„Wir werden selbst zum Pflegefall“
Wie die Pflegereform lokale Dienstleister in den Ruin treibt
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Rödersheim-Gronau. Es klingt nach einer Pflegereform auf dem Rücken der Schwächsten – und derer, die sie unterstützen. Die Pläne der Bundesregierung unter der Federführung von Nina Warken (CDU) zur Neuordnung der Pflegeversicherung sorgen in der Pfalz für massive Existenzängste. Besonders hart trifft es die Anbieter von Alltagsbegleitung und Unterstützung im Alltag. Einer, der seiner Wut jetzt Luft macht, ist der Inhaber des lokalen Hilfsdienstes in Rödersheim-Gronau. Seine Warnung ist drastisch: „Wenn dieser Entwurf Realität wird, werden wir als Unternehmen selbst zum Pflegefall – und mit uns tausende Anbieter und Arbeitsplätze in ganz Deutschland.“
Der Kahlschlag bei Pflegegrad 1
Kern des Anstoßes im aktuellen Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) ist die geplante Streichung des Entlastungsbetrags von 131 Euro monatlich für Menschen mit Pflegegrad 1. Was in den Excel-Tabellen des Ministeriums nach einer sauberen Sparmaßnahme zur Sanierung der maroden Pflegekassen aussieht, entpuppt sich vor Ort als sozialer und wirtschaftlicher Kahlschlag.
Bisher können Betroffene mit diesem Geld zertifizierte Alltagsbegleiter, Haushaltshilfen oder Einkaufshilfen bezahlen. Ab 2027 soll dieser Anspruch für Pflegegrad 1 komplett wegfallen und durch reine Beratung ersetzt werden.
„Beratung hilft nicht im Alltag und geht nicht einkaufen“, schimpft der Rödersheimer Unternehmer. „Die Politik streicht die praktische Hilfe im Alltag komplett zusammen. Das beschneidet nicht nur die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen, die ohnehin schon am Limit laufen. Es entzieht uns Dienstleistern im Hintergrund schlichtweg die Existenzgrundlage.“
Ein bewährtes Geschäftsmodell vor dem Aus
Unterstützung im Alltag und Alltagsbegleitung ist längst kein reines Ehrenamtsprojekt mehr, sondern ein hochprofessionelles, bundesweites Geschäftsmodell. Tausende Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, genau diese Lücke zu füllen, um Senioren ein würdevolles Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
Für den Hilfsdienst in Rödersheim-Gronau hängen an diesen Leistungen nicht nur die Lebensqualität der älteren Menschen in der Region, sondern auch handfeste Arbeitsplätze:
Arbeitsplätze in der Region: Vom Minijobber, der sich etwas dazuzuverdienen möchte, bis zur festangestellten Betreuungskraft.
Wertschöpfung vor Ort: Gelder, die über die Pflegekassen fließen, bleiben direkt in der regionalen Wirtschaft.
Entlastung von Familien: Ohne diese Dienste müssen Angehörige ihre Arbeitszeit reduzieren oder fallen selbst wegen Überlastung aus.
„Die Politik hat den Bezug zur Realität verloren“
In Rödersheim-Gronau ist das Unverständnis über den Kurs aus Berlin riesig. Dass die Politik ein funktionierendes System zerschlägt, um kurzfristig Löcher im Haushalt zu stopfen, sei kurzsichtig. Wenn die ambulanten Dienste erst einmal insolvent sind und die Arbeitsplätze wegrationalisiert wurden, lasse sich dieser Schaden nicht mehr reparieren.
Am Ende, so die Befürchtung des Hilfsdienst-Inhabers, werde die Zeche doppelt gezahlt: Ohne die regelmäßige Unterstützung droht den Betroffenen ein schnellerer Verlust ihrer Selbstständigkeit im eigenen Zuhause. Die Folge ist ein vorzeitiger Wechsel in die stationäre Pflege – was die Allgemeinheit am Ende um ein Vielfaches teurer zu stehen kommt.
Der Appell aus der Pfalz an Frau Warken und die Bundesregierung ist daher glasklar: Diese Reform muss dringend nachgebessert werden. Alltagsbegleitung darf kein Luxusgut werden – und gesunde Unternehmen dürfen nicht mutwillig in den Ruin getrieben werden.
Über uns:
Der 2018 gegründete Hilfedienst ist ein führender, landesrechtlich anerkannter Dienstleister für Alltagsbetreuung, Haushaltshilfe und Entlastungsleistungen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Entstanden aus einer persönlichen Erfahrung und geprägt durch einen strukturierten IT-Management-Hintergrund, unterstützt das Unternehmen ältere sowie hilfebedürftige Menschen dabei, so lange wie möglich selbstbestimmt und würdevoll im eigenen Zuhause zu leben.
Der Fokus liegt auf der nicht-medizinischen Unterstützung – von der Haushaltsführung über Begleitdienste bis hin zur sozialen Aktivierung –, die pflegende Angehörige spürbar entlastet. Mit über 118 Mitarbeitern, einer Flotte von 95 Fahrzeugen und einem eigenen Schulungszentrum garantiert der Hilfedienst verlässliche, transparente Prozesse und qualitätsgesicherte Hilfe auf Augenhöhe.
Autor:Steffen Hoock aus Ludwigshafen |
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