Mutige Innovationen brauchen Unterstützung
- Im Dialog: dm-Chef Christoph Werner (links) und Karsten Lamprecht, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe
- Foto: HWK KA
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Karlsruhe. Region. Das weltweit renommierte Qualitätslabel „Made in Germany“ reiche aus Sicht der Handwerkskammer Karlsruhe nicht mehr aus, um konkurrenzfähig zu sein, die Politik müsse daher zu einer schlagkräftigen Wirtschaft beitragen. „Arbeitskreise und Expertenrunden hat es genug gegeben. Im Jahr 2026 müssen endlich Taten folgen. Das wollen die Unternehmer, das wollen die Arbeitnehmer. Das braucht unsere Gesellschaft“, so Karsten Lamprecht, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, beim Neujahrsempfang im Kurhaus Baden-Baden.
Innovationen im Blick
Mutige Innovationen, Lamprecht nannte exemplarisch E-Mobilität und grüne Energie, Themen, die auch bei jungen Gründungen immer stärker im Fokus stehen, verdienten Unterstützung. „Die soziale Marktwirtschaft kann hier ihre Stärken ausspielen, wenn man sie denn lässt. Ich warne davor: Wenn wir nicht fortschrittlich vorangehen, tun’s andere“, so der Repräsentant von 20.800 Handwerksbetrieben in der Region. Das 500-Milliarden-Euro-Investitionspaket der Bundesregierung müsse nach Lamprechts Worten wirksam umgesetzt werden. „Die kleinen und mittelständischen Unternehmer sowie ihre Arbeitnehmer wollen sehen, dass diese Gelder auch endlich wie versprochen sinnvoll investiert werden – und nicht genutzt werden, um kurzfristig Löcher im Haushalt zu stopfen.“
Innovatives Handwerk
Das Handwerk sei innovativ und wolle sich bietende Chancen nutzen. „Flexibilität ist eine der großen Stärken des Handwerks. Aber wir brauchen die Rahmenbedingungen dazu“, so Lamprecht - und mahnte „echte Fortschritte“ für Bauwesen, Bildung und Infrastruktur an. Dringend sei auch „eine generationengerechte und zukunftsfeste Finanzierung der Sozialversicherungssysteme“. Zudem sei auch weniger Bürokratie nötig: „Wir wollen unsere Arbeit machen und nicht nach der Arbeit noch Stunden mit ärgerlichem, weil meist überflüssigem Schreibkram im Büro verbringen. Eine eigene Rechts- oder Verwaltungsabteilung, die solche Aufgaben übernimmt, haben nämlich die wenigsten Handwerksbetriebe", so Lamprecht, der in seiner Rede auch auf den Forderungskatalog „26 für 26“ einging, den die Dachorganisation "Handwerk BW" für die anstehende Landtagswahl erarbeitet hat.
Gestiegene Zahl neuer Auszubildender
Die zuletzt gestiegene Zahl der neuen Auszubildenden im regionalen Handwerk sei erfreulich, dennoch bleibe der Fachkräftebedarf hoch. Handwerkerinnen und Handwerker sehen laut Lamprecht am Ende des Tages, was sie geschafft haben. Die Aufstiegs- und Spezialisierungschancen sind nach seinen Worten ebenso ausgeprägt wie in akademischen Berufen. „Das muss aber bei den Leuten ankommen. Das Handwerk verdient ein besseres Ansehen“, so Lamprecht.
Impulse, wie eine erfolgreiche Nachwuchsgewinnung möglich ist, gab beim Neujahresempfang Festredner Christoph Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung von "dm drogerie-markt". Der Karlsruher Konzern beschäftigt in Europa rund 93.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Infos: Die Handwerkskammer Karlsruhe ist Partnerin von 20.800 Betrieben mit rund 115.000 Beschäftigten. Die Betriebe erzielen einen Jahresumsatz von 18,2 Milliarden Euro. Zum Kammerbezirk gehören die Stadt Karlsruhe und der Landkreis Karlsruhe, die Stadt Pforzheim und der Enzkreis, der Landkreis Calw sowie die Stadt Baden-Baden und der Landkreis Rastatt.
Autor:Jo Wagner |
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