„Formula Student Germany“ begeistert auf dem Hockenheimring
Innovation war gefragt – Karlsruher Teams vorne dabei

Das indische Team justiert noch nach
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Hockenheimring. Knattern von Motoren, Surren von Elektroantrieben, dazu Rennautos, die wie von Geisterhand bewegt ihre Bahnen ziehen. 4.000 Studierende, 115 Teams aus 25 Nationen, große Emotionen!
Die „Formula Student Germany“ (FSG), ein internationaler Konstruktionswettbewerb, fand in drei Kategorien – Verbrennungsmotor („FSC“, 58 Teilnehmer), elektrischer Antrieb („FSE“, 40) und autonom fahrend („FSD“, 17) – am Wochenende wieder auf dem Hockenheimring statt.

Beim „FSG“ geht’s aber nicht nur um Zeiten, sondern auch um Design, Kosten, Business Plan, Ausdauer, Slalom, Verbrauch, Beschleunigung und Kreisfahrt. „Wir prüfen in allen Bereichen“, erläutert „FSG“-Vorstand Ludwig Vollrath: „Da es ja Unikate sind, müssen wir sehr sorgfältig vorgehen.“ Sicherheit hat immer oberste Priorität. Ob „Tilt table“, Regentest für die Elektrik oder Bremstest: Wer die Prüfungen nicht schafft, kann aber vor Ort nochmals nachbessern. Das sieht man bei vielen Teams dann in der Boxengasse: Da wird munter geschraubt, nachjustiert oder gar ausgetauscht. „Kaum ein Team ist davon nicht betroffen“, schmunzelt Vollrath: „Wer aber das finale ‚Nein‘ erhält, kann leider nicht am Start sein!“
Immer wieder sieht man Teams ihre Rennwägen zurück in die Box schieben, Teile werden abgebaut und wieder montiert, Einstellungen vorgenommen. „Wir müssen noch die Bremsen justieren, sie ziehen ungleich“, erklären Steve und Ron aus Melbourne, während in den Boxen nebenan Norweger, Chinesen und Inder an ihren Fahrzeugen auch noch Einstellungen vornehmen. „Wir werden von Jahr zu Jahr besser“, freut sich Veral Bhartia, der Teamleader vom IIT Madras: „Das ist aber eine großartige Chance für uns.“ Das fächerübergreifende Team der Hochschule aus Südindien war schon mal am Start: „Da haben wir jede Menge gelernt.“

Bei diesem internationalen Wettbewerb trifft motivierter Nachwuchs, der sich mit technologischen Herausforderungen beschäftigt, auf Unternehmen, die sowohl den inhaltlichen Austausch schätzen, das Projekt fördern, als auch qualifizierte Mitarbeiter suchen. Herausforderung für die Teams: Innerhalb eines Jahres einen einsitzigen Prototypen zu entwickeln, das alle Zulassungsbedingungen erfüllt – und beim Event dann auch fährt. „Wir wollen dazu auch einen video-proof, also einen Nachweis, dass das Fahrzeug auch wirklich fährt. Dazu brauchen wir alle Papiere und Unterlagen. Da scheitern viele internationale Teams im Vorfeld“, so Vollrath: „Wir können aber eben nur eine bestimmte Teilnehmerzahl zulassen, machen deshalb schon im Vorfeld Tests.“ Und dann kommen eben Teams auf der Warteliste dran.

Besonders im Fokus standen in diesem Jahr die autonom fahrenden Entwicklungen. Ob Umfelderkennung, Bremsfunktionen oder Notaus für ein autarkes System: „Das Interesse an diesen Entwicklungen ist enorm“, so Vollrath. In allen Wettbewerbsklassen entscheidet dann das „Paket“ aus drei statischen und fünf dynamischen Disziplinen über den Gesamtsieg – neben Fahreigenschaften und Energieverbrauch geht’s da auch um Konstruktion und Geschäftsmodell.

Toller Erfolg der Karlsruher Studenten
Mit Erfolg dabei waren auch Teams aus Karlsruhe: die Hochschulgruppe „KA-RaceIng“ vom KIT (über 80 Mitglieder, die neben ihrem Studium an selbst entwickelten Fahrzeugen arbeiten) und das Team der Hochschule Karlsruhe (rund 50 Mitglieder, trat mit einem vollständig neuen Fahrzeug an). In allen drei Wettbewerben konnten sich die Karlsruher Studenten mit ihren aktuellen Fahrzeugen vorne platzieren: Bei den autonom fahrenden Rennwagen errichte das KIT den 2. Platz, bei den Verbrennern lag die Hochschule Karlsruhe auf dem 7. Platz, das KIT kam auf den 21. Platz und bei den Elektrofahrzeugen erreichte das KIT Platz 4. Das indische Team erreichte bei den Verbrennern den 49. Platz. rj

Infos: www.formulastudent.de

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