Unterschätzte Stadt: „LUs Probleme gibt's überall" – Geliebte Ebertsiedlung
- Die Ebertsiedlung öffnet sich in einem Halbrund zum Park hin.
- Foto: Julia Glöckner
- hochgeladen von Julia Glöckner
Ludwigshafen. Das Klischee von der Stadt negativer Superlative trifft für Gaby Schumann nicht zu. Die Ex-Münchnerin lebt seit 53 Jahren in Ludwigshafen und sieht seither vor allem das Positive an Ludwigshafen im Städtevergleich mit vielen anderen Großstädten.
Von Julia Glöckner
„Das alles trifft überhaupt nicht zu. Wir haben so viele schöne, große Parks, den Ebertpark, das Maudacher Bruch, die Parkinsel. Es gibt so viele schöne Orte mit Aufenthaltsqualität wie das Rheinufer, öffentliche Plätze und Straßenzüge mit besonderer Architektur wie in Süd, Friesenheim, Nord.“
"Andere Städte haben dieselben Probleme"
Gaby Schumann lebte lange in München, wo sie im Alter von 19 Jahren ihren Mann kennenlernte, für den sie nach Ludwigshafen kam. Sie reist seit der Rente viel umher, besuchte Städte wie Paris, Dresden, Frankfurt. Im Vergleich mit anderen Städten schneidet die Heimatstadt gut ab. „Was in Ludwigshafen überbetont wird, gibt es überall“, sagt sie.
„Andere Städte sind genauso zugebaut und haben mit Hitze zu schaffen. Selbst Nachbarstädte wie Speyer. Der Altstadtkern ist dort hitzebelastet“, sagt Schumann, dasselbe gilt für viele andere Städte. Über Karlsruhe erstreckt sich eine Hitzeglocke über zentrale Stadtviertel, die nicht durchzogen sind von großen Parks wie Ebertpark, Maudacher Bruch, Parkinsel.
Überall schimpften die Menschen zudem genauso über den Wegzug des Einzelhandels, etwa auch in Mannheim. Städte wie Paris seien stark vermüllt, die Innenstadt müsse täglich von Müll der Touristen und Passanten befreit werden, erzählt Schumann.
Dankbarkeitstagebuch raten Experten in Multikrise
Straßen, die in der Zeit der großen Infrastrukturprojekte in den 60er- und 70er-Jahren wuchsen, müssen jetzt saniert werden. Im Ergebnis sieht man in allen Städten Deutschlands viele Baustellen. In Ludwigshafen werden sie zum Aufreger. Wenn die Redaktion Mannheimer nach der Situation in der Innenstadt fragt, hört man oft: „Es gibt entweder Türkenläden, Billigläden oder hochpreisige Geschäfte, aber keine Geschäfte mehr, in denen man noch einkaufen kann.“
Schumann glaubt, dass das „Dauermeckern“ zum allgemeinen gesellschaftlichen Stimmungshintergrund in unserer Gesellschaft gehört. „Ich denke, dass Annehmen und Dankbarkeit gute Strategien sind hin zu mehr Zufriedenheit und Glück. Die Menschen müssen sehen, wie gut es ihnen geht, viel besser als in den Nachkriegsjahrzehnten.“
Suburbane Räume - Stadt der kurzen Wege
Auch die Größe der Stadt Ludwigshafen nimmt Schumann als „perfekt“ wahr. Man lebt in vielen Stadtteilen, die lange Vororte von Ludwigshafen waren, in der Stadt sowie auf dem Land. In Stadtteilen wie Oggersheim, wo sie mit ihrem Mann zunächst am Ortsrand lebte, hat man die Erholung und Ruhe wie auf dem Land, und doch ist man gleich im Stadtzentrum, wo das pralle gesellschaftliche Leben stattfindet. „Das Wohnen in Vororten bringt mit sich, dass man überall mit dem ÖPNV hinkommt. Ich bin in 20 Minuten am Mannheimer Hauptbahnhof und habe dort Anschluss an ICEs. Das ÖPNV-Netz ist sehr gut ausgebaut.“
