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Infoveranstaltung über Darmkrebs - Krebsprävention

Prof. Dr. Jürgen Riemann und Stefanie Hönle | Foto: Brigitte Melder
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Ludwigshafen. Am Nachmittag des 8. Januar fand in der evangelischen Jakobuskirche, Karl-Kreuter-Straße 7 in Ludwigshafen-Melm, eine höchst interessante Informationsveranstaltung zum Thema Darmkrebs statt. Heute tat es auch nicht weh und man konnte ohne Anmeldung zu diesem Gemeindenachmittag kommen und Fragen stellen. Zudem hatten die Veranstalter LZG (Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.) mit Stefanie Hönle und Professor Dr. Jürgen Riemann (Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke Ludwigshafen) eine kleine kompakte Ausstellung mitgebracht. Auf das Thema „Familiärer Darmkrebs – Früh informiert - besser geschützt“ kann nicht oft genug aufmerksam gemacht werden. Die Stiftung engagiert sich deutschlandweit für die Prävention und Aufklärung zum Thema Darmkrebs. Die Ausstellung wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit und der Barmer. Sie ist ein Kooperationsprojekt von der Stiftung LebensBlicke und Landeszentrale für Gesundheitsförderung unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Alexander Schweitzer.

Zum Gemeindenachmittag, der jeden 2. Donnerstag von 15 bis 17 Uhr stattfindet, hatten sich von der Kirchengemeinde Pfarrer Andreas Große und vom Förderverein Jakobuskirche e.V. die Vorsitzende Brigitte Roos eingefunden. Die Ausstellung kann kostenlos ausgeliehen werden und wird noch bis Sonntag, 11. Januar in der Kirche anzuschauen sein.

Die Begrüßung erfolgte durch Stefanie Hönle, die dem Publikum erzählte, dass die Wanderausstellung hier kurzzeitig verweilen würde. Immer mehr junge Leute leiden daran und das Thema ist immer präsenter und öffentlicher. In der Familie wird selten über das Thema Krebs gesprochen. Es gibt wenige Krebsarten, die sich durch eine Vorsorge verhindern lassen. Und damit überließ sie Herrn Professor Dr. Riemann die weiteren Ausführungen zu diesem Thema.

Er leitete als Direktor die Medizinische Klinik C des Klinikums der Stadt Ludwigshafen mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie und war somit eine Koryphäe auf dem Gebiet. Er hatte die Vision, diese im letzten Jahr ins Leben gerufene Ausstellung zu zeigen. Als Experten dürfe man nach seinem Vortrag gerne Fragen stellen. Es gibt hier verschiedene Interviews mit einer Dauer von ca. 8 Minuten per Kopfhörer zu hören, und zwar mit Personen von Oma/Opa, Eltern, Kindern, Lebenspartnern und Freunden. Sechs verschiedene Aufsteller zeigen die Geschichte dazu. Der Podcast der Stiftung LebensBlicke lautet „Alarm im Darm“, in dem auch die sechs Interviews bei Spotify zu finden sind.

2017 war die erste Ausstellung durch ganz Rheinland-Pfalz, dabei wollte man Menschen auch aus anderen Kulturen dazu bewegen, zur Krebsvorsorge zu gehen. Das hatte nicht so gut geklappt, und deshalb entschloss man sich zu diesem neuen Weg. Mit immunologischen Tests lassen sich bereits bestimmte Substanzen oder Erreger aus dem Stuhl herausfiltern. Mit einem Stuhltest weiß man dann noch mehr. Es gibt Menschen, die haben Angst vor der „schwarzen Mamba“, was ein geflügelter Begriff ist. Menschen über 50 Jahren können kostenlos diesen Check machen lassen, was besonders empfehlenswert ist, wenn in der Familie Darmkrebs ein Thema ist. Die Krankenkassen laden alle 5 Jahre dazu ein, was auch bei der Brustkrebsvorsorge von Frauen gemacht wird. Vorsorgeuntersuchungen sollen ja schließlich etwas ausschließen. Es gibt verschiedene genetische Konstellationen.

