Bilanz zum Festival des deutschen Films: 20 Jahre neue Besucherrekorde und immer mehr Branchenbekanntheit

Die festlich erleuchtete Parkinsel zum Festival des deutschen Films | Foto: Arthur Bauer/Festival des deutschen Films
  • Die festlich erleuchtete Parkinsel zum Festival des deutschen Films
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Ludwigshafen. 2024 brach das Gästeaufkommen von 225.000 erneut den Vorjahresrekord. Auch beim deutschen Film und Fernsehen hat sich das Festival des deutschen Films etabliert und ist zum Treffpunkt geworden. Der einzigartige Stadtpark am Fluss hat sicher einen Anteil daran. Während das Festival auf Wirtschaft und Image ausstrahlt, schreien Naturschützer auf, doch die Einwände sind laut städtischem Umweltamt und Veranstalter nicht haltbar.

Von Julia Glöckner

Als Festivalintendant Michael Kötz das Festival vor 20 Jahren das erste Mal aus dem Boden stampfte, hätte er niemals gedacht, dass es sich als deutschlandweit mal als zweitwichtigstes etablieren wird. Nur die Berlinale hat mehr Publikum. „Und das in einer Stadt wie Ludwigshafen“, sagt Kötz. „Was wir erleben, übersteigt alle unsere Erwartungen.“

Die Position des Festivals beim deutschen Film und Fernsehen ist inzwischen gefestigt, obwohl seine Skeptiker in den ersten Jahren glaubten, dass man die Anfangserfolge nicht halten könnte und das Festival keine hohe Geltung in der Branche bekäme. „Stars wie Publikum wollen hierherkommen“, stellt Kötz fest. Mit 125.000 Gästen, davon 123.000 Ticketbesucher, 2.500 Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft sowie 500 Branchengäste, hat man im Jahr 2024 erneut den Besucherrekord geknackt.

Auch in der Branche gilt das Festival als bedeutend. Viele Stars schoben den Aufenthalt beim Filmfestival zwischen wichtige Termine. Einige unterbrachen ihren Urlaub, wichtige Dreharbeiten oder sagten einen Fachkongress ab. „Auch das ist ein gutes Zeichen. Das Festival ist Treffpunkt und Marktplatz geworden“, sagt Kötz. „Hier hinten im VIP-Bereich wurden in diesem Jahr Pläne für neue Filmprojekte gemacht und einiges zwischen Regisseuren und Drehbuchautoren arrangiert.“

Die allermeisten der knapp über 125.000 Kinobesucher kamen 2024 aus Ludwigshafen. 10 Prozent kamen aus rechtsrheinischen Städten und rund 40 Prozent aus der Vorderpfalz. Die Besucherzahl steigt Jahr für Jahr um 15 Prozent. „Die Besucher erleben das Festival als zweiwöchiges Fest voller Lebensfreude“, berichtet Kötz weiter. Selbst Corona schmälerte den Erfolg nicht auf lange Sicht. „Die Besucher haben in den Pandemiejahren keine Alternativen wie Netflix gefunden. Das Festival bietet Treffpunkt, die Auseinandersetzung mit dem Film und einen Ort der Begegnung.“

Kulisse hat Anteil an Erfolg

„Ich sehe immer wieder, dass die Stars geradezu geflasht aus ihrer Limousine steigen. Sie sind beeindruckt von den Unmengen an Menschen und dem Ambiente der Parkinsel, den uralten Platanen“, erzählt Kötz. Als Fernsehstar und Produzent erhält man im Alltag sonst kein Feedback in Form freudiger Menschenmassen. Nach der Ausstrahlung des Films im Fernsehen erhält man eine Quote. Viele Stars standen rund anderthalb Stunden für Selfies bereit. Auch die Filmgespräche führen sie jedes Jahr gerne. Beim Publikum kommen sie genauso gut an.

Im VIP-Bereich, zu dem nur Leute aus der Branche Zugang haben, also weder Journalisten noch Fotografen, geben die Branchenleute sich so entspannt wie Privatgäste auf einer Gartenparty. „Schauspieler sehen sich wieder, fallen sich in die Arme und freuen sich wiederzusehen“, sagt Kötz. „Oft geht es witzig zu und der inoffizielle Teil endet selten vor 2 Uhr nachts.“

Kötz schreibt diese wachsenden Besucherzahlen auch der Publikumsansprache durch Filmgespräche, Medien und Programmwerbung zu. Selbst nichtkommerziell erzählte Filme oder solche mit Untertitel sind gut besucht oder ausverkauft. Das ermutigt den erfahrenden Filmexperten, der früher Kulturjournalist und Politikwissenschaftler war, auch solche Filme ins Programm zu nehmen.

Beim Festival des deutschen Films geht es nicht ums Geld. Das Unternehmen hinter dem Filmfestival ist eine gemeinnützige gGmbH: Kötz darf sich und seinen Mitarbeitern zwar von dem 2,8 Millionen Euro Umsatz im Jahr branchenübliche Gehälter auszahlen, aber keinen Cent mehr. Alles andere würde als verdeckte Gewinneinnahme gelten, was in Deutschland nicht rechtens ist. Gewinne darf er nicht abschöpfen, sie müssen im nächsten Jahr reinvestiert werden. Nur als gGmbH darf die Firma sich aus Sponsorengeldern finanzieren, die 15 Prozent des Erlöses ausmachen, sowie aus Zuschüssen von Stadt und Land, die 10 Prozent davon betragen. Auch ein Förderverein trägt einen Teil der Kosten. Der Rest des Erlöses stammt aus dem Ticketverkauf. Viel Gewinn bleibt allerdings nicht übrig, wenn alle Kosten gedeckt sind, die 400 Mitarbeiter aus Catering, vom Sicherheitsdienst, Verkauf und Marketing ausgezahlt sind.

Das Festival belebt die Wirtschaft in der Tourismusbranche Jahr für Jahr. Die gefragten Hotels sind gut gebucht. Auch wenn 2024 13.500 Flammkuchen gegessen wurden, 7 Tonnen Kartoffeln auf der Parkinsel verarbeitet und 30.000 Riesling Schorlen bestellt wurden – viele Gäste essen nicht hier, sondern besuchen im Anschluss Restaurants im Stadtgebiet. „Viele Firmen laden zuerst zum Sommerfest und gehen danach aufs Filmfestival“, sagt Kötz. Täglich und manchmal sogar zweimal am Tag gibt es auf der Parkinsel organisierte Empfänge parallel zum offiziellen Programm für Förderer, Partner, Sponsoren wie auch für zahlreiche Unternehmen, die ihre Firmenfeier auf die Parkinsel verlegen und mit einem Kinobesuch kombinieren.

Manche sehen das Filmfestival aber auch mit kritischem Blick. Naturschützer betonen, dass jedes Jahr ab dem Frühsommer im Landschaftsschutzgebiet der Aufbau beginnt. „Wir durchleuchten vorab den Boden, damit keine einzige Wurzel geschädigt wird. Mitarbeiter von Umweltamt und Grünflächenamt begleiten den Aufbau. „Wollte man hier einen höheren Schutzstatus festlegen, als etwa ein Naturschutzgebiet ausweisen, müsste man die Platanen fällen, die artfremd sind. Umweltamtsleiter Ritthaler hält den Einwand, dass das Festival die Fledermauspopulation verdrängen könnte, für nicht gerechtfertigt.“ Als besonderer Lebensraum gilt vor allem der südlich bewaldete Teil und nicht der Nordteil, der täglich durch Radfahrer, Jogger und Spaziergänger gut frequentiert wird.

Kötz denkt darüber nach, wie er den Status des Festivals in der Branche festigen und ausbauen kann. Er hat bereits eine Idee für eine weitere Preiskategorie, die in der Fachwelt gut ankommen könnte. In Sachen Besucherandrang soll das Festival nicht größer werden, was übers Online-Ticketing steuerbar ist. Die 4000 Plätze, die jeden Abend bereitstehen, sind jetzt schon fast ausgebucht und auf der Parkinsel ist begrenzt Platz. Auch das Zeitfenster von 19 Tagen lässt sich nicht weiter ausdehnen. Das Festival endete mit dem Jubiläumsfilm und zufriedenen Veranstaltern. 

Weitere Informationen: 
Das Filmfestival 2025 findet vom 20. August bis 7. September statt. jg

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Autor:

Julia Glöckner aus Ludwigshafen

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