Niedrige Preise, Pfälzer Toleranz und Respekt
Als sie aus München hierherkam, das als sehr teures Pflaster gilt, fielen ihr die niedrigen Preise für Lebenshaltung, Miete, Kultur, Gastronomie auf. Sie zahlt „700 Euro warm für eine Wohnung, in München würde sie für dieselbe Wohnung 1800 zahlen. Die GAG hält die Mietpreise niedrig. Auch für die Wohnsituation hätte die Stadt mehr Dankbarkeit verdient.“ Gaby Schumann arbeitete als Industriekauffrau bei BASF, bei der städtischen Verkehrsüberwachung. Sie schätzt die Stadtgesellschaft auch wegen ihrer Offenheit. „Ich merkte schnell, dass die Pfälzer Geselligkeit, Gelassenheit, Toleranz an den Tag legen, und schätze auch Respekt. In München teilen sich die Leute manchmal recht derb mit, das kann man von den Pfälzern nicht sagen“, sagt Schumann. „In Ludwigshafen habe ich mich sofort wohlgefühlt und habe in kurzer Zeit viele Leute kennengelernt. Immer wieder lerne ich neue Menschen kennen.“
Verbunden mit Ebertsiedlung
Heute lebt sie in der Ebertsiedlung mit Blick auf den grünen Innenhof. Dort erlebt sie ein „tolles Wohngefühl und ein gutes Miteinander unter den Nachbarn“. Dieses sei geprägt von losem, typisch nachbarschaftlichem Kontakt, der aus sich selbst heraus entstehe. Er gilt als Basis für Respekt, Wohnidentität und nachbarschaftliche Netzwerke. Der direkt erreichbare Ebertpark „hat sich in den vergangenen Jahren extrem gemacht“, so Schumann. „Dort gibt es viele Veranstaltungen wie die italienische Nacht. Das Turmrestaurant ist extrem gut besucht, der Park belebt. Bülent tritt im Herbst in der Eberthalle auf.“
- Die grünen Innenhöfe, der zentral gelegene mit einem Seerosenteich.
- Foto: JG
- hochgeladen von Julia Glöckner
„2011 hat die Wohnungsbaugesellschaft GAG, die Eigentümerin ist, die Ebertsiedlung für 35 Millionen Euro grundsaniert“, erzählt Schumann. Die denkmalgeschützte Wohnsiedlung aus der Zeit des Neuen Bauens schafft laut GAG große Identifikation unter den Menschen aus Ludwigshafen. Vor allem aber unter den Bewohnern, die lange, teils seit Jahrzehnten dort leben. Dies trägt zur gewachsenen Nachbarschaft bei, was zusammen mit Lage und Wohnqualität zur Verbundenheit mit der Siedlung beiträgt. Das Wohnumfeld mit den grünen Höfen ist attraktiv, die Wohnungen sind gut ausgestattet. Hinzu kommen die Qualitäten der Siedlung selbst. Die Wohnungen bieten ein attraktives Wohnumfeld mit grünen Innenhöfen, guter Ausstattung der Wohnungen bei hoher energetischer Ausstattung der Gebäude seit der Sanierung Anfang der 2000er-Jahre. Zugleich ist die Lage für viele Bewohnerinnen und Bewohner ideal: Der Ebertpark liegt unmittelbar vor der Tür, die Straßenbahn sorgt für eine sehr gute Anbindung und auch innerhalb Friesenheims ist die Siedlung zentral gelegen. Man wohnt damit grün und ruhig, ohne auf kurze Wege verzichten zu müssen.
„Ich fühle mich seit 53 Jahren in Ludwigshafen sehr gut aufgehoben“, sagt Schumann. „Wenn ich die Menschen reden höre, denke ich manchmal: ‚Das kann doch nicht sein‘. Hier gibt es ein lebendiges Kulturleben, ein Theater, gute Lokale, wir haben alles, was das Leben angenehm macht. Die Bewohner hier sollten sich mal andere Städte anschauen, um die Vorteile ihrer eigenen Stadt mal wieder mehr zu sehen. Wer alles schlechtredet, bringt sich um so vieles, um das gute Lebensgefühl. Das ganze Leben ist geprägt vom Wandel, den Ludwigshafen durchlebt.“
So manipulieren Content Creators
Medienwissenschaftler belegen seit Jahren empirisch: Soziale Medien verändern unsere Wahrnehmung erheblich. Negative Nachrichten verbreiten sich dort emotionaler als positive Entwicklungen, werden häufiger kommentiert und weitergeteilt. Menschen, die viel Zeit in sozialen Medien verbringen, laufen zunehmend mit einer Art „Brille“ durch die Welt, die den Fokus auf das Negative richtet. Auch im direkten Umfeld kann sich diese Wahrnehmung verstärken: Nachbarn und andere Menschen sprechen immer häufiger über das Negative. Populisten nutzen seit Jahren gezielt die Medienberichterstattung, um insbesondere in Städten, in denen sie hohe Wähleranteile erzielen, das Gefühl von Unzufriedenheit weiter zu verstärken und so zusätzliche Wähler zu gewinnen. Bots verbreiten extrem negative Kommentare, teils mithilfe KI-generierter Stimmen, neben echten „Content-Generatoren“, die Bestandteil entsprechender Medienkampagnen der rechtspopulistischen Parteien werden. In manchen Städten entwickelt sich auf diese Weise eine Kultur des Dauerpessimismus. Das kann paradoxerweise sogar Menschen miteinander verbinden. Langfristig schwächt eine solche Atmosphäre jedoch die Attraktivität einer Stadt nach außen, das Vertrauen innerhalb der Stadtgesellschaft und damit letztlich die Stadt selbst.
Sternliebs Siedlungsentwurf durch neues Bauen geprägt
Zum symmetrischen Haupteingang des Ebertparks hin, in dessen Achse Turmrestaurant und Sternbecken liegen, öffnet sich die Ebertsiedlung mit einem Halbrund – klar gegliedert und schmucklos. Die Fensterbänder entfalten sich in klaren Linien, besonders sind die senkrechten Fensterbänder zur Beleuchtung der Treppenhäuser. Durch die symmetrisch angelegte Siedlung zieht sich als Achse eine Allee, die Ebertstraße. Die Ecktürme setzen eine markante Aufteilung der Siedlungsblöcke. Die Pfeiler an den Seiteneingängen erinnern an den Monumentalstil. Bewohner berichten immer wieder von hervorragendem Wohngefühl durch die grünen, parkähnlichen Innenhöfe. Die Türme haben Fenster mit Eckknick, den Architekten des Bauens gern als Stilmittel einsetzten.
Ludwigshafen. Das Klischee von der Stadt negativer Superlative trifft für Gaby Schumann nicht zu. Die Ex-Münchnerin lebt seit 53 Jahren in Ludwigshafen und sieht seither vor allem das Positive an Ludwigshafen im Städtevergleich mit vielen anderen Großstädten.
Von Julia Glöckner
„Das alles trifft überhaupt nicht zu. Wir haben so viele schöne, große Parks, den Ebertpark, das Maudacher Bruch, die Parkinsel. Es gibt so viele schöne Orte mit Aufenthaltsqualität wie das Rheinufer, öffentliche Plätze und Straßenzüge mit besonderer Architektur wie in Süd, Friesenheim, Nord.“
"Andere Städte haben dieselben Probleme"
Gaby Schumann lebte lange in München, wo sie im Alter von 19 Jahren ihren Mann kennenlernte, für den sie nach Ludwigshafen kam. Sie reist seit der Rente viel umher, besuchte Städte wie Paris, Dresden, Frankfurt. Im Vergleich mit anderen Städten schneidet die Heimatstadt gut ab. „Was in Ludwigshafen überbetont wird, gibt es überall“, sagt sie.
„Andere Städte sind genauso zugebaut und haben mit Hitze zu schaffen. Selbst Nachbarstädte wie Speyer. Der Altstadtkern ist dort hitzebelastet“, sagt Schumann, dasselbe gilt für viele andere Städte. Über Karlsruhe erstreckt sich eine Hitzeglocke über zentrale Stadtviertel, die nicht durchzogen sind von großen Parks wie Ebertpark, Maudacher Bruch, Parkinsel.
Überall schimpften die Menschen zudem genauso über den Wegzug des Einzelhandels, etwa auch in Mannheim. Städte wie Paris seien stark vermüllt, die Innenstadt müsse täglich von Müll der Touristen und Passanten befreit werden, erzählt Schumann.
