BriMel unterwegs
Festival des deutschen Films „Simpel“ Taschentuchalarm

Letzter Tag, kein Schauspieler mehr vor Ort, nur noch die Leinwand
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Ludwigshafen. Am 9. September fand für mich die letzte Filmvorstellung auf der Parkinsel statt. Wir sind nachmittags in den „Simpel“ gegangen. Eine lange Besucherschlange wartete auf Einlass, da es eine viertelstündige Verzögerung gab. Dank Platzkarte sahen waren wir aber gechillt.

Es ging in dem Film um zwei Brüder. Ben kümmerte sich liebevoll und mit ganzer Kraft um seinen geistig behinderten Bruder Simpel. Als die Mutter starb, sollten die Beiden auseinander gerissen werden. Simpel musste per Beschluss in eine behindertengerechte Einrichtung gebracht werden. Es zerriss einem das Herz, als man sah, wie Simpel im Polizeibus stand und an die Heckscheibe trommelte, damit sein Bruder ihn nicht gehen ließ. Er brachte es auch nicht über’s Herz, rannte dem Bus hinterher und bemächtigte sich dem Gefährt. Ben beschloss, ihren Vater in Hamburg zu suchen, der die Familie vor 15 Jahren verließ. Er hatte natürlich in der Zwischenzeit eine neue Familie mit gutem Einkommen und gesunden Kindern. Nur Ben hätte ihn besuchen sollen und nicht Simpel.

Ich will jetzt nicht die ganze Geschichte erzählen, aber wenn dieser Film einmal im TV angekündigt wird, unbedingt einschalten. Er ist einer der wundervollsten Filme im diesjährigen Wettbewerb. So viele Emotionen, ein Auf und Ab der Gefühle, eine wundervolle Geschichte, die Gott sei Dank gut endet. Und ich verspreche Ihnen, dass auch bei Ihnen nach den Taschentüchern gegriffen wird.

Die Schauspieler haben ihr vielfältiges Können unter Beweis gestellt. Ganz hervorragend in die Rolle des geistig behinderten Simpel ist David Kross hineingeschlüpft. Mein lieber Scholli, der hat das so dermaßen überzeugend gespielt!!!!! Vor 10 Jahren ist er mir schon in „Der Vorleser“ mit Kate Winslet positiv aufgefallen. Auch Frederick Lau, den ich eigentlich nur als „Bösen“ kenne, zeigte seine liebevolle und aufopfernde Seite. Emilia Schüle und Axel Stein waren stehts zur Stelle, wenn es „brannte“ – ja, es brannte wirklich im Film. Auch die beiden Schauspieler haben mir sehr gut gefallen. Annette Frier als Prostituierte hatte zwar nur eine kleine Rolle, aber die war ebenfalls gut. Aber wer mir nicht in der Rolle als Vater gefallen hat, war Devid Striesow, den ich normalerweise sehr gerne sehe. Irgendwie bringe ich ihn immer mit „Blaubeerblau“ in Verbindung.

Ein wirklich anrührender Film, teils lustig und dann wieder zum Heulen schön. (mel)

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