Baden-Württemberg hat gewählt: Was sich jetzt für das Land ändert
- Der Wahlkampf entwickelte sich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen.
- Foto: dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Landtag von Baden-Württemberg. Die Landtagswahl entscheidet über die künftige Regierung im Südwesten und damit über zentrale Weichenstellungen für Kommunen, Schulen, Verkehr und Wirtschaft im Land. Nach Schließung der Wahllokale am Sonntag, 8. März, ist der Wahlausgang an der Spitze noch offen – mit direkten Folgen für die politische Stabilität im Land.
Veränderung an der Spitze: Kopf-an-Kopf zwischen Grünen und CDU
Bis feststeht, wer neuer Ministerpräsident wird, braucht es Geduld. Die Prognosen von ARD und ZDF sehen ein sehr enges Rennen zwischen Grünen und CDU, mit leichtem Vorteil für die Grünen. Die Partei von Spitzenkandidat Cem Özdemir kommt demnach auf 31,5 bis 32 Prozent. Die CDU mit Manuel Hagel liegt bei 29 bis 30,5 Prozent. Sicher ist nur: Nach 15 Jahren endet die Amtszeit von Winfried Kretschmann. Wer ihm nachfolgt, ist zunächst offen.
Veränderung im Parlament: Sitze werden neu verteilt
Im Landtag in Stuttgart steht eine Neuordnung der Kräfteverhältnisse an. Die FDP muss um den Wiedereinzug bangen. Die Prognosen sehen die Liberalen bei 4,5 Prozent. Sollte der Einzug scheitern, wäre die FDP erstmals seit mehr als 70 Jahren nicht mehr im baden-württembergischen Landtag vertreten. Auch die Linke liegt laut Prognosen bei 4,5 Prozent und muss zittern, ob der erstmalige Einzug gelingt.
Veränderung durch Zugewinne: AfD deutlich stärker
Die AfD erreicht laut Prognosen 17,5 bis 18 Prozent und legt damit im Vergleich zur Landtagswahl 2021 deutlich zu. Damals kam sie auf 9,7 Prozent. Trotz des Zuwachses bleibt sie in der Opposition, da keine andere Partei mit ihr koalieren will. Spitzenkandidat Markus Frohnmaier kandidierte nicht für den Landtag und bleibt im Bundestag in Berlin.
Veränderung bei der Beteiligung: Mehr Menschen stimmen ab
Die Wahlbeteiligung liegt den Prognosen zufolge bei 69,5 bis 71,5 Prozent und damit klar über dem Wert der letzten Wahl im Jahr 2021 mit 63,8 Prozent. Rund 7,7 Millionen Wahlberechtigte konnten ihre Stimme abgeben – so viele wie nie zuvor. Grund ist eine Wahlrechtsreform: Erstmals durften auch 16- und 17-Jährige wählen, zudem gab es zwei Stimmen wie bei der Bundestagswahl.
Veränderung mit Ansage: Koalitionsgespräche stehen an
Nach der Auszählung beginnen Sondierungen und anschließend Koalitionsverhandlungen. Üblicherweise lädt der Wahlsieger dazu ein. Vieles deutet darauf hin, dass Grüne und CDU erneut eine gemeinsame Regierung bilden könnten. Andere Bündnisse haben nach den Prognosen keine Mehrheit. Die Gespräche gelten nach den Auseinandersetzungen im Wahlkampf jedoch als belastet. dpa
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |