Zwischen Stadion und Supermarktparkplatz: Problemfans setzen negative Akzente
- Zeugen, die Hinweise zum Aufenthaltsort von Marinos geben können, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst Mainz unter der Telefonnummer 06131 653639 zu melden
- Foto: Kim Rileit
- hochgeladen von Ralf Vester
Mannheim. Am Sonntagmittag trafen im Mannheimer Carl-Benz-Stadion der SV Waldhof Mannheim und der 1. FC Saarbrücken in der 3. Fußballliga aufeinander. Bereits vor Spielbeginn zeigte sich erneut, wie weit Teile der organisierten Fankultur vom eigentlichen Sportgedanken entfernt sind: Am Mannheimer Hauptbahnhof zündeten einige, teils vermummte Anhänger der Gästemannschaft pyrotechnische Gegenstände. Die Polizei nahm vier Personen vorläufig fest; sie müssen nun mit Strafanzeigen rechnen.
Anstelle der vorgesehenen Parkflächen am Hans-Reschke-Ufer wichen einige individuell angereiste Gästefans auf einen Supermarktparkplatz in Edingen-Neckarhausen aus. Dort wurden mehrere Fahrzeuge von bislang unbekannten Tätern beschädigt. Wie hoch der Sachschaden ist, bleibt Gegenstand der Ermittlungen – ein weiteres Beispiel dafür, wie das Umfeld eines Fußballspiels in Mitleidenschaft gezogen wird.
Auch im Stadion blieb es nicht ruhig: Während der Partie kam es zu einer gegenseitigen Körperverletzung zwischen zwei Fans des 1. FC Saarbrücken. Nach Abpfiff folgten einzelne Provokationen zwischen den rivalisierenden Fangruppen, die jedoch durch das schnelle Eingreifen der Polizei nicht weiter eskalierten.
Einsatzleiter Polizeidirektor Michael Reichert zeigte sich trotz dieser Vorkommnisse zufrieden: „Vor dem Hintergrund der teilweise gewalttätigen Ausschreitungen der vergangenen Begegnungen bin ich mit der heutigen Einsatzbilanz sehr zufrieden.“
Sein Fazit unterstreicht jedoch zugleich, wie normalisiert Konflikte rund um Fußballspiele inzwischen erscheinen – und wie sehr sich manche Fanszenen von fairer Sportbegeisterung entfernt haben.
Autor:Kristin Hätterich aus Mannheim |
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