den ersten Gänsehautmoment sorgte wenig später Patrick Groetzki selbst. Nach einem sehenswerten Kempa-Anspiel von Matthias Musche vollendete der langjährige Rechtsaußen artistisch zur Führung und wurde von den Fans frenetisch gefeiert. Trotz weiterer schöner Treffer setzte sich Team Apfel bis zur ersten Pause auf 14:11 ab.
Der zweite Spielabschnitt gehörte den Athletinnen und Athleten der Special Olympics. Gemeinsam mit den Handballstars sorgten sie für viele Tore, Spielfreude und begeisternde Szenen. Das Publikum honorierte jede gelungene Aktion mit großem Applaus. Zwar kämpfte sich Team Johnny zwischenzeitlich wieder heran, doch Team Apfel behauptete seine Führung und ging erneut mit einem kleinen Vorsprung in den letzten Abschnitt.
Zum großen Finale ließen sich die Organisatoren noch einige Überraschungen einfallen. Siebenmeter wurden per Würfel auf immer größere Distanzen verlegt, zeitweise wurde bei gedimmtem Hallenlicht gespielt und in den Schlussminuten sogar mit dem Fußball statt mit dem Handball. Die ungewöhnlichen Regeln sorgten für viele Lacher auf den Rängen und spektakuläre Szenen auf dem Spielfeld.
Team Johnny nutzte die Sonderregeln zu einer beeindruckenden Aufholjagd und drehte zwischenzeitlich sogar die Partie. Doch das letzte Wort gehörte Mikael Appelgren. Nur eine Sekunde vor dem Schlusspfiff erzielte der schwedische Torhüter selbst den Treffer zum 32:32-Endstand. Ein passenderes Ende hätte dieses außergewöhnliche Spiel kaum finden können – einen Verlierer sollte es an diesem Nachmittag nicht geben.
Nach dem Schlusspfiff wurde es noch einmal besonders emotional. Fans, Mitspieler und Weggefährten verabschiedeten Patrick Groetzki und Mikael Appelgren mit lang anhaltendem Applaus von der großen Handballbühne. Viele Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen und bedankten sich mit stehenden Ovationen für die zahlreichen unvergesslichen Momente, die beide in den vergangenen Jahren im Trikot der Rhein-Neckar Löwen geschenkt hatten.
Der bewegendste Moment des Nachmittags folgte mit der feierlichen Banner-Zeremonie. Bereits seit dem Karriereende von Patrick Groetzki erinnert ein Banner unter dem Hallendach der SAP Arena an den langjährigen Rechtsaußen und Vereinsidol. Nun erhielt auch Mikael Appelgren diese besondere Ehrung. Unter dem Applaus der mehr als 8.000 Fans wurde das Banner des schwedischen Torhüters enthüllt und neben dem seines langjährigen Freundes und Weggefährten Patrick Groetzki aufgehängt. Damit werden beide Löwen-Legenden dauerhaft einen Ehrenplatz in der SAP Arena einnehmen – als sichtbares Zeichen ihrer außergewöhnlichen Verdienste für den Verein und als Erinnerung an eine der erfolgreichsten Epochen der Rhein-Neckar Löwen.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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