Pop-up-Trauungen am 19. September
Trauung ohne Stress und Tamtam
- Willkommen sind auch Paare, die sich spontan für den Trau-Segen entscheiden.
- Foto: Prot. Dekanat LU/Wagner
- hochgeladen von Yvette Wagner
Pop-up-Trauung? "Für mich ist das völlig neu, ich finde das witzig", sagt Thorsten Hambrecht. Unkompliziert kirchlich heiraten, ohne großen Aufwand und Stress: Das fand auch seine Frau Anna toll. Und so sind die Hambrechts ein Paar, das am 19. September in der Protestantischen Melanchthonkirche Ja zueinander sagt. Anmeldungen für eine Pop-up-Trauung sind weiterhin möglich. Willkommen sind auch Liebende, die sich sehr spontan entscheiden.
"Wir freuen uns auf unsere Pop-up-Trauung", sagt Anna Hambrecht. Eine Hochzeit anders als sonst, bei der man sich selbst um fast nichts kümmern muss, gemeinsam mit anderen Paaren und dennoch mit einem ganz persönlichen Moment: "Das Angebot passt einfach zu uns", meint die 40-Jährige.
Seit zweieinhalb Jahren ist das Thema Hochzeit bei den Hambrechts unvollendet, denn eigentlich sollte es ganz anders laufen. Der Plan lautete: standesamtliche Hochzeit in kleinem Kreis in Bad Dürkheim, anschließend eine freie Trauung mit großer Sause in "Pullman City" in Bayern, einem Freizeitpark im Stil des Wilden Westens.
Stress, Schock, Planänderung
Das Paar arbeitete monatelang auf seinen großen Tag in "Pullman City" hin, organisierte alles bis ins Detail – vom standesgemäßen Kleid bis hin zum Tequila im Saloon statt Sektempfang. Vor allem waren beide stolz darauf, dass alle Freunde mit ihnen feiern wollten. Doch äußere Umstände machten einen dicken Strich durch die Rechnung.
Eine Woche vor der standesamtlichen Trauung hatte ein Feuer "Pullman City" in weiten Teilen zerstört – und damit Annas und Thorstens Hochzeitspläne. Kurzerhand erweiterten sie die standesamtliche Trauung, soweit es ging. Doch mit dem Schock in den Knochen, den zerplatzten Träumen im Kopf und obendrauf einer enttäuschenden Zeremonie konnte das Paar diesen Tag nicht richtig genießen.
Wie geht es weiter?, fragten sie sich immer wieder. Sie starteten einen neuen Anlauf in "Pullman City", das schnell wieder aufgebaut worden war. Aber terminlich und organisatorisch wollte es dort einfach nicht mehr passen.
Was lange währt
Im Frühjahr entdeckte Thorsten Hambrecht einen Flyer in der Protestantischen Kita "Johanneskäfer" in Ludwigshafen-Gartenstadt, wo er als Erzieher arbeitet. Er war sofort begeistert vom Pop-up-Trau-Fest – und auch seine Frau. Einen Eindruck bekamen beide im Internet auf den Seiten des Kirchenbezirks, denn vor zwei Jahren hatte die Protestantische Kirche ein solches Trau-Fest schon einmal angeboten.
38 Paare hatten damals die Melanchthonkirche angesteuert. Einige kamen in Anzug und Hochzeitskleid, andere in Jeans und Turnschuh, ein Paar im schicken Gothic-Outfit. Die bunte Vielfalt gefällt Anna Hambrecht: "Das ist verrückt und super interessant." Sie hat für ihre Pop-up-Trauung bereits ein besonderes Kleid im Schrank hängen, verrät sie.
Einzige Bedingung: gegenseitige Liebe
Beim ersten Pop-up-Trau-Fest holten etliche ihre kirchliche Trauung nach, frisch Verliebte ließen sich segnen, langjährig Verheiratete erneuerten ihr Trau-Versprechen. Auch dieses Mal gilt: Den Trau-Segen erhalten alle Paare, die kommen. Bevor es durch den Luftballon-Bogen zum Altar geht, führt jedes Paar ein kurzes Gespräch mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer, die oder der beide segnen wird.
Um den Trau-Segen zu erhalten, muss man nicht verheiratet sein. Wen man liebt, spielt auch keine Rolle. Gleichgeschlechtliche Paare sind genauso selbstverständlich willkommen. "Nur die Liebe zählt", betont Pfarrerin Susanne Schramm. Sie spendet gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen am 19. September den Trau-Segen.
Ebenfalls kein Kriterium für den Trau-Segen ist die Mitgliedschaft in der Protestantischen Kirche. Doch wenn mindestens ein Partner Mitglied ist und beide bereits standesamtlich verheiratet sind, kann die Segnung als kirchliche Trauung gelten. Das ist bei Anna und Thorsten Hambrecht der Fall.
Ganz frei sind die Paare auch, welche Musik zur Trauung erklingt. Vor Ort gibt es eine Playlist mit Vorschlägen. Die Musik wird entweder über einen Lautsprecher gespielt oder live auf dem E-Piano. Die Paare können auch selbst Musik mitbringen, so wie die Hambrechts: "Durch jeden Sturm" von Santiano, was auch schon auf ihrer standesamtlichen Hochzeit gespielt wurde. Nach dem Trau-Segen erwarten die Paare Sekt und andere Getränke sowie ein kleines, feines Hochzeitstörtchen.
Zu zweit oder mit großer Gesellschaft
Die Pfarrerinnen und Pfarrer freuen sich wieder auf viele bewegende Momente, die eine oder andere Freudenträne und Paare, die von der Trauung am Altar ergriffen sind. "Jedes Paar entscheidet selbst, ob es den Moment am Altar ganz allein genießen oder mit Familie und Freunden feiern möchte", betont Susanne Schramm.
Bei Anna und Thorsten Hambrecht zeichnet sich ab, dass die Runde größer wird als gedacht. Verwandte und viele alte Freunde wollen dabei sein. Dazu kommen die neuen Freunde, die das Paar seit der verhinderten Trauung dazugewonnen hat. Nach der Segnung in der Melanchthonkirche wechselt die Hochzeitsgesellschaft nach Bad Dürkheim auf den Wurstmarkt. Anna und Thorsten freuen sich auf den Tag: "Wir werden ganz entspannt und gemütlich feiern."
Termin
Pop-up-Trauungen
Samstag, 19. September, 11 bis 17 Uhr
Protestantische Melanchthonkirche, Maxstraße 38, Ludwigshafen-Mitte
Infos
Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Pop-up-Trauung sowie Impressionen aus 2024
unter ekilu.de/pop-up-trauung
Fragen beantwortet zudem Citykirchen-Pfarrerin Susanne Schramm,
Telefon 06 21 - 67 18 02 50, E-Mail susanne.schramm(at)evkirchepfalz.de.
Bei ihr kann man auch ein Zeitfenster reservieren.
Autor:Yvette Wagner aus Ludwigshafen |
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