Hochstraße Süd ist wieder offen: Das ändert sich für Pendelnde
- Nach langer Sperrung fließt der Verkehr in Ludwigshafen wieder über eine zentrale Brückenverbindung Richtung Mannheim.
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Ludwigshafen. Nach rund sieben Jahren Sperrung rollt der Verkehr auf der Hochstraße Süd wieder. Am Freitag, 3. Juli, hat die Stadt die wichtige Verbindung Richtung Mannheim und Nordbaden feierlich wiedereröffnet.
Die Hochstraße Süd gilt als zentrale Verkehrsachse zwischen der Pfalz und Nordbaden. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, haben Bund, Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Ludwigshafen knapp 150 Millionen Euro investiert. Die Strecke ist teils neu gebaut und teils modernisiert.
Bei der Wiedereröffnung standen OB Professor Klaus Blettner, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Ministerpräsident Gordon Schnieder und Mannheims OB Christian Specht gemeinsam auf der neuen Brücke. Specht verwies dabei auf rund 50.000 Ein- und Auspendler täglich.
Die Hochstraße Süd besteht aus drei Teilstücken. Dazu gehören die Pylonbrücke im Westen, die so genannte Weiße Hochstraße im Mittelteil und die neu gebaute Brücke als Verbindung zur Konrad-Adenauer-Brücke Richtung Mannheim.
Kernstück ist die neue Brücke. Sie ist 520 Meter lang, 21 Meter breit und wiegt 28.000 Tonnen. Sie ersetzt die frühere „Pilzhochstraße“, die wegen Einsturzgefahr im Jahr 2020 abgerissen werden musste. Parallel dazu modernisieren Stadtverwaltung und die städtische Bauprojektgesellschaft die 950 Meter lange Weiße Hochstraße umfassend. In der Bauzeit hat die Stadt außerdem die Pylonbrücke saniert.
Die Grundlage für die schnelle Planung und den Bau schuf laut Stadtverwaltung das neue Planungsbeschleunigungsgesetz des Bundes. Im Oktober 2023 legte die Stadt den Grundstein für die neue Brücke. Unter der Brücke soll künftig auch ein Radschnellweg entlangführen. Zuvor sagten Bund und Land der Stadt zu, 85 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten zu übernehmen.
Oberbürgermeister Klaus Blettner erklärte: "Gerade in einer Zeit, in der oft darüber gesprochen wird, was alles nicht funktioniert, setzt die Hochstraße Süd in Ludwigshafen ein wichtiges Zeichen. Sie zeigt, dass große Infrastrukturprojekte gelingen können, wenn Verantwortung übernommen wird und viele gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Ich spreche ja gerne von Ludwigshafener Avantgarde, nämlich dem Umstand, dass hier bereits an Lösungen für Probleme gearbeitet wird, die anderenorts gerade erst entstehen. Hier und heute sehen wir ein gutes Beispiel dafür."
Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht sagte bei der Feierstunde: "Mit der neuen Hochstraße Süd steht eine zentrale Schlagader für den Güter- und Personenverkehr in der Metropolregion Rhein-Neckar endlich wieder zur Verfügung. Mit rund 50.000 Fahrten täglich ist sie nicht nur wichtig für den Wirtschafts-, Pendler- und Freizeitverkehr zwischen Mannheim und Ludwigshafen, sondern bindet auch die Landeshäfen in beiden Städten sowie den zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands an das süddeutsche Verkehrsnetz an. Jetzt gilt es im Interesse der Bevölkerung und der Wirtschaft weiter zu denken: Die hohen Investitionen in die Hochstraßen sind nur dann wirklich sinnvoll, wenn auch die Rheinbrücken leistungsfähig bleiben und saniert werden. Dazu müssen Bund und Länder sich zu der großen landes- und bundesweiten Bedeutung der Brücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen bekennen und sich an den enormen Kosten für diese strategisch wichtige Infrastruktur beteiligen."
Mit Blick nach vorn kündigt die Stadt den nächsten großen Schritt an. In den kommenden Jahren baut Ludwigshafen die Hochstraße Nord zurück. An ihre Stelle soll die Helmut-Kohl-Allee treten. Rund um die neue Straße plant die Stadt auf knapp 40 Hektar ein neues Stadtquartier zum Wohnen, Leben und Arbeiten. jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |