Nach Gewalt und Personalausfall: Land stellt Schule in Ludwigshafen neu auf
- Die Brennpunktschule steht schon länger im öffentlichen Fokus. (Archivbild)
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Ludwigshafen. Für Schülerinnen, Schüler und Eltern soll der Schulalltag an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen wieder sicherer und verlässlicher werden. Nach wiederholten Vorfällen und vielen Krankmeldungen im Kollegium stellt die Schulaufsicht die Brennpunktschule neu auf.
Der Elternbeirat Rheinhessen-Pfalz fordert einen „ernsthaften Neustart“ statt kurzfristigen Aktionismus. Regionalelternsprecherin Justyna Winkler sagte der Deutschen Presse-Agentur, es brauche klare und verlässliche Strukturen. Im Mittelpunkt müsse das Wohl der Kinder und Jugendlichen stehen.
Eltern warnen vor einem Stigma
Winkler mahnte, der Name einer Schule dürfe nicht zu einem negativen Stempel werden. Junge Menschen könnten sonst bei Bewerbungen oder beim Übergang in das Berufsleben Nachteile befürchten. Kinder und Jugendliche dürften niemals das Gefühl haben, sich für ihre Schule rechtfertigen oder sogar schämen zu müssen.
Die Realschule in der zweitgrößten Stadt von Rheinland-Pfalz war wiederholt wegen Polizeieinsätzen in die Schlagzeilen geraten. Im Januar wurde an drei Tagen in Folge Reizgas versprüht. Im Oktober kam es zu einem Großeinsatz der Polizei. Im Mai des Vorjahres soll eine Schülerin eine Lehrerin mit einem Messer attackiert haben. Zuletzt beschäftigten Fehlalarme die Feuerwehr, außerdem prügelten sich 14-Jährige auf dem Schulgelände.
Viele Krankmeldungen im Kollegium
Zum Start in das neue Schuljahr meldete sich nach Angaben der dpa etwa ein Drittel der Lehrkräfte krank. Die Schulaufsicht zog daraufhin die Notbremse und kündigte eine Neuaufstellung der Schulleitung sowie ein Maßnahmenpaket für Veränderungen an.
Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig begründete den Schritt damit, dass die Probleme in Ludwigshafen innerhalb der bestehenden Strukturen nicht zu lösen seien. Das Land müsse übernehmen und Lösungen ermöglichen.
Pläne werden am Donnerstag vorgestellt
Die CDU-Politikerin will sich am Donnerstag, 3. September, im Bildungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags zu den Plänen äußern. Zeitgleich sollen ADD-Präsident Andreas Kruppert und Bildungsstaatssekretärin Jenny Groß das Maßnahmenpaket in einer Gesamtkonferenz an der Karolina-Burger-Realschule plus vorstellen.
Aus Sicht der Eltern darf die Lage nicht auf einzelne Personen oder allein auf einen Wechsel der Schulleitung reduziert werden. Auch regelmäßige Polizeipräsenz sieht Winkler nicht als nachhaltige Lösung. Stattdessen fordert sie langfristige Unterstützung im Schulalltag.
Zu den aus Elternsicht wichtigen Punkten zählen:
- mehr Schulsozialarbeit
- dauerhaft eingesetzte multiprofessionelle Teams
- enge Zusammenarbeit mit Schulpsychologie, Förderpädagogik und weiteren Fachkräften
- aktive Unterstützung durch die Schulaufsicht
- frühzeitige und transparente Kommunikation
Für eine positive Entwicklung müsse Vertrauen wieder wachsen, sagte Winkler. Entscheidend seien offene Kommunikation, rechtzeitige Informationen und nachvollziehbare Entscheidungen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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