In Pennsylvania wird pälzisch gebabbelt
Pfälzer in den Staaten

Wie kam der pfälzische Dialekt nach Amerika? Diese und andere Fragen beleuchtet die spannende Dokumentation "Hiwwe wie Driwwe".
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Pfalz. Nachfahren von Pfälzer Auswanderern in den USA sprechen noch heute einen Dialekt, der dem Pfälzer Dialekt sehr ähnlich ist. Der Film „Hiwwe wie driwwe“ ist dem Phänomen auf den Grund gegangen.

Mit tosendem Applaus goutierten die Zuschauer diese „Liebeserklärung an die Pfalz“. Im Publikum beim Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen 2019 saßen zu einem großen Teil Pfälzer, um den Film „Hiwwe wie driwwe“ über die Pfälzer in Amerika zu sehen. Indem die Minderheit in den USA begleitet wird, die einen dem pfälzischen sehr ähnlichen Dialekt, das sogenannten Pennsylvanian-Dutch (PA-Dutch), noch heute sprechen und auch viel bekanntes aus der Pfalz in ihrer Kultur bewahrt haben, zeigen die beiden Pfälzer Filmemacher Benjamin Wagener und Christian Schega in dem Film die Eigenarten der Pfälzer Kultur.
Protagonist der Dokumentation ist Douglas „Doug“ Madenford, Deutschlehrer, der selbst noch das PA-Dutch spricht, und das Volksfest in Kutztown besucht und dort viele Menschen trifft, die die selbst auch PA-Dutch sprechen. Dort wird Brotworscht und Saumagen angeboten, Handwerker demonstrieren die alte Töpferkunst und der „Belznickel“ – eine Art Knecht Ruprecht - kommt ausnahmsweise nicht zu Weihnachten sondern mitten im Sommer. Schilder, die vor Elwetridschen warnen, die die Straße überqueren, werden verkauft. Vieles auf dem ältesten Volksfest der USA kommt dem Pfälzer sehr bekannt vor. Den „Murmeltiertag“, den wir aus dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ kennen, haben die Pfälzer auch mit nach Pennsylvania gebracht. Und obwohl die Regel – wenn das Tier am 2. Februar einen Schatten wirft, beginnt bald das Frühjahr – in der Pfalz durchaus Sinn ergibt, ist er hier ausgestorben. Dort hat er sich erhalten, obwohl die Regel dort nicht gilt.

Viele Pfälzer flohen in die USA

Im 17. und 18. Jahrhundert haben viele Pfälzer ihr weniges Hab und Gut gepackt und sind in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Viele siedelten in Pennsylvania und bewahrten ihren Dialekt und Teile ihrer Kultur. Sie flohen vor Armut und der Aussichtslosigkeit in der alten Heimat, die meisten auch, um ihren Glauben in der neuen Heimat frei zu leben. So ist ein großer Teil der heute noch PA-Dutch sprechenden Amerikaner Mennoniten und Amische, die außerdem in ihren Gemeinschaften recht abgesondert von der amerikanischen Mehrheitsgesellschaft leben. Unter den Lutheranern stirbt das PA-Dutch dagegen langsam aus. So sind viele Interview-Partner mittlerweile schon sehr betagt.
Im zweiten Teil besucht „Doug“ die Pfalz und lernt unter anderem die reiche Weinkultur kennen, die er aus seiner Heimat nicht kennt. Er trifft Landwirte, einen Gastronomen, einen ehemaligen amerikanischen Soldaten, der in Germersheim „hängen geblieben“ ist und sein PA-Dutch von seinem Schwiegervater gelernt hat, sowie den Comedian Christian „Chako“ Habekost. In Hördtbei Germersheim, das eine Partnerschaft mit Kutztown pflegt, gab „Doug“ ein kleines Konzert. Trotz der kleinen Unterschiede fühlte er sich hier durchaus heimisch, erklärten Wagner und Schega nach der Filmvorführung im Filmgespräch. „Unser Film kommt hiwwe wie driwwe gut an“, sagt Wagener. Sowohl in der Pfalz wie in Kutztown sind die Menschen begeistert. rk

Informationen:

Informationen zu dem Film und zu Vorführungen findet man unter www.hiwwewiedriwwe.com.

Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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