Die Lebensgewohnheiten haben sich dramatisch geändert, dabei ist gute Ernährung so wichtig. Viele Menschen leben fast nur noch von Fastfood, Fertiggerichten wie Pizza und vielem anderen, wo versteckter, raffinierter Zucker drin ist. Das schlägt sich auf das Mikrobiom und die Mikroflora nieder. Wir haben eine normale Darmflora, wenn wir uns ausgewogen und ballaststoffreich ernähren. Prof. Dr. Jürgen Riemann ist erschüttert, dass viele drei- bis fünfjährigen Kinder bereits fettsüchtig sind oder zu viel Bauchfett haben. Dieses Viszeral Fett, entwickelt eigene endokrine Zellen, die über Hormonausschüttung ein Hungergefühl erzeugen, und das wiederum ist ein Teufelskreis. Ein Stuhltest gibt Aufschluss über die Beschaffenheit des Darms.

Nach diesen einführenden Worten durften sich die Gäste zu Fragen melden. Auch eine Frage zu Polypen wurde gestellt. Ob sie harmlos sind oder eine Form von Krebs darstellen, hängt von der Größe und Vielzahl ab. Professor Riemann erzählte ein Beispiel, wo alles in Ordnung und abgelichtet war und nach 5 Jahren die Kontrolle stattfinden sollte. Der Patient machte nach 2 Jahren einen Okkulttest, der positiv und somit ein Grund für eine vorzeitige Darmspiegelung war. Nach zwei Jahren hatte der Patient ein kleines frühes Karzinom entwickelt. So etwas sei aber die absolute Ausnahme. Man müsse sich an Wahrscheinlichkeiten orientieren. Nächste Frage: Wie weit ist die Forschung für die unangenehme Darmspiegelungs-Vorbereitung? Die Lösungen zu trinken seien ein Übel. Woraufhin der Professor zu gab, dass eine Pfälzer Weinschorle wohl besser schmecken würde, aber so weit sei man noch nicht. Dass Gelächter im Publikum ausbrach, war plausibel. Nur wenn der Darm sauber ist, bekomme man etwas zu sehen! Auf die nächste Frage betreffend Ernährung meinte er, dass man die Kindergartenkinder, Erzieher und Helfer auf neue Spuren bezüglich Ernährung bringen wollte. Es wurde auch gut angenommen, aber es nütze nicht, wenn es zuhause anders zugeht und ungesundes Zeugs angeboten wird. Aber alles in allem war das von der Stiftung Lebensblicke geförderte Projekt erfolgreich. Den meisten Einfluss hatte man bei Kindern zwischen 9 und 10 Jahren.

Ein Analkarzinom ist ein seltener bösartiger Tumor im Bereich des Analkanals oder Afterrandes, der oft durch HPV-Infektionen verursacht wird und besonders heftig ist. Dieser wird durch u.a. Sexpraktiken in die Umlaufbahn gebracht und Jungs und Männer sind die wichtigsten Überträger dafür. Man solle Kinder und Eltern, drängen zur Vorsorge (HPV-Impfung) zu gehen. Helicobacter pylori sind u.a. im Magen zuhause und können Krankheiten wie Magengeschwüre und Magenkrebs verursachen.

Anschließend konnte man sich die Kopfhörer aufsetzen und/oder zu Kaffee und Kuchen im Untergeschoß schreiten. Aber zuvor bedankte sich noch Brigitte Roos bei Prof. Dr. Jürgen Riemann und Stefanie Hönle für die Einführung in die Ausstellung. Nähere Infos könne man unter www.lebensblicke.de bekommen. Die Botschafterin der Stiftung LebensBlicke des Jahres 2026 ist Frau Dr. Lisa Federle, die man über die Corona-Zeit kennen müsse. Auch der neue Oberbürgermeister von Ludwigshafen Professor Dr. Klaus Blettner wird sich am 5. März als Auftaktpressebeauftragter zur Darmkrebsvorsorge in einer Presskonferenz im Ernst-Bloch-Zentrum einbringen. Es ist ein schöner Ort, in dem man über Gesundheit philosophieren kann. Gesundheit ist eine konkrete Utopie! (mel)

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Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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