Simulierter Starkregen: Im Feuerwehrgebäude würde Keller volllaufen
- Hochwasser auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Waldsee im Herbst 2025. Das Kanalsystem kam an seine Grenzen.
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Ludwigshafen/Pfalz. Der Hydrozwilling Rheinland-Pfalz simuliert Starkregen über Städten und Gemeinden. Bewohner können anhaltenden Regen direkt über ihrem Haus nachahmen. So lässt sich beobachten, nach wie vielen Minuten Wasser in Keller dringt oder durch Staunässe Wasserschäden anrichtet.
Bekannt sind die Geländesenken auf der Parkinsel, etwa um das ausgediente ehemalige Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr, das leer steht. Eigentümer einzelner Gebäude auf der Insel haben regelmäßig Wasser im Keller. Grund sind allerdings steigende Grundwasserpegel während Rheinhochwassern, durch die Wasser von unten in die Keller drückt.
Der Innenhof des Blocks hinter der Menzelstraße liegt zudem in einer Geländesenke. Dort sammelt sich bei anhaltendem Starkregen das Wasser, das Kanalsystem kommt an seine Grenzen. Dies hielt die Stadtspitze und Verwaltung bislang davon ab, das Gebäude abzureißen und dort eine Kita zu bauen. Ein weiteres Argument gegen die Kita ist, dass durch die Lärmemissionen auf dem Kita-Außengelände die Qualität des Wohnens in Top-Lage beeinträchtigt werden könnte.
Simulation zeigt derzeitige Situation bei Starkregen
In der Menzelstraße 22 A, dem Grundstück, auf dem das Feuerwehrgebäude steht, läuft der Keller voll, wenn man Starkregen über Ludwigshafen simuliert. Bereits nach 20 bis 40 Minuten entsteht Staunässe in Bodennähe und Wasser dringt über den Eingang ein.
Auch in Rheingönheim lassen sich die Überflutungen in der Fußgönheimer und der Mutterstadter Straße aus den vergangenen Jahren simulieren, wenn Starkregen auftritt. Ein barrierefreier Neubau war zuletzt betroffen. Das Wasser konnte auch durch Lichtschächte und Fenster eindringen.
Für Kanalgrößen gibt es Bemessungsregeln. Für außergewöhnliche Starkregenereignisse, deren Wahrscheinlichkeit steigt, kann man die Kanalisation nicht auslegen. Es braucht die Eigenvorsorge der Bürger, zu der der WBL kostenlos berät. jg
Weitere Informationen:
Der Hydrozwillig Rheinland-Pfalz simuliert Starkregenereignisse in der Stadt, auf jedem einzelnen Grundstück. Auf der Landeswebsite steht auch eine Kurzanleitung bereit.
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.