Pflegende Angehörige sollten jegliche Hilfsangebote nutzen
Bei Demenz Entlastungsnetzwerk knüpfen

Eigentlich gehört die Wäsche auf die Leine bei Demenzerkrankten sind manche Dinge verrückt.
  • Eigentlich gehört die Wäsche auf die Leine bei Demenzerkrankten sind manche Dinge verrückt.
  • Foto: Gabi Loke
  • hochgeladen von Vanessa Sainz

Demenz. Rund zwei Drittel aller Demenzkranken werden laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft von ihren Angehörigen, Freunden oder Nachbarn versorgt. Die wenigsten sind darauf vorbereitet, welch enorme körperliche und seelische Kraft die oft jahrelange Betreuung fordert. Die eigene Gesundheit, eigene Interessen und Kontakte zu Freunden können darunter leiden. „Aber niemand ist verpflichtet, solch einen Kraftakt allein zu stemmen, und niemand sollte sich scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen“, formuliert Jana Wessel von der bundesweiten Compass Pflegeberatung. So bieten Pflegekassen und Alzheimer Gesellschaft Kurse an, die über die Krankheit, den Umgang mit dem Erkrankten, rechtliche Fragen und Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige informieren. In Gruppen kann man sich austauschen, gemeinsam Lösungen suchen, Kraft tanken und auch einmal Frust ablassen.

Demenzkranke, die dauerhaft auf Pflege und Betreuung angewiesen sind, haben zudem Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse. Ab Pflegegrad eins gibt es den Entlastungsbetrag von monatlich 125 Euro, mit dem eine stundenweise Betreuung und Beschäftigung durch geschulte ehrenamtliche Helfer bezahlt werden kann. Dies ist zu Hause möglich oder in Gruppen wie den so genannten Demenz-Cafés. Ab Pflegegrad zwei gibt es Pflegegeld, das als Anerkennung an den pflegenden Angehörigen weitergegeben werden kann oder Geld für einen ambulanten Dienst oder einen Mix aus beidem. Ist der Angehörige durch Krankheit oder Urlaub verhindert und muss der Erkrankte vorübergehend stationär untergebracht werden, steht dafür die so genannte Kurzzeitpflege mit 1612 Euro für maximal acht Wochen pro Jahr bereit. Kann ein Nachbar oder ein ambulanter Dienst die Betreuung übernehmen, lässt sich der gleiche Betrag für maximal sechs Wochen aus Mitteln der Verhinderungspflege nutzen. Diese sind beispielsweise auch dafür gedacht, dass Demenzkranke gemeinsam mit dem Angehörigen in einen betreuten Urlaub fahren können. Werden die Budgets von Verhinderungs- und Kurzzeitpflege nicht oder nur teilweise ausgeschöpft, kann aus dem jeweils anderen Topf die Summe aufgestockt werden. 
Sollte ein Wechsel der Umgebung für den Erkrankten kein Problem sein, kann er den Tag oder zumindest einige Stunden in einer Tagespflege verbringen. Dafür gibt es zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe der Sachleistungen des jeweiligen Pflegegrades, in Pflegerad zwei sind es 689 Euro. Meist übernimmt ein Fahrdienst das Abholen und Zurückbringen. Allerdings sind auf Demenz spezialisierte Einrichtungen nicht überall zu finden.

Wenn es zu Hause gar nicht mehr geht, wenn die Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass der pflegende Angehörige keine Entlastung mehr findet, kann ein Pflegeheim die Lösung sein. Hier sollte man unter anderem schauen, dass es Mitarbeiter mit einer gerontopsychiatrischen Ausbildung und ein spezielles Konzept zur Betreuung Demenzkranker gibt. ps

Weitere Informationen:
Wie alles im Detail funktioniert, erfährt man unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 1018800 oder bei der Pflegekasse.

Autor:

Vanessa Sainz aus Ludwigshafen

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