Jubiläum bei BASF in Ludwigshafen: Weinkeller mit 1 Mio Flaschen
- Etwa eine Million Flaschen lagern im Keller.
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Ludwigshafen. Unter dem BASF-Werk in Ludwigshafen lagert ein Ort, der eher an ein Weinarchiv als an einen Chemiekonzern erinnert. Rund eine Million Flaschen Wein liegen dort zwölf Meter unter der Erde. Der traditionsreiche Keller wird im Jahr 2026 bereits 125 Jahre alt.
37 Stufen führen hinab in das Gewölbe. Unten herrschen konstant etwa zehn bis zwölf Grad. In langen Reihen lagern Flaschen nach Herkunft und Jahrgang sortiert. Italien, Spanien, Bordeaux oder Rieslinge aus der Pfalz. Der Keller gehört zur Gastronomie-Sparte des Unternehmens und ist Teil einer langen Firmenkultur rund um Gastlichkeit und Repräsentation.
Weinkeller entstand bereits im Jahr 1901
Die Geschichte begann im Jahr 1901. Damals gehörte Wein selbstverständlich zu Geschäftsessen und Empfängen im Gesellschaftshaus des Konzerns. Gäste konnten den passenden Wein direkt vor Ort kaufen. Auch Zigarren wurden angeboten. Vieles hat sich seither verändert. Der Keller ist geblieben.
Heute umfasst das Sortiment mehr als 2000 verschiedene Weine aus Europa und Übersee. Etwa 25.000 Kunden weltweit werden beliefert. Rund 100 Weine tragen ein exklusives BASF-Etikett. Die Preise reichen von etwa vier bis zu rund 1000 Euro pro Flasche.
Eigenes Team kümmert sich um Einkauf und Lager
Der Weinkeller ist organisatorisch Teil der BASF-Gastronomie. Dort arbeiten etwa 400 Beschäftigte. Sie organisieren Veranstaltungen, Caterings und Empfänge. Direkt im Keller kümmern sich 23 Mitarbeiter um Einkauf, Lagerung und Versand. Dazu gehören auch Sommeliers und Weinbauingenieure.
Seit 2014 leitet Bernhard Wolff die Genussabteilung. Der gebürtige Neustadter arbeitet seit 1999 für den Konzern. Für ihn steht beim Wein weniger der Preis im Vordergrund als der persönliche Geschmack. „Es gibt nur zwei Weine. Die, die einem schmecken. Und die, die einem nicht schmecken.“
Feste Größe im deutschen Weinhandel
Nach Einschätzung des Deutschen Weininstituts gilt der Keller als bedeutender Akteur im Weinfachhandel. Öffentliche Weinhandlungen mit direkter Anbindung an einen internationalen Konzern sind in Deutschland selten. Auch die Bayer AG in Leverkusen betreibt einen kleineren Keller mit Verkauf.
Der Markt steht derzeit unter Druck. Der Weinkonsum sinkt und viele Winzer kämpfen mit Absatzproblemen. In Ludwigshafen will man Besucher dennoch niedrigschwellig an das Thema heranführen. Nicht jeder müsse sich mit Lagen oder Jahrgängen auskennen.
Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen im Konzern ist ein Ende des Weinkellers nicht geplant. Zum 125-jährigen Bestehen sind Veranstaltungen und Verkostungen geplant. Besucher können ausgewählte Weine probieren und mehr über die Geschichte des ungewöhnlichen Kellers erfahren. dpa/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |