Drei Vermisste im Rhein bei Biblis: Suche ohne Ergebnis
- So sieht der Rhein bei Biblis aus. Hier nicht nur auf dem Flussgrund zu stehen, sondern in die Strommitte zu schwimmen kann lebensgefährlich sein.
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Biblis. Drei Männer werden nach Badeunfällen im Rhein vermisst. Nach einer groß angelegten Suche bei Biblis in Südhessen gehen Polizei und Rettungskräfte inzwischen vom schlimmsten Fall aus.
Die Unglücke ereigneten sich am Samstag, 20. Juni. Zunächst meldete die Familie eines 50 Jahre alten Mannes gegen 18 Uhr, dass er vom Schwimmen im Rhein nicht zurückgekehrt sei. Der Mann war etwa zweieinhalb Stunden zuvor ins Wasser gegangen.
Polizei und Rettungskräfte suchten den Fluss mit Booten und einem Hubschrauber ab. Der Mann konnte jedoch nicht gefunden werden.
Zwei weitere Männer im Rhein untergegangen
Während der laufenden Suche wurden die Einsatzkräfte gegen 20.15 Uhr auf einen weiteren Notfall aufmerksam. Passanten berichteten, dass zwei Männer auf Höhe der sogenannten Nato Rampe im Rhein untergegangen seien.
Bei den Vermissten handelt es sich laut Polizei um zwei Nichtschwimmer im Alter von 23 und 27 Jahren. Feuerwehr, Rettungsdienst und die Deutsche Lebens Rettungs Gesellschaft suchten sofort nach ihnen. Auch diese Suche blieb ohne Erfolg. Notfallseelsorger kümmerten sich um Zeugen.
Strömung erschwert jede Suche
Nach Angaben der Polizei dürfte die starke Strömung des Rheins die Vermissten bereits weit abgetrieben haben. In einem Fluss vergrößert sich der mögliche Suchbereich schnell. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, Personen zu finden.
Warum der Rhein für Schwimmer so gefährlich ist
Der Rhein gilt als einer der gefährlichsten Flüsse für Badende in Deutschland. Die Oberfläche wirkt oft ruhig. Tatsächlich fließt das Wasser jedoch mit hoher Geschwindigkeit.
Mehrere Faktoren machen das Schwimmen besonders riskant:
- Starke Strömungen und unsichtbare Unterströmungen
- Wirbel, die Menschen unter Wasser ziehen können
- Trübes Wasser mit schlechter Orientierung
- Dichter Schiffsverkehr mit Sog und hohen Wellen
Schiffe können Schwimmer oft erst sehr spät erkennen. Zudem erzeugen sie starke Strömungen im Wasser.
Viele Städte verbieten das Baden im Rhein
Mehrere Städte entlang des Rheins haben inzwischen Badeverbote verhängt. Dazu zählen unter anderem Düsseldorf, Köln, Neuss und Duisburg. Hintergrund sind immer wieder tödliche Badeunfälle.
An der Unglücksstelle bei Biblis sowie in Teilen von Hessen und Rheinland Pfalz gibt es jedoch kein generelles Badeverbot. Behörden und Rettungsorganisationen warnen trotzdem regelmäßig vor den Gefahren.
Die Deutsche Lebens Rettungs Gesellschaft rät, nur an bewachten Badestellen zu schwimmen. Besonders riskant ist ein Sprung in kaltes Wasser bei großer Hitze. Der Temperaturunterschied kann einen Kreislaufschock auslösen.
Auch Alkohol oder eine falsche Einschätzung der eigenen Schwimmfähigkeit spielen bei vielen Badeunfällen eine Rolle.
Badetote meist im Sommer
Allein in Hessen sind im Jahr 2025 insgesamt 19 Menschen in Seen und Flüssen ums Leben gekommen. In Rheinland Pfalz starben im selben Zeitraum 15 Menschen beim Baden oder Schwimmen. Besonders häufig sind Männer betroffen. Viele Unfälle passieren in den Sommermonaten.
Am Sonntag, 21. Juni, herrschte an der Unglücksstelle bei Biblis trotz der Ereignisse wieder Badebetrieb. Ortskundige warnen jedoch vor der starken Strömung des Flusses. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |