Ausstellung Our Voices im Hack-Museum über Frauenstatus in Kunstszene
- Hanna Höch, Osterspaziergang, undatiert, Aquarell, Tusche auf Karton, 70 × 50 cm, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen Faksimile
- Foto: Hanna Höch
- hochgeladen von Julia Glöckner
Ludwigshafen. Zum 75-jährigen Jubiläum widmet sich der Deutsche Künstlerbund zusammen mit dem Hack-Museum seit Ende Mai bis 14. September mit der Ausstellung „Our Voices“ der Frage nach der Situation von Künstlern seit 1950 sowie den vielen Hindernissen bei der Gleichstellung. Frauen werden bis heute nicht so wahrgenommen wie ihre männlichen Künstlerkollegen, vor allem in Bezug auf Bezahlung und Sichtbarkeit in Ausstellungen.
Die Ausstellung "Our Voices. Auf den Spuren Bildender Künstlerinnen" spannt in 24 Positionen einen Bogen über 75 Jahre Kunstschaffen. In einem breiten Spektrum verschiedener Medien – Malerei, Zeichnung, Skulptur, Druckgrafik, Textilkunst, Installation, Fotografie und Video – beleuchtet sie sowohl die individuelle, biografische Situation von Künstlerinnen als auch vielen Aspekte der sich wandelnden Stellung von Frauen in der Gesellschaft.
Die Ausstellung zeigt neben Leihgaben der Künstlerinnen auch Werke aus privaten Sammlungen und der Sammlung des Wilhelm-Hack-Museums, die noch nie oder lange nicht öffentlich zu sehen waren. Inhaltlich fragt die Ausstellung "Our Voices" nach dem Verhältnis des Privaten und Politischen, beleuchtet den Umgang mit Mutterschaft und Care-Arbeit und zeigt Arbeiten, die Hierarchieverhältnisse und strukturelle Gewalt reflektieren, sowohl im Gesellschaftszusammenhang und zwischen den Geschlechtern als auch im Verhältnis zur Natur.
Zahlreiche Arbeiten beziehen sich auf den Kampf um die Gleichstellung und um die Sichtbarkeit von Künstlerinnen. Our Voices bietet Einblicke in Phasen weiblicher Kunstgeschichte zwischen dem Ende des 2. Weltkriegs und der Gegenwart.
"Our Voices" versteht sich vor diesem Hintergrund als Einladung, mit Blick auf die Zukunft die individuellen Antworten auf biografische und gesellschaftliche sowie gesellschaftspolitische Herausforderungen und die unterschiedlichen Strategien von Künstlerinnen nachzuvollziehen, mit denen sie diese transformieren. In einer Zeit eskalierender Krisen reflektiert die Ausstellung schließlich auch immer die Rolle und die Möglichkeiten der Kunst bei der Auseinandersetzung mit den bestehenden Verhältnissen und der Entwicklung neuer Perspektiven. Die Ausstellung läuft seit drei Wochen im Hack-Museum und ist gut besucht. jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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