Dankbarkeitstagebuch raten Experten in Multikrise
Straßen, die in der Zeit der großen Infrastrukturprojekte in den 60er- und 70er-Jahren wuchsen, müssen jetzt saniert werden. Im Ergebnis sieht man in allen Städten Deutschlands viele Baustellen. In Ludwigshafen werden sie zum Aufreger. Wenn die Redaktion Mannheimer nach der Situation in der Innenstadt fragt, hört man oft: „Es gibt entweder Türkenläden, Billigläden oder hochpreisige Geschäfte, aber keine Geschäfte mehr, in denen man noch einkaufen kann.“
Schumann glaubt, dass das „Dauermeckern“ zum allgemeinen gesellschaftlichen Stimmungshintergrund in unserer Gesellschaft gehört. „Ich denke, dass Annehmen und Dankbarkeit gute Strategien sind hin zu mehr Zufriedenheit und Glück. Die Menschen müssen sehen, wie gut es ihnen geht, viel besser als in den Nachkriegsjahrzehnten.“
Suburbane Räume - Stadt der kurzen Wege
Auch die Größe der Stadt Ludwigshafen nimmt Schumann als „perfekt“ wahr. Man lebt in vielen Stadtteilen, die lange Vororte von Ludwigshafen waren, in der Stadt sowie auf dem Land. In Stadtteilen wie Oggersheim, wo sie mit ihrem Mann zunächst am Ortsrand lebte, hat man die Erholung und Ruhe wie auf dem Land, und doch ist man gleich im Stadtzentrum, wo das pralle gesellschaftliche Leben stattfindet. „Das Wohnen in Vororten bringt mit sich, dass man überall mit dem ÖPNV hinkommt. Ich bin in 20 Minuten am Mannheimer Hauptbahnhof und habe dort Anschluss an ICEs. Das ÖPNV-Netz ist sehr gut ausgebaut.“
Niedrige Preise, Pfälzer Toleranz und Respekt
Als sie aus München hierherkam, das als sehr teures Pflaster gilt, fielen ihr die niedrigen Preise für Lebenshaltung, Miete, Kultur, Gastronomie auf. Sie zahlt „700 Euro warm für eine Wohnung, in München würde sie für dieselbe Wohnung 1800 zahlen. Die GAG hält die Mietpreise niedrig. Auch für die Wohnsituation hätte die Stadt mehr Dankbarkeit verdient.“ Gaby Schumann arbeitete als Industriekauffrau bei BASF, bei der städtischen Verkehrsüberwachung. Sie schätzt die Stadtgesellschaft auch wegen ihrer Offenheit. „Ich merkte schnell, dass die Pfälzer Geselligkeit, Gelassenheit, Toleranz an den Tag legen, und schätze auch Respekt. In München teilen sich die Leute manchmal recht derb mit, das kann man von den Pfälzern nicht sagen“, sagt Schumann. „In Ludwigshafen habe ich mich sofort wohlgefühlt und habe in kurzer Zeit viele Leute kennengelernt. Immer wieder lerne ich neue Menschen kennen.“
Verbunden mit Ebertsiedlung
Heute lebt sie in der Ebertsiedlung mit Blick auf den grünen Innenhof. Dort erlebt sie ein „tolles Wohngefühl und ein gutes Miteinander unter den Nachbarn“. Dieses sei geprägt von losem, typisch nachbarschaftlichem Kontakt, der aus sich selbst heraus entstehe. Er gilt als Basis für Respekt, Wohnidentität und nachbarschaftliche Netzwerke. Der direkt erreichbare Ebertpark „hat sich in den vergangenen Jahren extrem gemacht“, so Schumann. „Dort gibt es viele Veranstaltungen wie die italienische Nacht. Das Turmrestaurant ist extrem gut besucht, der Park belebt. Bülent tritt im Herbst in der Eberthalle auf.“
- Die grünen Innenhöfe, der zentral gelegene mit einem Seerosenteich.
