ORBEA und Industrieunternehmen für Artenschutz
Wanderfalken auf AbbVie-Gelände in Ludwigshafen ausgewildert
- Vor kurzem wurden drei Wanderfalken (Symbolbild) aus der Greifvogelstation Haßloch erfolgreich in die Freiheit entlassen, und zwar auf dem Werksgelände der AbbVie in Ludwigshafen. (Kleines Video: https://www.linkedin.com/posts/abbvie-deutschland_industrienaturschutz-ludwigshafen-activity-7483832769148616704-mz0H/?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAFIaiQABt_vExLXU1CbNU7HXy4NTIKb9_WI)
- Foto: BASF
- hochgeladen von Klaus-Peter Rieser
Ein besonderer Moment für den Artenschutz auf dem Werksgelände von AbbVie in Ludwigshafen: Vor kurzem wurden drei Wanderfalken aus der Greifvogelstation Haßloch erfolgreich in die Freiheit entlassen. Bereits im März 2026 waren auf dem Gelände zwei junge Uhus ausgewildert worden. Die Tiere wurden zuvor mehrere Monate in der Greifvogelstation gepflegt und auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet. Auf einer baumbestandenen Grünfläche am Rand des Werksgeländes fanden sie ein geeignetes neues Zuhause.
Die Auswilderungen zeigen, wie verantwortungsvoller Industriebetrieb und aktiver Naturschutz Hand in Hand gehen können. Das Beispiel AbbVie belegt: Auch stark genutzte Standorte können wertvolle Lebensräume für geschützte Arten bieten und zur Biodiversität beitragen – wenn geeignete Flächen geschaffen und fachlich begleitet werden.
„Solche Projekte funktionieren nur im Netzwerk", sagt Klaus Eisele, ehrenamtlicher Leiter der ORBEA Ludwigshafen sowie Naturschutzbeauftragter der Stadt und des Rhein-Pfalz-Kreises. „Die Greifvogelstation übernimmt die aufwendige Pflege der Tiere. Wir suchen geeignete Lebensräume und begleiten die Auswilderung. Die Unternehmen unserer Stadt leisten dabei wichtige Beiträge. So können verletzte oder verwaiste Vögel wieder eine Chance in der Natur bekommen."
Aktuell steht das Netzwerk der ORBEA und der mit ihr verbundenen Vogelauffangstationen vor einer weiteren Herausforderung: Die anhaltende Hitze führt dazu, dass zahlreiche Jungvögel verfrüht aus den Nestern fallen oder geschwächt aufgefunden werden. Die Pflege und Aufzucht dieser Tiere bindet derzeit erhebliche Kapazitäten und macht deutlich, wie wichtig funktionierende Strukturen und engagierte Partner im praktischen Artenschutz sind.
Die Ornithologische Beobachtungsstation Altrhein (ORBEA) begleitet diese Maßnahmen seit Jahrzehnten fachlich und organisatorisch. Als ehrenamtlich getragene Organisation engagiert sie sich seit über 60 Jahren für den Schutz von Vögeln, Biodiversität und natürlichen Lebensräumen im urbanen und industriellen Umfeld. Heute betreut die ORBEA mehr als 2.000 Nistkästen und über 600 Schwalbennester und arbeitet eng mit Unternehmen, Institutionen und Forschungseinrichtungen zusammen.
Autor:Klaus-Peter Rieser aus Ludwigshafen |
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