Bye, Bye City West: Stadt will neuen visionäreren Namen für Areal um Kohl-Allee
- Riesiger Haufen aus recyceltem Beton von der Rathaus-Center-Baustelle auf dem Parkplatz in der Jägerstraße
- Foto: Julia Glöckner
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Der Name für das künftige Quartier soll bald besser zu dem passen, was er bezeichnet: Immerhin ist Ludwigshafen laut Planern derzeit die einzige Stadt Europas sein, die die Chance hat auf totale Erneuerung eines großen Areals der City und damit auf Neubelebung weiterer benachbarter Areale. Der technokratische Name „City West“ hat ausgedient.
Das Bild der City West gleicht derzeit einer riesigen Halde mit aufgetürmten Haufen aus zermalenem Beton. Philosophische Studien zum Thema Vagheit beginnen häufig mit dem Sandhaufen-Beispiel, oder Betonhaufenbeispiel. Ein einzelnes Korn Beton ist offensichtlich noch kein Haufen. Fügt man jedoch nach und nach weitere Körner hinzu, scheint es keinen bestimmten Punkt zu geben, an dem aus einem Nicht-Haufen plötzlich ein Haufen wird. Dieses Problem, bekannt als das Sorites-Paradoxon, zeigt: Es ist nicht so leicht, die Bedeutung vager Begriffe wie „Haufen“, „groß“, „alt“ oder „kahl“ präzise festzulegen.
Der Haufen auf dem Jäger-Parkplatz wird irgendwann ganz verschwinden, wenn das Fundment der Kohl-Allee fertig ist. Dort wird er verbaut. Große Mengen Beton lagern noch auf der Abrissbaustelle, wo er zerkleinert wurde, und an weiteren Orten im Stadtgebiet. Ein Zwischenlager war das TWL Wasserwerk auf der Parkinsel.
Der Arbeitstitel war nicht vage, er passt aus einem anderen Grund nicht zu dem, was er beschreibt. Laut Verwaltung und Stadtentwicklungsgesellschaft ist er zu nüchtern. Planer verwendeten ihn im Werkstattverfahren und bei der Erstellung des Klimaschutzkonzepts
Beim Info-Markt am Samstag, 27. Juni, geht es nicht nur um Planungsfragen, sondern auch um den neuen Namen, den das rund 39 Hektar große Gebiet künftig tragen soll. Die Stadt schlägt dafür mehrere Möglichkeiten vor.
So könnte das Quartier „Zukunftshöfe“ heißen – mit Bezug auf die neuen urbanen Höfe und die Zukunft des Lebens, Arbeitens und Zusammenkommens. Denkbar wäre auch der nicht verträumte, aber visionäre Name „LUX“, der die City West als neuen Lichtpunkt für Ludwigshafen beschreibt: klar, modern und inspirierend.
„LUville“ soll darauf Bezug nehmen, dass internationales Stadtgefühl hier auf lokale Identität trifft. „RheintorQuartier“ wäre eine vierte Alternative und verweist auf das „Tor zum Rhein“ sowie die lebendigen Quartiere entlang des Flusses. „Porta Palatina“ ist vornehm und Latein, drückt Heimat aus und meint das "einladende Eingangstor zur Pfalz mit urbanem Charakter".
Beim Info-Markt am Samstag in der Rhein-Galerie von 11 bis 16 Uhr gibt es nicht nur Kurzvorträge und eine Vorstellung der Planungen für die neuen Zukunftsquartiere, an deren Entwicklung sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen können. Dabei geht es sowohl um die Planung selbst als auch um den Namen, den das rund 39 Hektar große Gebiet künftig tragen soll.
Diese 5 Namen stehen zur Debatte. Bürgerinnen und Bürger können der Stadtverwaltung beim Info-Markt per Stimmzettel mitteilen, welcher der fünf Vorschläge ihr Favorit ist. So entsteht ein Stimmungsbild. Über den endgültigen Namen entscheidet anschließend im Herbst die verwaltung.
Philosophiert wird am Info-Markt nicht. Auch das Fazit wird weniger düster ausfallen, wie das, das Terry Pratchetts Scheibenwelt- Philosoph am Ende jeder Debatte zog und damit böse Blicke aller anderen Philosophen und Intellektuellen auf sich zog: "Die Welt ist ein komischer Ort!"
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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