EU-Verbot von Tattoo-Farben
Farblos

Mit der REACH-Verordnung wurden praktisch alle Tattoo-Farben verboten  | Foto: Marcelo Bragion/Pixabay.com
  • Mit der REACH-Verordnung wurden praktisch alle Tattoo-Farben verboten
  • Foto: Marcelo Bragion/Pixabay.com
  • hochgeladen von Jessica Bader

Tattoo. Ein roter Koi, ein grüner Drache oder blaues Wasser – künftig drohen diese Motive bei Tattoos auszufallen. Denn mit der jüngsten Änderung der europäischen REACH-Verordnung wurden die meisten Inhaltsstoffe von Tattoo-Farben verboten und ab nächstem Jahr droht auch noch das Verbot zweier wichtiger Pigmente, die Grundlage für viele Tattoo-Farben sind. Nach den beiden Lockdowns ist dieses Verbot nun der nächste Nackenschlag für die Tattoo-Studios.

Die European Society of Tattoo und Pigment Research (ESTP), ein Zusammenschluss von Forschern, die sich mit den Auswirkungen von Tattoos und den verwendeten Pigmenten beschäftigen, halten die Verbote für unverständlich, sagt Maik Frey, Pressesprecher der Deutschen organisierten Tätowierer (DOT), seit über 30 Jahren Tätowierer und selbst ESTP-Mitglied.

Es gibt kaum REACH-konforme Farben

Mittlerweile gibt es zwar REACH-konforme Farben auf dem Markt, zunächst Schwarz, Weiß und Grautöne und mittlerweile auch andere Farben, aber vor allem Tätowierer, die sich auf farbige Tattoos spezialisiert haben, wie beispielsweise „Oldschool“ oder japanische Tattoos, stehen vor großen Problemen. „Stell‘ Dir vor, Du hast im Sommer mit einem großen farbigen Tattoo begonnen und jetzt sind die Farben plötzlich verboten“, erklärt der 65-jährige Tätowierer Frey ein Problem. Entweder die Kollegen machen mit den mittlerweile verbotenen Farben weiter oder sie verwenden die neuen, die aber einen abweichenden Farbton haben. Und es gibt zwar neue Farben, aber die sind praktisch nicht zu bekommen. Der Markt ist leergefegt. Und das sind nur die kurzfristigen Folgen.

ECHA: Inhaltsstoffe seien krebserregend

Die zuständige European Chemical Agency (ECHA) begründet das Verbot einerseits mit dem Gesundheitsschutz der Kunden. Die nun verbotenen Inhaltsstoffe seien krebserregend oder würden die Gesundheit auf andere Art gefährden. „Tatsächlich werden unsere Kunden durch das Verbot zu Versuchskaninchen“, sagt Frey, der das Tattoo-Studio „Wilde 13 Tattoo“ in Esslingen betreibt. Denn mit den alten Farben verfügten die Tätowierer über Jahrzehnte lange Erfahrungen. Mit den neuen Farben und den neuen Inhaltsstoffen fängt die Branche und die Forschung bei null an. Die andere Gefahr ist, dass Tattoo-Studios schließen und die Tätowierer zuhause in der Küche stechen. „Da kann niemand die Hygienestandards überprüfen“, so Frey.
Dieses Verbot trifft die Tattoo-Studios in einer heiklen Lage. Nach zwei Lockdowns, in denen sie nicht arbeiten durften, waren die Kunden ohnehin verunsichert. Und jetzt werden sie zusätzlich von der Diskussion um die Farben abgeschreckt. rk

Petition

DOT unterstützt eine Petition gegen das Verbot der Pigmente Blue 15 und Green 7. Die Petition unterstützten bis Ende März bereits über 50.000 Menschen: www.dot-ev.de/save-the-pigments-eu-petition-bitte-unterschreiben

Offen für jeden

Wochenblatt präsentiert das Pfalzfest Ludwigshafen

LokalesAnzeige
Pfalzfest 2026: Besonders in den Abendstunden füllt sich der Volkfestplatz, die geselligen Biergärten und Weindörfer. Lichter tauchen ihn in ein stimmungsvolles Licht.  | Foto: Martina Wörz/Lukom
3 Bilder

Pfalzfest Ludwigshafen 2026: Neuigkeiten und Programm zum Riesenrummel [Gewinnspiele]

Pfalzfest Ludwigshafen 2026. Vom 12. bis 21. Juni 2026 findet mit dem Pfalzfest eines der größten, meistbesuchten Volksfeste der Pfalz im Ebertpark statt. Die 4.000 bis 5.000 Volksfestbesucher, die täglich kommen, erwartet alles, was das Herz höherschlagen lässt: Riesenspaß und neue Fahrgeschäfte im Vergnügungspark; Konzerte bekannter Bands sowie ein Rahmenprogramm mit Events und Feuerwerken der Extraklasse. Das Angebot an feinster, bunter Kulinarik lässt sich nebenbei genießen. Wer Wein mag,...

Ratgeber
Mehrere Ameisen der Ameisenart Tapinoma magnum. Kommunen und Privatpersonen stehen bei der Bekämpfung vor einer gemeinsamen Herausforderung. | Foto: SMNS, A. Bellersheim
4 Bilder

Tapinoma magnum bekämpfen: Ameisenplage in RLP - Maßnahmen, Tipps & Hintergründe

Tapinoma magnum bekämpfen. In Rheinland-Pfalz breitet sich eine Ameisenart aus, die für Hausbesitzer, Kommunen und Umwelt ein wachsendes Problem darstellt: Tapinoma magnum. Bereits jede 3. bis 4. Gemeinde in der Pfalz ist betroffen – und das Problem nimmt weiter zu. Nachgewiesen wurde sie unter anderem in Limburgerhof, Herxheim, Neustadt, Maikammer, Altdorf, Hainfeld, Speyerdorf sowie Landau, Edesheim, Edenkoben, Rhodt, Flemlingen, Frankenthal und weiteren Ortsgemeinden. Aktuell sind innerhalb...

Autor:

Roland Kohls aus Mannheim

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

25 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Online-Prospekte aus Karlsruhe und Umgebung



Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