Vorbereitungen für Rückbau des Nordbrückenkopfs: Rodungsarbeiten machen Platz für Kohl-Alle und neue Stadtbäume
- Am Nordbrückenkopf finden Rodungsarbeiten statt
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Ludwigshafen. Voraussichtlich ab Donnerstag, 8. Januar 2026, beginnen Rodungsarbeiten im Bereich des Nordbrückenkopfes. Dies ist der zentralen Verkehrsknotenpunkt zwischen der Hochstraße Nord (B 44) und der Kurt-Schumacher-Brücke. Die Maßnahmen sind Teil der vorbereitenden Arbeiten für den geplanten Rückbau des sogenannten Würfelbunkers ab April 2026 sowie den anschließenden Rückbau des Nordbrückenkopfes ab August 2026.
Zur Einrichtung der Baustelle ist es erforderlich, die vorhandenen Gehölze und Sträucher zu entfernen. Die Rodungsarbeiten sollen voraussichtlich bis Ende Februar 2026 abgeschlossen sein.
Der Nordbrückenkopf wird während des Baus der Helmut-Kohl-Allee grundlegend umgestaltet. Künftig soll die neue Verkehrsachse die Allee direkt mit der Kurt-Schumacher-Brücke verbinden. Für die gerodeten Flächen sind umfangreiche Ersatzpflanzungen vorgesehen: Entlang der Helmut-Kohl-Allee entstehen breite Grünstreifen mit jeweils zwei Baumreihen auf beiden Straßenseiten. Zudem ist eine mittige Begrünung geplant.
Neue klimaangepasste Stadtbäume
Insgesamt werden hier rund 920 klimaangepasste Straßenbäume gepflanzt, beispielsweise Amberbäume, Japanische Schnurbäume, Zelkoven oder Silberlinden, die an die Hitzebelastungen der Innenstadt angepasst sind.
Nach Angaben der Stadt erreichen alle diese Baumarten eine Höhe von 15 bis 20 Metern und einen Kronendurchmesser von 15 bis 20 Metern.
Baumschulen sprechen dagegen etwa bei Amberbäumen von meist höchstens 3 bis 4 Metern Kronendurchmesser, in sehr seltenen Ausnahmefällen erreichen 10 bis 12 Meter. Zelkloven werden 10 bis maximal nur 15 Meter breit. Der Japanische Schnurbaum, der kürzlich wegen seiner kleinen Blattmasse seitens eines Baumexperten mit Blick auf wirksame Kühlungseffekte für die City West kritisiert wurde, entwickelt eine mittelgroße, breite und ausladende Krone, die typischerweise 12 bis 18 Meter breit werden kann. Viele Botaniker halten ihn entgegen der Kritik derzeit für einen Alleskönner in Parks und Straßenschluchten, weil er Schatten spendet, aber nicht so dicht ist, dass er kein Licht mehr durchlässt. Darunter könnten also noch Sträucher wachsen, die zusätzlich die Boden vor Austrocknung schützen.
Die Baumplanung entlang der Kohl-Allee geriet zuletzt in Kritik seitens der Bürgerinitiative Lebenswertes Ludwigshafen, die die Baumliste dem ehemaligen Forstamtsdirektor des Landes, Volker Ziesling, vorlegte. Dieser hielt die ausgewählten Bäume größtenteils für ungeeignet.
Im Unterschied dazu halten Forschungsmeinungen aus der botanischen Biologie die Baumarten gut geeignet, weil sie hitzeresilient sind und Städte klimafit machen, sofern sie unter guten Bedingungen wachsen. Dafür soll laut Verwaltung Granulat im Boden sorgen, angelegt nach dem Schwammstadtprinzip. Zudem erlauben die weniger dichtkronigen Bäume das Weitertragen von Winden entlang der West-Ost-Freiluftschneise. Die lichten Kronen ermöglichen zudem die Bepflanzung mit Gräsern und Sträuchern, die zusätzlich die Böden vor Verdunstung schützen und kühlende Effekte haben.
Universitäten, unter anderem das KIT Karlsruhe, forschen derzeit intensiv daran herauszufinden, welche Stadtbäume Städte in 10 bis 30 Jahren tatsächlich klimatfit machen. Viele Arten, die lange unsere Straßen säumten, wie die Winter- und Sommerlinde, werden der künftigen Hitze- und Trockenheitsbelastung nicht mehr standhalten. Daher werden Bäume in Sachen Klimaresilienz der Städte derzeit neu diskutiert und in den Blick genommen. jg/red
- Die Silberlinden entlang Weena in Rotterdam wuchsen nicht ideal und erreichten eine Breite von maximal fünf Metern. Bäume entlang von großen Straßen werden unter harten Bedingungen groß wie Wassermangel durch Versiegelung, Schadstoff- und größerer Hitzebelastung durch aufgeheizten Asphalt. Das soll durch eingebrachtes Substrat in den Boden nach dem Schwammstadtprinzip entlang der Kohl-Allee anders werden.
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Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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