„Ludwigshafen setzt Stolpersteine“ gewinnt überregional Beachtung
Erinnerung schaffen. Zukunft gestalten.

Stolpersteine erinnern an Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft. Sie werden am letzten freiwillig gewählten Wohnort verlegt.
  • Stolpersteine erinnern an Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft. Sie werden am letzten freiwillig gewählten Wohnort verlegt.
  • Foto: Hans Braxmeier/Pixabay
  • hochgeladen von Judith Ritter

Ludwigshafen. Kaum sind die Ferien vorbei, da beginnen auch für die Mitglieder des Ludwigshafener Stolperstein-Vereins wieder arbeitsreiche Monate.
Am 19. August ging es nach Berlin, wo die Ludwigshafener als Gäste an der Berliner Stolpersteine-Konferenz teilnahmen. Eingeladen hatte Sawsan Chebli, die Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement beim Berliner Senat.

253 Stolpersteine bisher in Ludwigshafen

Mehr als 8000 Stolpersteine, die an Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft erinnern, sind in Berlin verlegt worden. „Bei uns sind es gerade erst 253“, sagt Monika Kleinschnitger, die Sprecherin des Vereins „Ludwigshafen setzt Stolpersteine“. „Umso mehr freuen wir uns über die Einladung, dort unsere Arbeit vorzustellen. Das zeigt, dass unsere Tätigkeit inzwischen auch überregional wahrgenommen wird.“
Gleichzeitig beginnen auch schon die Vorbereitungen zur nächsten Stolperstein-Verlegung in Ludwigshafen.

23 neue Stolpersteine von Gunter Demnig

Am Montag, 28. Oktober, wird der Künstler Gunter Demnig 23 Stolpersteine in verschiedenen Stadtteilen verlegen. Allein in der Maxstraße in der Ludwigshafener-Innenstadt sind drei Verlegungen vorgesehen, bei denen an Menschen erinnert wird, die aus ganz unterschiedlichen Gründen unter den Nationalsozialisten zu leiden hatten:
Die jüdische Familie Durlacher wurde 1938 nach Polen deportiert, Friedrich Schott war im Widerstand aktiv, und Otto Scheuerbrand wurde wegen seiner Homosexualität verfolgt. Stolpersteine werden am letzten freiwillig gewählten Wohnort verlegt.

Konzert und Empfang

Am Abend nach der Verlegung sind ein Konzert und ein Empfang im Hack-Museum geplant. „Lieder aus dem Lager“ - eine Komposition von Jefferson Schoepflin - werden von Musikern der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Tristan Meister ab 20 Uhr zu hören sein. Daran werden auch Nachkommen der verfolgten Ludwigshafener teilnehmen. Einige von ihnen reisen eigens für diesen Tag des Gedenkens aus Israel, England und der Schweiz an.
Erinnert wird an diesem Abend auch an die Vertreibung von 166 polnisch-stämmigen Juden, die am 28. Oktober 1938 aus Ludwigshafen ausgewiesen wurden. Die sogenannten „Ostjuden“ hatten in der Heinigstraße eine eigene Synagoge an der Stelle, wo heute die Staatsphilharmonie steht.
Im Anschluss an die Veranstaltung im Hack-Museum wird die Außenwand der Staatsphilharmonie mit alten Aufnahmen dieser Synagoge illuminiert.

„Der Kaiser von Atlantis“

Die Opernaufführung „Der Kaiser von Atlantis“, die vom Stolpersteine-Verein im Vorjahr initiiert wurde, wird im November noch einmal Thema von zwei Veranstaltungen der Volkshochschule:
Am Dienstag, 12.November, wird der Film gezeigt, der die Entstehung und Umsetzung des Opernprojekts dokumentiert.
Eine Woche darauf, am Dienstag, 19. November, ist in der Volkshochschule die Premiere in der Fernsehfassung des Offenen Kanals zu sehen.
Eine Dokumentation des Opernprojekts gibt es jetzt auch in gedruckter Form. Das Heft enthält viele Bilder von den Proben und von der Umgestaltung der Rhenus-Halle zur Opernbühne. Es ist im Stadtarchiv in der Rottstraße 17 kostenlos erhältlich. ps

Autor:

Judith Ritter aus Lingenfeld

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