77 Jahre Grundgesetz - Omas gegen Rechts feiern den Ehrentag
- Die „Omas gegen Rechts“ setzen sich aktiv gegen Rechtsextremismus, Rassismus und für den Erhalt der Demokratie ein.
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Mannheim. Für dich. Für uns. Für alle. Unter diesem Motto wurde am 23. Mai erstmals bundesweit der neue „Ehrentag“ gefeiert – ein Mitmachtag zum Geburtstag des Grundgesetzes. Initiiert wurde er von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der damit Demokratie nicht nur als politischen Begriff, sondern als gelebtes Miteinander sichtbar machen möchte. Statt offizieller Feierstunden standen Begegnungen, Gespräche und gemeinsames Engagement im Mittelpunkt. Bundesweit beteiligten sich Vereine, Initiativen und Privatpersonen mit Aktionen. Auch die „Omas gegen Rechts Mannheim“ waren am Samstag auf dem Paradeplatz vertreten und luden Passanten dazu ein, sich spielerisch und persönlich mit dem Grundgesetz auseinanderzusetzen.
Muffins und Glücksrad zum Geburtstag
Mit Muffins als „Geburtstagskuchen“, einem Glücksrad und vielen Gesprächen entstand mitten in der Innenstadt ein offener Treffpunkt rund um Demokratie, Grundrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer am Glücksrad Fragen zum Grundgesetz beantwortete, erhielt kleine Süßigkeiten als Belohnung.
„Wir wollen zusammen den Geburtstag des Grundgesetzes feiern. Dieser Tag ist dazu geeignet, sich bewusst zu machen, dass das Grundgesetz uns ganz wichtige Werte garantiert“, erklärten die „Omas gegen Rechts“. Besonders wichtig sei ihnen der direkte Austausch mit den Menschen gewesen.
Wichtige Werte unter Druck
Dabei zeigte sich, wie unterschiedlich die Sichtweisen auf Demokratie und gesellschaftliches Engagement sind. Nach Angaben der Initiative gab es viele positive und anerkennende Gespräche. Zahlreiche Besucher hätten betont, wie wichtig ihnen die Grundwerte des Grundgesetzes seien – zugleich aber auch die Sorge geäußert, dass diese Werte zunehmend unter Druck geraten könnten.
Besonders bewegend sei das Gespräch mit zwei jungen Frauen gewesen, die sich nach eigener Aussage bislang kaum Gedanken über die Bedeutung des Grundgesetzes gemacht hätten. Nach dem Austausch am Stand hätten sie überlegt, sich künftig stärker für Gleichberechtigung und Themen wie den Gender-Pay-Gap einzusetzen. Auch Menschen mit Einschränkungen berichteten laut den „Omas gegen Rechts“ von Erfahrungen mit Diskriminierung und dem Wunsch, dass die im Grundgesetz garantierten Rechte im Alltag noch konsequenter umgesetzt werden.
Zugleich habe es auch skeptische oder ablehnende Reaktionen gegeben. Manche Passanten seien überzeugt gewesen, dass die Demokratie nicht gefährdet sei, andere hätten wenig Interesse gezeigt oder seien rasch weitergegangen. In einigen Gesprächen seien zudem politische Unzufriedenheit und Sympathien für rechte Positionen deutlich geworden. Gerade deshalb sei der Hinweis auf demokratische Grundwerte und auf Parteiprogramme wichtig gewesen, so die Initiative.
Dennoch ziehen die „Omas gegen Rechts Mannheim“ insgesamt ein positives Fazit. Das Glücksrad sei rege genutzt worden, die Muffins hätten viele Abnehmer gefunden und vor allem die zahlreichen Gespräche hätten gezeigt, wie wichtig Begegnung und Diskussion für eine lebendige Demokratie seien.
Das Grundgesetz
Das Grundgesetz wurde am 23. Mai 1949 verkündet und bildet bis heute die Grundlage der Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum stehen Grundrechte wie Menschenwürde, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit. Nach den Erfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur sollte damit ein demokratischer Staat geschaffen werden, der Freiheit und Menschenrechte schützt. Auch 77 Jahre später gilt das Grundgesetz für viele als Fundament des gesellschaftlichen Zusammenlebens – und als etwas, das immer wieder neu verteidigt und mit Leben gefüllt werden muss.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Mannheim |
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