- Foto: JG
- hochgeladen von Julia Glöckner
„2011 hat die Wohnungsbaugesellschaft GAG, die Eigentümerin ist, die Ebertsiedlung für 35 Millionen Euro grundsaniert“, erzählt Schumann. Die denkmalgeschützte Wohnsiedlung aus der Zeit des Neuen Bauens schafft laut GAG große Identifikation unter den Menschen aus Ludwigshafen. Vor allem aber unter den Bewohnern, die lange, teils seit Jahrzehnten dort leben. Dies trägt zur gewachsenen Nachbarschaft bei, was zusammen mit Lage und Wohnqualität zur Verbundenheit mit der Siedlung beiträgt. Das Wohnumfeld mit den grünen Höfen ist attraktiv, die Wohnungen sind gut ausgestattet. Hinzu kommen die Qualitäten der Siedlung selbst. Die Wohnungen bieten ein attraktives Wohnumfeld mit grünen Innenhöfen, guter Ausstattung der Wohnungen bei hoher energetischer Ausstattung der Gebäude seit der Sanierung Anfang der 2000er-Jahre. Zugleich ist die Lage für viele Bewohnerinnen und Bewohner ideal: Der Ebertpark liegt unmittelbar vor der Tür, die Straßenbahn sorgt für eine sehr gute Anbindung und auch innerhalb Friesenheims ist die Siedlung zentral gelegen. Man wohnt damit grün und ruhig, ohne auf kurze Wege verzichten zu müssen.
„Ich fühle mich seit 53 Jahren in Ludwigshafen sehr gut aufgehoben“, sagt Schumann. „Wenn ich die Menschen reden höre, denke ich manchmal: ‚Das kann doch nicht sein‘. Hier gibt es ein lebendiges Kulturleben, ein Theater, gute Lokale, wir haben alles, was das Leben angenehm macht. Die Bewohner hier sollten sich mal andere Städte anschauen, um die Vorteile ihrer eigenen Stadt mal wieder mehr zu sehen. Wer alles schlechtredet, bringt sich um so vieles, um das gute Lebensgefühl. Das ganze Leben ist geprägt vom Wandel, den Ludwigshafen durchlebt.“
So manipulieren Content Creators
Medienwissenschaftler belegen seit Jahren empirisch: Soziale Medien verändern unsere Wahrnehmung erheblich. Negative Nachrichten verbreiten sich dort emotionaler als positive Entwicklungen, werden häufiger kommentiert und weitergeteilt. Menschen, die viel Zeit in sozialen Medien verbringen, laufen zunehmend mit einer Art „Brille“ durch die Welt, die den Fokus auf das Negative richtet. Auch im direkten Umfeld kann sich diese Wahrnehmung verstärken: Nachbarn und andere Menschen sprechen immer häufiger über das Negative. Populisten nutzen seit Jahren gezielt die Medienberichterstattung, um insbesondere in Städten, in denen sie hohe Wähleranteile erzielen, das Gefühl von Unzufriedenheit weiter zu verstärken und so zusätzliche Wähler zu gewinnen. Bots verbreiten extrem negative Kommentare, teils mithilfe KI-generierter Stimmen, neben echten „Content-Generatoren“, die Bestandteil entsprechender Medienkampagnen der rechtspopulistischen Parteien werden. In manchen Städten entwickelt sich auf diese Weise eine Kultur des Dauerpessimismus. Das kann paradoxerweise sogar Menschen miteinander verbinden. Langfristig schwächt eine solche Atmosphäre jedoch die Attraktivität einer Stadt nach außen, das Vertrauen innerhalb der Stadtgesellschaft und damit letztlich die Stadt selbst.
Sternliebs Siedlungsentwurf durch neues Bauen geprägt
Zum symmetrischen Haupteingang des Ebertparks hin, in dessen Achse Turmrestaurant und Sternbecken liegen, öffnet sich die Ebertsiedlung mit einem Halbrund – klar gegliedert und schmucklos. Die Fensterbänder entfalten sich in klaren Linien, besonders sind die senkrechten Fensterbänder zur Beleuchtung der Treppenhäuser. Durch die symmetrisch angelegte Siedlung zieht sich als Achse eine Allee, die Ebertstraße. Die Ecktürme setzen eine markante Aufteilung der Siedlungsblöcke. Die Pfeiler an den Seiteneingängen erinnern an den Monumentalstil. Bewohner berichten immer wieder von hervorragendem Wohngefühl durch die grünen, parkähnlichen Innenhöfe. Die Türme haben Fenster mit Eckknick, den Architekten des Bauens gern als Stilmittel einsetzten.
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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